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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-09-15 · 13 (15.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
13 (15.9.1934)
Date
1934-09-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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« I s Nr. 13 Breslauer Jüdisches Gemelndeblatt 3 J)as Scfticß&aC CU£e% ge&taCtet des £in§einen Keifende <£at Kain deuticher Juda ohne die blaue Beitragskarte für Hüffe und Aufbau und außerdem der vortreffliche Geige r] Simon Goldberg, bisher Konzert in ei ft er der Berliner Philharmoniker. Der Besuch dieser Veranstaltung ist weder von einer Mitgliedschaft noch von einem Abonnement abhängig; Eintrittskarten erhalten alle Angehörigen der Synagogengemeinde. In Anbetracht dessen, was hier und in der Folge geboten^ werden wird, erwartet der Musikvercin nur, daß jedermann seine Pflicht tut. Martin Hausdorff. ★ Ser Jüdisch« Musikverein Breslau «. D-, kkarlstraße 43, teilt mit, daß der Billettverkauf für hes am 7. Oktober 1934, vormittags 11.15 Uhr, im Licbich-Theater unter1 Mitwirkung von Simon Goldberg (Violine) dem Orchester und dem Chbr des Musikvereins stattfindende Werbekonzert am Freitag, den 28. September 1934, in der Bücher-Diele E. Mridner, nur Kaiser-Wilhelm-Straße 21, beginnt. Die Veranstaltung ist lediglich Mitgliedern der Synagogengemeinde zugänglich. Die Mitglieder des Jüdischen Musikvereins, einschließlich der dis zum 25. September neu hinzutretenden, können Ihre Plätze bereits ab 26. September, also zwei Tage vor dem allgemcinert Verkauf in der genannten Verkaufsstelle lösen. Rezitationsabenü Gtto Bernstein Es war — In dem gepflegten Saale des Dereinshauses Hindenburgplah 9 — derlerst« eigen« Abend der unter dem Namen „K u l t u r k r e i s" bekannt gewordenen hiesigen Gemeinschaft der Freunde jüdischer Kultur. Der Gedanke, den ausgezeichneten Berliner Rezitator Otto D e r n - st e i n den Hreslaucrn vorzustellen, ist keineswegs neu; uin so geschickter r war seine Verwirklichung im Zusammenhang mit einer Werbeaktion des Kulturkreises. Wenn das« was der Vorsitzende Max Silberberg in einer Einführung versprach, stets von einein so ehrlichen künstlerischen Willen getragen sein wird, wie dieser Abend, dann braucht uns um den Erfolcf der in kurzen Zügen angcdeutetcn Arbeit nicht bange zu sein. Bernstein ist allerdings, das zeigte sich sehr bald, über das übliche Format eines Rezitators längst hinausgewachsen. Daß sein Dortrag aus höchster Vollkommenheit alles Technischen basiert, bedarf kaum besonderer Erwähnung; das findet inan auch anderwärts. Hier aber schlug einen < sofort jenes Eigentümlich^ und wahrhaft Große in Bann, das, wenn man cs überhaupt zu deuten vermag, nur in einem ganz ungewöhnlichen Mitschwingen iiMerster Empfindungen erklärt werden kann. Mag auch die sorgfältige Auswahl der Werke nicht ohne Einfluß auf die Grundstimmüng de» Abends geblieben sein, so ging doch ein mindestens ebenso starker Zauber von der Persönlichkeit dieses feinnervigen Künstlers aus, der essich übrigens erlauben kann, ein so anspruchsvolles Programm frei aus dem Gedächtnis zu absolvieren — selbstverständlich unter Verzicht auf jede nock, so geringfügige Effekthascherei in Sprach« und Mimik. Bernstein i formt meisterhaft das Wort, aber er vergißt auch nicht, in ihm die Seele nacbklingen zu lassen. Und das ist etwas Seltenes. Der Abend begann tnit sechs kleinen Geschichten von Martin Buber, und er schloß, nachdem die Bezirke der Dichtkunst in zwei wundervollen Liedern Richard Bcer-Hofmanns und dem interessanten Sonett-Zyklus „Die Schöpfung" von Manfred Sturmann gestreift worden waren, mit Jakob Wassermanns Noyclle „Sara Malcolm, die einen trotz der ungemein plastischen Darstchlung des Geschehens innerlich kaum berührte. Um wie vieles näher stehest uns da Thomas Mmns „Geschichten gaakobs"! Mit der den ganzen zweiten Programmtcil füllenden Erzählung von Rahels Tod' („Benoni")! gab Bernstein, der von der Schönheit dieser Sprache selbst ergriffen jschien, eine künstlerisch vollendete, zu tiefstem Miterlebcn zwingende Leistung, die