Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 17 (15.11.1934)
- Date
- 1934-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Preslauer Jüdisches Gemeindeblatt Nr. 17 Die flusßeuung im Jüdiföen Tttufeum Das Sekretariat des Dtreins Jüdisches Museum E. 23., bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilungen: Sie Ausstellung jüdischer Künstler <Sräbsch«n4r Straß« 61/65, 1. Stock), erfreut sich eines so regen Besuchs, daß di« Au »stellungsleitung L Alfred Grätzer Bäuerin Lith igraphie den Entschluß gefaßt hat, di« K u n st s ch a u vorläufig noch i^n unverändertem Instand« zu belasset». Aus diesem Grunde wurde di« beabsichtigt« Porträtscha»^ zurückgestellt; dies« überaus wertvoll« Bildnissammlung (Leihgaben aus Dreslaner Privatbesitz) wird erst im Monat Dezember in den Räumen de» jüdischen Museums gezeigt werden. Die derzeitige Ausstellung von Werken jüdischer Künstler in den Museumsräumen Gräbschenerstr. 61.65, 1. Stock Israel. Waisenhaus) ist weiterhin werktäglich von Montag bis Freitag in der Zeit von 11—16 Uhr, an jedem Sonnabend und Sonntag von 11—18 Uhr durchgehend geöffnet. ■* Durch die Ausstellung jüdischer Künstler werden bis zu der am 25. November stattfindendcn Schließung derselben folgende Führungen veranstaltet: Sonnabend, 17. I I., von Frau Dr. Aschbcim-Varuchsen, \'A2 Uhr vorm. Sonntag, IS. I I-, von Herrn Architekt Hadda, Y> 12 Uhr vorm. Bußtag, 21. J1., von Frl. Margot Tarnowski, > .12 Uhr vorm. Sonnabend, 24. I I.. von Frau Dr. Steinberg, von f.I2 Uhr vorm. Sonntag, 25. l l., von Herrn Kurt Schiverin, >212 Uhr vorm. Der TffafeC'Ttaöierer Siegfried Cabojdjm f. fl. der mit einer Anzahl teiner Schöpfungen auf der Aufteilung vertreten ist. Auf Wunsch werden gegen vorherig« Anmeldung beim Sekretariat (Felix Perl«), Striegauerstr. 2, Telephon 594 04) auch Führungen zu noch zu vereinbarenden Zeiten veranstaltet. Die Ausstellung ist nur noch kurze Zeit in Breslau zu sehen. Die Schließung erfolgt wegen anderweitiger Dispositionen unwiderruflich am 25. November 1934, nachm. 18 Uhr. Eine möglichst baldige Besichtigung der Ausstellung liegt daher im Interesse unserer Gemeindemitglieder. jum fjinfdjeiden des Satans Edmond de Ttotfjfdjild In B 0 ul 0 gne (Seine) ist vor kurzem im Alter von neunzig Jahren Baron EdmonddeRotchschild verschieden. Er ist bekannt besonders durch seine grundlegende Tätigkeit für die jüdische Kolonisierung Palästinas, für die er einen großen Teil sein« Vermögens zur Verfügung frelltc. Man schätzt seine Aufwendungen für dieses Werk auf 70—100 Millionen Gold franken, allein die berühmten, technisch vollendeten Weinkellerei-Anlagen von Rischon-le-Zion haben gegen 2 Millionen Soldfranken gekostet. Baron Edmond de Rothschild wurde auf das Palästinawerk und seine Bedeutung aufmerksam gemacht durch einen Hilferuf, welchen die 1835 gegründeten und bald in Rot geratenen jüdischen Kajonicen Rischon-le-Zion, Rösch Pinah und Sichren Jacob an ihn richteten. Rothschild hat die erbetene Hilfe gewährt und bat von dieser Zeit an die Förderung jder jüdischen Kolonisation im heiligen Lande zu seiner Lebensaufgabe gtmacht. Er genoß, wie leicht begreiflich, unter den jüdischen Kolonisten große Popularität und wurde von ihnen schlechchin als' Jt>et Baron" bezeichnet. Edmond de Rothschild stand ursprünglich abseits) ja in einem gewissen Gegensatz zum Zionismus und seiner Kolonißationsarbeit, doch änderte sich seine Stellungnahme nach der BalfourtDcclaration. Er unterstützte dann auch die zionistischen Organisationen finanziell und nahm die Würde eines Ehrenpräsidenten der Iewiw Agency an. Geringe fhisfidjten für Einwanderer in Südafrita Dom Hilfsverein der deutschen Juden geht uns folgende Mitteilung zu: Das südafrikanische Komitee hat unss gebeten, mitzu- 'teilen, daß es nicht in der Lage ist, im voraus Stelluqgen zu beschaffen. Es kann nur beraten und diejenigen, die dort «intreffen, in der Stellungsuche nach Kräften unterstützen. Möglichkeiten für Akademiker sind sl» gut wie nicht vorhanden; für Kaufleute und kaufmännische Angestellte ist ein Unterkommen schwer, jedoch bei guten Branche- und Sprachkenntnissen möglich. Besser sind eventuelle Aussichten für andere Berufe. Es wird anheimgestellt, sich mit folgenden detaillierten Angaben an den Hilfsverein der deutschen Juden zu wenden, der bereit ist, die gewünschten Informationen zu erteilen oder zu beschaffen: 1. Aster, verheiratet oder nicht, 2. Bildungsgang und bisherige Berufstätigkeit (möglichst vollständig), 3. ob und wie weit englische Sprachkenntnisse vorhanden sind, 4. ob das von der Einwanderungsbehärd« verlangte Mindestkapital von 100—200 Pfund je Einwanderer zur Verfügung steht. tjerttja Efüdmanns fluslandstournee Hertha Glückmann ist soeben von einem, in der jüdischen Presse ausgezeichnet besprochenen Eynagogenkonzert in Düsseldorf zurückgekehrt. Sie wird im Rahmen des am 18. November stattfindenlden jüdischen Konzerts sich von ihrem hiesigen Publikum verabschieden, da sie von den ersten englischen und holländischen Konzcrtdirektioncn zu einer mehrmonatigen Auslandstournec verpflichtet, dreimal in London und fünfmal in den maßgebenden h0lländischen Musikzentrcn singen wird. Das Breslauer Programm ist auszugsweise aus dem Programm der Tournee zusammengestellt. Besonders interessiert hier der iw Breslau seit vielen Jahren nicht mehr zu Gehör gebrachte Liederzyklus „Frauenliebe und - leben" von Schumann. Für die jüdischen mufikintcresiierten Kreise, die keine Gelegenheit haben, Hertha Glückmana am 18. November zu hören, sei noch daraus hiügewiesen, daß die Künstlerin am 25. November über den Sendet London National im Rahmen eines Kammerkonzertes fingen wird. fftauendjar EHga Sdjaefet'Pewny Frau Olga S ch ae fe r - Pe wny, die in weiten Kreisen unvergessene frühere Jugendlich-Dramatische der Breslauer Oper, veranstaltete am 10. November im Saale der Gesellschaft der Freunde mit ihrem Frauenchor unter solistischer Mitwirkung der Damen Lotte Batzdorfs, Ruth H e n n i g und Annje Landsberg ein Konzert, dessen interessantes und. reichhaltiges Programm vornehmlich Opernmuslk enthielt/ Die ausgezeichneten solistifchen und chorischen Darbietungen, die Frau Schaefer-Pewny als Dirigentin, Begleiterin und Eonferenciere leitete, fanden den dankbarsten Beifall des dichtgefüllten Saales. i