Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 20 (31.12.1934)
- Date
- 1934-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Breslauer A M T L 1 CH E S BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftlelter: Manfred Rosen Breslau - Verlag: Hellmuth und > Gchatzkg, Breslau, Reue Sraupenstt Anzeigenpreis: Die 8 gespaltene MiMmeler-Äe Erscheinungstermin vierzehntägig — % Für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artik selb, 1 Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Sr ich I Th. Gchatzkg Aktien-Sesellschaf«. Breslau 2, aße 7 1 Reue Graupenstraße 7 Telefon 24468 u. 2446y ile oder deren Raum 11 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt ireis 42 Pfennig vierteljährlich — Postscheck-Konto 620 92 :l und die Dereinonachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Derantwortung 11. Jahrgang 31. Dezember 1934 > Nummer 20 Lmech Kfiijec $ta\ De stel An den Beginn ihrer Festrede zur Feier des 25 Bestehens der Ortsgruppe Breslau des Iüd Frauenbundes, begangen Montag, den 17. in den Räumen der Gesellschaft der Freund«., meindeästeste Frau Paula Ollendorff Frager Besinnung. Ist die Ortsgruppe die Wege gegang ihr von der Idee des Bundes gewiesen worden sie. die Ziele erreicht, die sie sich vor 25 Jahfr steckt hat? Die Gründung der Ortsgruppe erfolgte einig nach der Gründung des JFB. in Deutschland Berta Pappenheim. Der Bund ist nicht en um wirtschaftliche Not zu bekämpfen. Dieser widmeten sich bereits zahlreiche Vereine. Die geistig Not in wirtschaftlich günstiger Zeit, neu erwacher giöse Sehnsucht, das Fehlen einer Gemeinschaft, in jüdische Frau ihre Heimat finden konnte, das alle^ mit innerer Notwendigkeit zu einem festen und tenden Zusammenschluß der jüdischen Frauen im L Wenn Neues werden soll, entsteht immer die die Umstände geändert werden sollen oder die' beeinflußt. Der Bund erkannte die Notwendig^ beiden Lebensgebieten zu wirken. Die „traditionell^ tätigfeit" mußte umgestaltet werden 'zu sozialer Aber an die Spitze seiner Aufgaben stellte der Forderung vorbildlicher Lebensgestaltr jüdischen Frau. Frau Ollendorff, die se ersten Tage an Kämpferin für hie Bundesideen in gewesen ist, wies darauf hin, daß ein Gedanke der Gegenwart, die Gemeinschaftsarbeit für Hilfe und von der jüdischen Frau schon feit Jahrzehnten erkajn verwirklicht worden sei. Aus dem Bedürfnis des blicks heraus wurden von der Ortsgruppe Breslar forderlichen Einrichtungen und Heime geschaffen, großherziger Gönner wie Hermann und Schottländer, derer Frau Ollendorff mit Dank gedachte. Alle Gründungen fanden die Fördert Vorstandes der Synagogengemeinde, die jederzeit di der Ortsgruppe gewürdigt und erleichtert hat. Jeden soll Hilfe finden. Aber auch dem Alter gilt die In großen Zügen zeichnete Frau Ollendorff die Grüh dieser 25 Jahre auf. Hier bieten sich die konkreten der geleffteten Arbeit jedem dar. Aber nicht Kraft war auf die unsichtbare geistige Arbeit gerichtle Lu ährigen i s ch e n zember te Geernster en, die? Hat en ge- : Jahre durch tstanden Aufgabe seelische dc relider die führte rserpflich- und. age, ob Henschen it, auf Wohl- Arbeit, nd die n g der vom Bresläu jüngsten Aufbau, nt und Augendie erit Hilfe oritz toarmcm ng des Arbeit Kind' ürsorge. düngen Beweise mindere t. Sie geistigen Führ^ rahmung fand und Händel. S ch ä f e r - Pe l ist m!R ist in steter Bewegung und kennt kein Ruhen, denn die religiöse Ethik des Judentums zu verwirflichen, ist ihr letztes Ziel. ^' Das deutsche Judentum, das schon im Jahre 321 für die Stadt K ö lin a. Rh. nachgewiesen ist, muß erhalten bleiben. Neue Aufgaben sind der jüdischen Frau gestellt: die Jugeird zu starken in ihrem Kampf um den Aufbau eines religiösen, ethischen und arbeitsfreudigetz^Lebens. Es heißt: Du sollst leben uyd dich freuen. So sei ustser Herz offen der Hoffnung, die das Wesen der jüdischen Religion ist. Der minutenlange Beifall galt nicht nur der ergreifenden Rede. Hünderte von Frauen dankten einer ihrer Mimen. — Eine stimmungsvolle Umj>i« Festrede durch besänge von Marschner per geschulte Frauenchor von Frau i n y brachte unter ihrer sicheren Führung und Begleitung? die ehrwürdigen Tonwerke zu eindrucksvoller Wirkung., Nach einstündiger Pause, die der Geselligkeit und Erfrischung diente, fand die Aufführung eines Dramas von Emil Bernhard statt: „Der Brief des Uria." Der Dichter gibt der dunklen Episode im ■ Leben des Königs David eine neue Beleuchtung. Der betrogene und beraubte Uria läutert durch seine Seelengröße Bathseba wie David. Den Tod fordernden Brief aber arzwingt er selbst von David als Vergeltung für die Schuld des Königs. — Lotte R o f e n da u m - S ch w a rz konnte ihre Fähigkeit für leidenschaftlichen Ausdruck in der Rolle der Bathseba zur Geltung bringen. Alfred Balthoff gestaltete die Wandlung von dem fast dumpf-ergebenen Kriegsknecht zum leidenden Menschen und schließlich zum Richten-- mit wachsender Kraft. Um die wenig dankbare Figur des David bemühte^ sich James Elsner. In kleineren Rollen füllten H a n n i G o l z und Max Drucker ihren Platz aus. Die!bescheidene Bühne war gut ausgenützb. Die Feier Endete erst um Mitternacht. Unter den in großer Zahl erschienenen Teilnehmern überwog das weibliche Element.! Von den führenden Persönlichkeiten der Gemeinde waren u. a. anwesend die Herren Rabbiner Dr. Hoffmann. Dr. Sänger und Dr. Simonsohn (Herr Dr. Vogeiste in war verreist), Stadtrat a. D. L e ß. Gemelndefiltester Geheimkat Dr. Goldfeld. Dem Festabend war am Vormittag eine D e l e - giertentagnng des Provinzialoerbandes