Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 16 (31.10.1934)
- Date
- 1934-10-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1 Breslauer Breslauer jütisches Hmliittblsll AMTLICHES BLATT DERSYNAGOGENGEME : 1N D E BRESLAU 1 Hauptschriftleiter: Manfred Rosenfel DreSlau « Verlag: Hellmuth und Sri Sch atz kg, Vreslau, Reue Graupenstraße Anzeigenpreis: Die «gespaltene Millimeter-Zeile 0 GrschelnungStermin^ vierzehntägig ■.. Fllr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artitel un b, 1 Druck und Anzeiger ch D Th. Echatzkg Aktien-«! 7 V Neue Graupenstraße 7 -!>er deren Raum 11 Pfennige — Bei «»»uni, d die Dereinsnachrichten Übernehmen tr »-Annahme: Druckerei desellschaft. Breslau 5, Telefon 24468 u. 24469 laufenden Aufträgen Rabatt - 45 Pfennig vierteljährlich ir nur die pressegesetzliche DerantwoNung 11. Jahrgang 31. - Oktober 1934 Nummer ib Die jüdiftye & lunft-ftuSf Heilung Die Räume des neuen Jüdischen Museums zu Brc>lau waren am Sonntag, den 21. 10. d. OL, von einem regen Leben erfüllt. In großer Anzahl fanden sich hier geladene Gäste ein, um der Eröffnung der Ersten Ausstellung von Werken jüdischer Künstler in Deutschland beizuwohiren. Unter den Versammelten bemerkte man Vertreter aller führender Kreise unserer Gemeinde, in deren Anwesenheit sich die Anteilnahme der jüdischen Bevölkerung am eigenen kulturellen Leben bekundete. Es erschienen u. a. Herr Rabbiner Dr. Dogelstein und Herr Rabbiner Dr. Sänger als Repräsentanten des Rabbinats, Herr Stadtrat a. D. Leß und Herr Dr. Freyhan vom Gemeindevorstand, der Vorsitzende der Repräsentantcn- Dersammlung Herr Iust.-Rat Dr. Peiser sowie Herr Dozent Dr. Lewkowitz vom jüdisch-theologischen Seminar, ferner Herren von verschiedenen jüdischen Organisatio ren. Außerdem folgten der Einladung eine Reihe einzelner' künstlerisch interessierter Persönlichkeiten. Ihnen cllen galt der Dank, mit dem der Vorsitzende des jüdis chen Museumsvereins E. D. und Leiter der Ausstellung in einer Person, Herr M. Silberberg, seine Eröffnungsrede einleitete. Das Wort der Anerkennung und des Da likes richtete er auch an die Leitung des Israelischen Wa senhauses, die in großzügiger Weise die Ausstellung in it rem Hause ausgenommen hat. Einen weiteren Dank ft rach Herr Silberberg den Breslauer Privätsammlern aus, die durch Leihgaben aus ihrem Besitz die Ausstellung we entlich unterstützt haben; ferner den Vertretern der Künstlerschaft für ihre Mithilfe, bei den technischen Vorarbeiten und dem Aufbau der Veranstaltung. Im Besonderen jedoch betonte der Rednev die tatkräftige Förderung, die der Ausstellung von seiten oeS Breslauer Kulturkreises zuteil wrrde. Rur unter gemeinsamen Einsatz von Kräften konnte ein so reichhaltiges Werk wie diese Kunstschau Zustandekommen. Es standen nur sehr geringe Mittel zur Verfügung^ die Aufgaben dagegen, die den Veranstaltern vorschwebten, waren größer als je. Diese Ausstellung bedeutet für die jüdischen Künstler eine der wenigen Gelegenheiten, ihre Werke einem breiteren Kreise vorzufüdren. In der Berührung mit der Oeffentlichkeit findet der Schaffende oft Ansporn und Mut zum weiteren Ents Uten seiner Kräfte. Darum sah es der Vorstand des Musei imsvereins als seine vornehmste Pflicht an, eine Ausstelli ngsgelegenheit für eine möglichst große Zahl ernsthaft streb« nder Maler und Bildhauer zu bieten. Tine zweite und besonders wesentliche Aufgabe erwuchs aus der materiellen Rot in welcher sich ein grrßcr Teil der jüdischen bildenden Künstler befindet. Ilm diesen harten E.rjstenzkainpf zrr mildern, versucht d«r Muscumvcrcin die Kunstwerke dem jüdischen Publikunr näher zu bringe»! mrd dessen Kauflust anzuregen. Es ist zu erwarten, daß bei der Besichtigung der Kunstrvcrke die Freude am Kunstbesih. geweckt wird» zum rl die Preise den Zeitverhältnissen entsprechend niedrig gct alten sind. Zwar kann die Ausstellungsleitung nicht ad> Verkäufer auftrctcir, doch ist sic gern bereit, die Adressen der Künstler auf Anfrage mitzutcilen, damit der Deckaus dann unmittelbar durch den Künstler geschieht. Auf er der Aufgabe, für den Künstler zu sorgen, sah sich der Musemnsvcrcin vor Pflichten dem jüdischen Publikum gegc »über. Die Ausstellung ist, wie in der Eröffnungrede beson >crs betont wurde, nur für die Mitglieder der Synagoge »gemein de bestimmt. Die Aussteller sahen sich vor die Ausgabe gestellt, der jüdischen Bevölkerung künstlerisch Hochstehendes zu bieten, um deren seelisches Verlangen durch wertvolle Leistungen aus dem eigenen Kreise zu stillen. f Durch die Verwirk ichung solcher Ziele hat sicb der Vorstand des Museun svcrcins ein großes Verdienst erworben. Die Herren d:s> Vorstandes, Herr M. S i l b e r 7 b e r g und Herr Felix Perle, haben dabei in selbstloser" Weise ihre Kräfte und 1 Arbeit eingesetzt. Den warincn Dank an die beiden Begründer und Förderer, den auch die Gäste der Eröffnungsstundc cinpfandcn, brachte Herr Architekt Moritz Hadda im Rainen der Künstlcrschaft. zum Ausdruck. Bereits ein erster Orientierungsgang durch die Ausstellung bewirkt beim Besucher ein Gefühl stillen Behagens. Die sorgfältig gerpählte und geschmackvoll verteilte Sammlung vermittelt einen Eindruck der Harnioitic. Jede Ilebcrhäufung der Räume mit Werken ist vermieden worden. Die Freude am Schaueg wird nur in wenigen Fällen durch Mangel an Qualität getrübt. Das meiste bedeutet wirkliche künstlerische Leistung; eine Anzahl von Arbeiten zeigt besonders hohen Wert. -Vertreten ist eine l a n g e R c i h e von K ü n st l e r n a m e n. Mit ihnen ist die Zahl der in den letzten hundert Jahren in Deutschland tätigen jüdischen Künstler noch bei weitem nicht erschöpft. Es fehlen die meisten alten Genremater oder Porträtisten wie Oppenheim, -Magnus, Hirszenberg, um nur paar Beispiele 31»