ihm„ nach einer kurzen Pause ehrfürchtigen Schweigens, stärksten Beifall eintrug. M. H. vie Berliner Jüdische Gemeinde zur „Jüdischen f Weltkonferenz" Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin nimmt zu der in Genf a verhaltenen „Jüdischen Weltkonferenz" Stellung. Wir schließen uns der Stellungnahme der Berliner Gemeinde vollkommen an. Es ist, heißt es in der' Erklärung, für nichtjüdische Publizisten sicher nicht leicht, Meldungen, die ihnen über Vorgänge im jüdischen Leben, zumal außerhalb Deutschlands, zu gehen, richtig zu würdigen. Zuweilen inöchte manj wünschen, daß vor Publikationen über derartige Ereignisse grundsätzlich die Auskunft eines wirklichen Sachkenners eingeholt wird. So brachten in den letzten Tagen eine ganz« Anzahl deutscher Zeitungen, zum Teil in. großer Aufmachung, Berichte über eine „Jüdische Weltkonferenz", hie dieser Tage in Genf getagt hat, und insbesondere auch Beschlüsse über „eine verschärfte Fortsetzung des Boykotts heutfcher Waren" gefaßt haben sollj. Daß diedeutschenIudenderartige Boykott b"e st rebuNgen aufs schärf st e ablehnen und verurteilen, bedarf keiner Darlegung. E» ist von den maßgebenden jüdiscben Organisationen, so auch vom Vorstand unserer Gemeinde, schon in den schioeren Tagen des März/April 1933 feierlich erklärt worden. Was damals galt, gilt unverändert heute. Aber die Tagespresse tut den Ereignissen in Genf zuviel Ehre an. Diese „Weltkonferenz" dient der Vorbereitung eines „Weltkongresses" und dieser „Weltkongi!eß", der seit Jahren geplant ist, kommt nicht zustande, rveil sich die maßgebenden jüdischen Organ!-- sationenvon i h m wie von den vorbereitenden Konferenz« ng eflissentlich fern halten. Eben erst veröffentlicht das American Iewish Committee eine Erklärung gegen diese Pläne rind die Haltung des englischen Iewish Board of Deputier und vieler anderer bedeutender Körperschaften ist die gleiche. Die ernst zu nehmenden jüdischen Kreise des Auslands berchachten mit lebhaftem und begreiflichem Interesse die Lage des deutschen Judentums; ihre helfende Hand hat Rot gelindert und Segen gewirkt. Aber sie lehnen Boykotttreibereien."Die sie auf jener sehr wenig belangreichen Konferenz — rvenn die Zeitungsberichte zutreffen — sich ereignet haben, durchaus ab. Wir hoffen, daß auch die Tagesprcss« von jdieser Sachlage, die jedem Kenner der jüdischen Verhältnisse geläufig ist, allmählich Kenntnis nehmen wird. _ Für den ersten Selichos-Tag — den 2. Setpember — war war vom „Wlweltlichen Rat" der Agudas-Iisroel im Hinblick auf die traurige Lage der Weltjudenheit ein „Tanis Zibur" (allgemeines Fasten) ausgerufen worden; dem Appell wurdein orthodoxen Kreisen roeitcstgehend Folge geleistet. Die H i st a d r u t h , der allgemeine Arbciterverband Palästinas, bat einen Aufruf erlassen, in dem die Wiederherstellung von Fri <?den und Eintracht im Iischuw und in der Zionistischen Organisation gefordert wird. Der junge Frankfurter Physiker Dr. ManfredMann Heime r, / rvurde an die Dale-Ilniversität in Amerika als Leiter des dortigen Instituts für Experimentalphysik berufen. m NligWbühr für Daa - iiiiiimniiimraiBHniiiHiiaiMnniniinttiniiinwiMiiHiiiHiiRniiiiniimiiiiiitniiHiHiniiintiimiiiHtntiiHiiHii IV.WriSlMb.-jleMb.) imnfmiiiiiiiiiiiiiiiujiii>iHitiittiiiiiiitiiHiimnwiai)tiHtttiiiiiiiiHiiiKiiiiiiiiiHiim<Hiiiiiiiiimimmt(ittmrt)tiii ist bis 30. September zu entrichten, wenn Sie wett darauf legen, das Breslauer Jüdische Gemeindeblatt pünktlich und regelmäßig zu erhalten, dann zahlen Sie die Gebühr von 4? pfg. für das nächste Quartal (oder der Einfachheit halber die Gebühr von 90 pfg. für zwei Quartale) bis spätestens 30. Septbr. auf unser Postscheckkonto Breslau 6209? ein. Auch kann die Zahlung im Büro des „Breslauer Jüdischen. Gemeindeblattes", Heue Graupenstr. 7, 1. Stock, links erfolgen, jedoch nur in der Zeit von 11-1 Uhr. Verlag Jüdisches Gemelndeblatt MUNMBiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilipnniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Breslau 5, Neue Graupenstraße 7- Fernsprecher 24469 1

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