Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-08-31 · 12 (31.8.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
12 (31.8.1934)
Date
1934-08-31
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3970005-7569528-7569734--2048-3971911
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 12 s Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt 15 Sucher und Zeitschriften Korrrspondenzblatt über Auswanderung«- und Siedlungswesen Soeben gibt der Hilfsverein der deutschen Juden ein neues Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswefen" heraus, das jt’hr vielseitig und interessant ist. - ' Das Korrespondenzblatt bringt diesmal Mitteilungen über hundert Länder in allen fünf Erdteilen. — Eingehend werden u. -a. behandelt Italien, Spanien, Türkei, China, Indien, Mandschukuo, Palästina. Kanada, die Vereinigten Staaten, Mexiko, Columbien, Chile» Argentinien» Brasilien, Paraguay, Tanganjika, Kenia, Angola, Südwestafrika, Südafrikanische Union und Rhodesien. Das Blatt enthält Angaben über Ein w ander ungs-, Aufenthalts- und ArbeiIsti e st i m m u n g c n, wirtschaftliche Verhältnisse, klimatische Bedingungen, Lebensstandard üsw. Es werden Schilderungen von Ländern gegeben, Briefe von Auswanderer^ gebracht u. a. m. Das Problem der Siedlung wird in einzelnen Länderberichten behandelt und außerdem i» einem besonderen Artikel, der Kolonisationsunternehmen in Südamerika gewidmet ist. In einer Gcsamtübersicht werde» di« L e b e n s h a l t u n g s - kosten und Gehaltsverhältnisse in Sv Ländern angeführt. In einer größeren Abhandlung sind die Bestimmungen über den Erwerb der Staatsangehörigkeit in §7 Ländern züsammengcfaßt. Blätter für Frauenarbeit und Frauenbewegung, Offizielles Organ des Jüdischen Frauenbundes. Das Augustheft enthält u. a. folgende Beiträge: „Die Leistung der Frau im Deutsch-Jüdischen Schrifttum" von Dora E d i n g e r, „Vom Wesen tvesblichen Künstlertums" von Dr. Margot Rieh, „Kunstgewerbe im Wandel der Feiten" vourtcrtu Bainberger, „Dom Werke jüdischer Jugend" von Dcra L a ch - m a n n , „Blick in die Welt" von Dr.. Jenny R a d t, „lieber die Möglichkeit heutiger deutsch-jüdischer Frauendichtüngs von Dr. Dora C d i n g e r , „Lehrersortbildungswoche in Lehnitz" von Dr. Ellen Littman n. ^Jüdische Wohlfahrtspflege und' Sozialpolitik. Zeitschrift der Z e n t r a l wo h l fa h rts st e l l e der deutschen Juden und der Haupt stell« s,ür jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise. Berlin. Aus dem wiederum höchst instruktivem Inhalt, der im Iuli-Bugusthcft 1S3ä vor die jüdische Oessent» lichkeit gebracht wird, erwähnen wir: Das Auswanderungsproblem der deutschen Juden" von Ernst Kahn, London, „Die Tätigkeit der HJCEM sür die jüdischen Auswanderer aus Deutschland" B e r i d) t erstattet vom Zentralausschuh der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau, »Zur Lage der Juden in den Kleinstädten" von. Dr. Georg F l a t a u. i Von meinem fiteßvater Wie man einst heiratete Bon L. Kompert Schluß. Darum auch schrie Leser KoUins Frau, als sie diese Mißachtung eines gegen alle Sitte und Schicklichkeit verstoßenden Brauchs gewahrte, mehr erschrocken als zornig: „Deborah, was stellst du dn? Das gehört ja für deinen Baterl" Das Mädchen richtete sich aber hoch und höher auf, und war gar lieblich anzusehen, wie sie neben dem Stuhle des jungen Rabbiners stand, und noch lieblicher klang [bie Antwort, die sie, flammend rot im Angesichte, der Mutter gab. . i „Mutter," rief sie, „ich weiß, was ich tue. Es ist mir nichts anderes eingefallen, womit ich den Gast ehren könnte sür sein seines Wort!" „ Daraus ward es erst mäuschenstill in der Stube; dann rief Leser Kollin, während das sonnigste Lachen seihe