Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 16 (31.10.1934)
- Date
- 1934-10-31
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Nr. 16 unerfüllt blieben, so ist das in erster Linie wohl dem 'Material an ficft zuzusckreiben. Jeder einzelne in diesem großen Kl ingkörper ist mit vollem Herzen bei der Sacke, aber das Ganze bl t eben, noch nickt jene letzte Geschlossenheit, die dem künstlerischen ^dealzüstand entspricht. Erheblich günstiger war der Eindruck in d m Gesängen des Ostens, vor allem in dem wunderschönen „Rat >ti cj" von Kamsun. Die satztechnisch unerhört schwierigen Stücke Mickel Gclbarts überzeugten davon, daß der Chor die Fähigkeit besitzt, sich auch in die Welt des Gbcttolicdes cinzusüblcn. Ein unschätzbarer Gewinn dieses Konzerts war die Mitwirkung Leo Gollanins, des Oberkantors der Berlin« r Synagoge Oranienburger Straße. Cr ist — das zeigte sich bal> trotz einer kleinen Indisposition — immer noch der große Sänzer, dem zu lauschen einen seltenen Genuß bedeutet. Aber er ist, w c der zweite Teil des Abends bewies, unvergleichlich größer und l ebcnswertcr, wenn er als Interpret des Iargönliedes das Podium l ctritt. Von seiner Gestalt, von seinem Blick, von seinen nicht mißz werstebenden und dock immer vornebmen Gesten gebt ein Zauber aus, dem sich kein wahrer Jude entziehen kann. Zch glaube'nickt, daß man Lieder ivir „Wos wet sein?" und „Simckas toire" schönes und überzeugender nachgestalten kann, als es Gollanin tat. Die Klavierbegleitungen waren bei Werner Sander bestens aufgehoben. Das Publikum zeigte sich mit Reckt sehr beifallsfreudig.! Martin Hausdorss. Rindetnadjmtttag im Rultuthete Das war ein Hasten und Drängen und eine fröhliche Aufgeregtheit, als am vorigen Montag im Vereinshaus KürassierKraß« sich die Pforten jenes Saales öffneten, tn welchem der Kultur kr eis für die jüngste Jugend unserer Gemeinde' einen blmten Nachmittag arrangiert hatte. Er rührte den verheißungsvollen Titel .Linder feiern blauen Montag", und es sei gern zuaeaeben, da > di« Veranstalter ehrlich bemüht waren, ihren kleinen Gästen auße der Genugtuung,-daß es auch einmal ohne Schularbeiten geht, n ich zahlreiche ändere Freuden zu bereiten. Da waren zunächst die dr illigen Zeichnungen im Lichtbild zu sehen, mit denen Wilhelm'Busch die Geschichte des Unglücksraben Hans Huckcbein und die tollen Strei he von Mar und Moriß illustriert hot; die lustiaen Verse dazu »n > noch einige weiteren Gedichte trug Lotte Rosenbaum-Sciwarz mit seiner Pointierung vor. Im Mittelpunkt des Ganzen sta td der außerordentlich reich beschickte Kinderwettbewerb, der den Kleinen im Saal und noch mehr natürlich denen auk dem Pi dium unbändigen Spast machte. Hier lösten, von Fräulein Loite Rosenb a » m konferiert, Klavier-, Violin- und Liedvorträge, T mz und Rezitationen einander ab: mit glühenden Wangen traten d e Kinder vor das Publikum, und einer suckte den anderen zu über reffen. Zum Schluß aab es unter der Führung von Werner Sander sine ...Kinder-Symphonie" zu hören; das rbnrhmisch «rcckte 1 usammensviel brr Kleinen sauf ganz primitiven „Instrumenten") zeig t wieder hin mal, wie leicht die Jugend zu lenken ist, wenn sie sich für ein« Ausgabe begeistert hat. Herr P r j n zj)der Leiter des Kulturkreises, dankte den Erschienenen. 