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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-10-15 · 15 (15.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
15 (15.10.1934)
Date
1934-10-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Breslauer Silbisches Gemeindeblatt 5 bict. Nicht nur um der Abwechselung willen, sondern auch aus Gründen der Werbung war es klug, Werke der sympho lischen und der Kammermusik zum Vortrag zu bringen, und man darf den hierfür Verantwortlichen bestätigen, daß sie bei der Ausstellung des Programms Geschmack und Stilgefühl bewiesen haben. Das O r - ch e st e r hat von der neuen Leitung unerhört profitiert. Cs klang in dem ursprünglich für sieben Soloinstrumente geschriebenen Mozart - schcn Divertimento (K. D. 251) so schön und kultiviert als hätte cs nie aus Dilettanten bestanden. Havelland ist bei», Studium dieses liebenswürdigen Opus, von dem wir übrigens nur vier Sähe börten, so gründlich vorgegangen, daß keine von den vielen Feinheiten der Partitur unerschlosien blieb. Nicht nindcr vortrefflich war die Leistung des Orchesters im Violinkon ert T-Dur von Vach, mit dem die Darbietungen eröffnet wurden. Hier zeigten sich noch deutlicher die Früchte einer künstle-ischen Crzichungsarbcit, die man sonst nur bei Verufsmufikern cewöhnt ist. Havelland hat sich damit als ein äußerst befähigter Dirigent erwiesen. aus besten weiteres Wirken man die größten Hoffnungen sehen darf. Zu einem Erlebnis ohnegleichen wurde die Wiedergabe des Vachschen Konzerts durch Simon Goldberg, der fraglos zu den begnadetsten Geigern unserer Zeit gehört. Seinem Spiel merkt man die acht Zahre lang getragene „Feste!" des Kor zertmeistertu,ns absolut nicht an; die Darstellung des Kunstwerks ist, obwohl frei von allen Launen und Cigenwilligkeiten, doch wui dervoll gelöst und souverän, in jedem Moment nur der denkbar höchste Ausdruck seiner einzigartigen Künstlerschaft. Sic empfand man natürlich ebenso stark beim Vortrag der in Vreslau lange nicht auigesührten Frühlingssonate von Beethoven und . der vier sehr hübschen und dankbaren Violinstückc Joseph Suks, von denen namentlich das zwejte und dritte stärkere Empfindungen im Zuhörer auslösten. Bei, dieser Gelegenheit lernten wir Havelland auch als einen Pianisten von bedeutend,er Qualität kennen, der als Kämmermusikspicler und als Begleiter seinen Meistern Ehre macht. Das Werbekonzert war nur 'ein Anfang. Aber aus dem Wert des Gebotenen und aus den Beifallskundgebungen des den großen Raum füllenden Publikums darf man getrost die Folgerung ziehen, daß der Mufikverein aus dem rechten Wege ist. Martin Hausdorss. Die Aufgabe der Abonnements für die erste Hälite der Spielzeit — vier Konzerte, am 28. Oktober, 18. November, 9. Dezember und 6. Zanuar — hat bereits in der Büchcrdiele, Kaiscr-Wilbelm- Straßc 21,- begonnen. Von dielen vier Konzerten ist das erste ein Chorkonzert mit Werken jüdischen Anhalts, unter Leitung „von Werner Zander, mit Gollanin als Solisten, im zweiten treten die Sängerin Hertba Glückmann und "der Pianist BrunoEisyer aus Berlin auf, das dritte Konzert ist ein Kammerkonzert-Abend des Soloauartetts des Berliner Kulturbund- Orchesters (Frev, Prager. Meyer und Weil), unter Mitwirkung der hiesigen Konzertsänaerin Trude Behr. Am vierten Konzert wirken außer der Solistin Gertrud Wcrtheim (Cembalos das Orchester des Breslauer Aüdischen Musikvereins, unter Leitung von Kurt H a v e l l and mit. Die Preise sind außerordentlich niedrig aehalten, die-Abonnements werden nur an Mitglieder abgegeben. Beitrittserklärungen werden in der Bücherdiele cntgegengenommen. , .! ishen Am 2l. Oktober dieses Aahres eröffnet der Bereis, Museum C. V. zu Breslau, Gräbschener Straße 61/65, Ausstellung von Werken jüdischer Kür Deutschland, aus Vergangenheit und Ge Diese Veranstaltung verspricht von Bedeutung für inlerestiertcn jüdischen Kreise in und außerhalb von werden. Die Ausstellung soll eine Kollektivschau jüd schafsens in Deutschland darstellen, die ohne den Anspruch slöndigkeit zu erheben, eine reiche Anzahl von Werken Graphik und Bildhauerei planvoll vorsührt. Ihrer Aufst wird sie das Bild der Leistung verschiedener Künstl keilen im Laitfc von einhundert Jahren und die von tretcnen Richtungen zeigen. Hier können wir sowohl der realistischen Darstellung begegnen, als auch Kämpfer übersinnlichen Werte der Kunst. Wir werden Lyriker und des Lichtes neben Bildnern einer festen Form werden ein Schassen betrachten, das in den Dienst der Kunst gestellt worden ist, und ferner ein anderes, jüdisches Leben schildert oder die Landschaft von Außer den bedeutenden Meistern von Weltruf werd^ weniger bekannten, jedoch ebenfalls verdienswollen Künfft Ausstellung vertreten sein. Aus diese Weise wird be Aüngeren Xstelegenhcit geboten, ihre Arbeiten einem gri fi V Er Jimfltüu tg jüMfdjee Rünflkt Jüdisches seine e r si e st l e r Ni n enwart. alle geistig Breslau zu Kunst-' auf Voll- Malcrei, abe gemäß rpersönlichibncn ver- Anhänacrn n um die der Farbe den. Wir allgemeinen »as bewußt ez Asrael. n auch die ler in der onderS den Heren Pubkum vorzusühren. Der Nächwuchs der Audcn in Schlesien wird i^iturgcmäß einen chreitcrcn Raum in dieser Kunstschau cinnehmen. Die Ausstellung wird bis gegen Ende November täglich von 11 bis 18 Uhr zugänglich sein. Sonnabend Eintritt frei. Die Ausstellungslcitung beabsichtigt, bei genügender Beteiligung desondere Führungen und Vorträge zu veranstalten. Dr. L. V. Aschbcjm. Oktober wirbt für die D/e blaue TSeittagstatte Die blaue Beitragskarte im Monat Berufsumschichtung. Di« jungen jüdischen Menschen, aus unproduktiven oder aussichtslosen Berufen kommend, sollen in einen der drei-Haizptzweige: Landwirtschaft, Handwerk, Hauswirtschaft übergeleitet werden. Die Einrichtungen, die die jüd. Gemeinden und Organisationen unter größter Opferbereitschast für das Erlernen dieser Berufe gewacht haben, müssen unserer Jugend erhalten bleiben; zu diestm Werk beizutragen, rufen wir jeden einzelnen auf. Wer für die Berufsumfchichtung gibt, hilft allen und damit auch sich selbst.! (XvMUvUiint’, «ovuumi V I I-- 7 .Calf fahrig Zwlngerplatz’2 Calt König Gartenstraße 40 llolel Adlerla Oarteoslr 79, nnwe Telefon IHM and '1 Moderne Zimmer, >1 t Rchweldn. 8tr. 84680 ließen d. 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