Züge überstrahlte: „Recht hast du gehabt, Dqborah, mein Kind! Du brauchst dich disfür nicht zu entschuldigen. Du sollst gesegnet fein vor allen meinen Kindernt" , ~ Was der freißde Gast tat? Er verzehrte stillschweigend das ihm dargebotene „Kopfstück" des Fisches, und blieb auch für die übrige Zeit des Abends still und einsilbig. Aber tief in seinem Innern tönten herrliche Stimmen durcheinander, dort brauste eine Sprache, gegen die das Toben des Meeres Heises Gelispel ist, die Sprache einer niit der Gewalt eines Sturmes über ihn hereingebrochenen, nicht mehr zu unterdrückenden Leidenschaft! - ' Zu Mittag am nächsten Sabbat stellte sich der fremde Gast in der Wohnung seines'Kostherrn wieder ein. Er sah blaß und abgespannt aus, wovon die vergangene Nacht, während welcher er kein Auge geschlossen, mancherlei hätte erzählen könneis. „Fehlt euch was, mein lieber Gast?" lins. „Ihr seht heut anders aus, als ihr fragte die^^üu Leser Kolgestern ausMehen habt." Deborah war ,in der Stube r „Mir fehlt gar nichts," gab er haftiä zur Antwort, „mir ist ganz gut zu Mute." j Spät am Abend, als die funkelnden Sterne am Himmel dartaten, daß der Sabbat bereits in seine Ruhe eingegangen, ging der fremde Gast noch einmal zu Leser Kollin, um v^on der Familie seines liebreichen Kostherrn sich zu verabschieden. Er fand sie alle beisammen; nur nicht zu sehen. Worüber war Deborah? ' Als er über den finstern Hof fchrsti, stand am Ausgange des Gäßchens ein« Gestalt; er kam näher, „Bist du's, Deborah?" ,Zch bin's" tönte es schluchzend zutück. „Warum weinst du, mein Kind?" „Ich weiß es selbst nicht." Er ergriff ihre Hand, die in der seinigen heftig zitterte. „Deborah, mein Lieb! antworte mir bestimmt, was ich dich frage. Möchtest du, daß ich hier bleibe?" — „Um mein ganzes Leben!" flüsterte^ sie, nur ihm hörbar. Er neigte sich zu ihrem Ohre; sei» warmer Atem umfing sie, rings herum waltete tiefe Stille, nichts störte, nichts legte sich feindlich zwischen das Aussprechen des Seligsten, was diese, zwei Wesen jemals empfunden haben mochten. „Willst du mein Weib werden? Mein gutes, treues Weib?" So mochte das lauten, was er ihr ins Ohr flüsterte. Lebendiger Gott! Warum mir dieses Glück?" ries sie in er schreckter Freude zurück. ' . Sag's noch einmal: Willst du mein Weib werden?" ,Zch will's." — — „So will ich dir auch sagen, wer und was ich bin!" Darauf erzählte «r jihr in ryenigen Dorten die Geschichte seiner Splndiermaiiie, StPeter, friedridisinol a. Geblrgshammbauden Fahrender Kurort des Hieaengebirges. SeohOhe 800—1400 m - ,■ Schwimmbad. Zeitgemäße Preise. Auskünfte durch den Kurverein. Telefon 27 u. 67 notel „Belvedere“ Familien-Hotel I. Banges, Botel Erlebach sä' In ruhiger, freier Lege, ln aller* nächster Nähe d. Schwimmbades. Gute preiswerte FamUienpeosioa Fließ. Warmil Kaltwasser Tel. 26. Brand-Botel und D 4 p. Bellevue Savoy Botel -i Jeder K-omtort Telegramme » Breuer Telefon 64 und Haus Daheim Tel. i n. 36' Telefon 7 |IOfel BrISfOl, Restaurant Inh.: Emil Stein, früh. Bad Althefcle - 1ET3 Hans 1. Banges, Flies. Kalt- und Warmwasser. Zentralheizung. Is tu FeebfU Mttwt. Hiia lm Baaw. 1ü 47. Botel „Bnchberger“ SS. Peter. 810 m tt.d.M Telefon: Spindelmühle tf 8onnlgerahlge staubfreie Lage Jeder Borniert Botel Schreiber Bekannt behagliches Hans, lfoderner Komfort. Buchendes Wasser: Bäder usw.Woehenpausch. in kL Bedien, und allen Abgaben Kc. 900.—. Tel. 10. i / i v 1: „Panorama“1 Herrliehe Lage, prachtvolle Aussicht anfs Gebirge. Flies. Warmwasser. Zentralheizung. Fr. Polansfcy, TeL Spindelmühle 63. i Bequeme billige Aütoverbindung zwischen Breelnu «a. Splwdlermilhle ln SV. Stunden Auskunft erteilt der Verlag.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.