1 M. H. Der Rultuvteeis fettete 7$ialit Der Kulturkreis (Gemeinschaft der Freunde jüdischer Kultur) gab seinem geplanten Zyklus „Jüdische Dichter der Gegenwart" mit einer Bialek-Feier einen verheißungsvollst! Auftakt. Dozent Dr. Heinrich Speyer zeichnete das Bild des Heimgegangenen Dichters plastisch und mit hinreißendem Schwung. Jede Phase des Weges, der den armseligen Ghettoknaben aus dem kleinen Dorfe in Wolhynien zu seiner einzigartigen Stellung in der jüdischen Dichtung unserer Tage geführt hat, gingen wir mit. Wie er die schlummernd« hebräische Sprache wachsang, wie er nach dem furchtbaren Pogrom von Kishinew sein Leid in grandiosen Versen offenbart, wie er zum Tröstet seines Volkes, zum Führer und Seher wird, wie er sich immer bemühte, sein jüdisches Volk zu den Quellen zurückzuführen: aus vielen Einjelzügen gestaltete der Redner voll innerer Anteilnahme die Persönlichkeit des großen Dolksfängers. Der Eindruck des Abends wurde durch den Vortrag seiner Dichtungen verstärkt. Ruth H e n n i g sang mit ihrer sympathischen Stimme (von Werner Sander begleitet) einige Lieder, darunter Bialiks erstes Lied „An den Doael". Lotte Rosenbaum-Schwarz sprach hebräisch und deutsch dar ergreifende „Nach meinem Tode" und andere Dichtunaen; mit der ganzen Kraft ihrer Gestaltubosfghigkeit wußte sie die Worte des Dichters lebendig zu machest.. Mit machtvoller Stimme — dabei ohne überflüssiges Pathos — rezitierte zum Schluß Fritz Grabowsky das Gedicht „Denen, hie sich dem Volke weihen". 7Der6e*fi6end des Rünftteeleeifes / Onteeeffett» gemeinfdjaft jüöifdjee Rünfttee Der Künstlcrkreis, Interessengemeinschaft jüdischer Künstler, eröffnete seine Tätigkeit am 14. Oktober im Bereinshau- Kürasfierstraße mit einein Werbeobend. In kurzen einleitenden Worten wies Siegfried Bruck darauf hin. daß der Künstlerkreis, Interessengemeinschaft jüdischer Künstler, in erster Linie der Kunst dienen, dann aber auch Betätigungsmöalichkeit für seme Mitglieder schassen wolle Rur wer wirklich nach Vorbildung und Leistung den Ehrentitel Künstler verdiene, dürfe und solle Mitglied der Vereinigung sein. ' An den künstlerischen Darbietungen beteiligten sich Lotte Rosenboum-Schwarz mit Rezitntionen. Leovold Alexander mit Gesangsvorträqen. Lotte Laufker ebenfalls mit Gesonqsvorträaen, Lotte Schoeps-Rogosinlki mit Solo-Dorträqen am Fsiiael. Elisabeth Szevhazy, Miriam Lewin und Lotte Sckoevs-Rogosinski brachten e-n'Terzett zu Gehör. — Das Zahlreich erschienene Publikum zeigte sich sehr befriedigt und sah kleine Unebenheiten gern nach, so daß der Abend für die neue, auch soziale Ziele verfolgende Organisation einen glücklichen Auftakt bedeutete. Richard Standfass, Breslap I Inhaber: Leo Böhm Gegründet 1845 KupferSChmiedeStr. 39 Tdlefon 26)654 Größtes und ältestes Eisenwaren- und Werkzeug! pezialgeschäft Möbelbeschläge, Reformküchen-Ein ichtungen Empfehle B ARCHE S sowie sämtliches andere C «ebäck I in altbekannter Güte - Lieferung frei Mazze u. Mazzemehl wieder frisch Adolf Schönfeld If aus eingetroffi •Im-StraB«, Kaitar-Wll! i Kaisar-Wil! lalm-Straßi > GabttzstraBa 153 Fernrufl Nr. 342 en! *2 155 Äüaber 30 Jahren, sich sfr. ruf Geaza Sie Ihre Familien-Aazeigen in das JBd. Gemeindeblatt Worauf kommt es bei Auswahl einer freiwilligen Kranken^ Versicherung die bei niedrigen Prämien ärztl. g. fachärztl. Behandlung, Arznei und kleine Heilmittel, Operationen, freie Arztwahl,'Krankenhaus-Behandlung, Zahnbehandlungu. Ersatz,WocheiihHfc, Sterbegeld, bei Unfall doppelt, hauptsächlich f 1. Ob die Krankenversicherung in ihren Leistungen begrenzt oder unbegrenzt ist. 2. Ob diese Leistungen nach der Allgemeinen Deutschen (Adgo) oder Preußischen Gebühren »Ordnung fPreugo) oder einem besonderen Leistungsverzeichnis erstattet werden. 3. Ob u. wieviel Monatsprämien Dividende bei schadenfreiem Verlauf jährlich rückvergütet werden. Unbeurenzthelt - Adgo - Dividende — 3 Beqriffe schon von Mk. 3.30 monatlich an. Die Grundlage Ist also das Entscheidende l Verlangen Ste bitte sofort unverbindliche weitere Information bezw. Prospekte von führenderKrankenvers.-Gesellschaft durch Emil Eigner, Breslau 21, Grillparzer Straße 16.