Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-08-31 · 12 (31.8.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
12 (31.8.1934)
Date
1934-08-31
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3970005-7569528-7569734--2035-3971898
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Nr. 12 wir. Du stellst unser« Sünden vor Dich bin, unser heimliches Tun vor das Acht Deines Antlitzes. Denn alle unsere Tage schwinden bei Deinem Grell/ wir verbringen unsere Jahre wie einen Hauch. Die Tage unsres Lebens sind siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig Jahr«, und ihr Stolz ist! Mühsal und Nichtigkeit,' .denn rasch enteiltes und wir fliegen dahin. Wer kennt die Macht Deines Zorns! und Deinen Grell gclnäß der Furcht vor Dir? ilnsere Tage zählen, das sehr' un^ recht erkennen, daß wir ein weises Swr; gewinnen. i Kehre wieder. Ewiger — wie lange eb Deiner Knechte. Sättige uns am Morgue wir jubeln und froh seien alle unsere Tage. Du uns gebeugt, so viele Jahre wir Leid Deinen Knechten Drsn Tun und Deine Her« Die Huld des Herrn unsres Gottes unserer Hände, festige uns, ja das Werk un noch? — und bedenke Dich n mit Deiner Gnade, dah Erfreue uns, so viele Tage gesehen. Sichtbar werde lichkeit über ihren Kindern, walte über uns, das Werk erer Hände festige es. Professor Ismar 4k1bogen 60 Fohre fior fi? ui a r & 1 b d a le n beacht am h. Ser>- aiinerordentlirbes Aufsehen erreaenie Allsfübrt Professor ü hi a c E 1 bog!e n begeht am^I. Sep- ^tembev seinen e>0. Geburtstag, . 5>ie wissenschaftliche Welt wird tiefen Tag mit freudiger' Anteilnahme begrüßen, denn Elbogen ist eine Persönlichkeit von ungewöhnlicher Bedeutung. Ein Gelehrter von universalem Wissen, esn Forscher von überragender Jdeenfülle und tiefschürfendem Geist, iein feinsimiiger Kritiker vpn klarster Gedanklichkeit und nie versagendem Fingerspitzengefühl, ein Mann von unerm(üdlichem Fleiß und erstaünlicher Arbeitskraft, hat er sich nicht damit begnügt, die &Dclt von seiner Studierstube alls;u beeinflussen und mit Wissen zu bereichern, vielinühr hat er init prachtvoller. Tatkraft und vollendeter Aufgeschlossenheit für die Anforderungen des wogenden ulid rballenden Alltagsgeschehens fest ins volle Menschenleben hineingegriffen: in der Verwaltung zahlreicher wissenschaftlicher Organisationen hat er wichtige Aemter uild bestimmende Geltung, und der Obsorge für die seelische und geistigb Bildung der künftigen Generation hat allezeit seine Aufmerksamkeit gegolten, welche sich besonders auch auf dfe Jugendliteratur erstreckt. Mit. seinent Wirken an der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums ' hat er ^inen großen Teil ter jüngeren Rabbinergeneration entscheidend geprägt. Jsntar Elbogen wurde gsboreu an» l. September 1874 in Schildberg in sPosen, damals eine deutsche Stadt. Er entstammte einer alten Rabbiner- und Gelehrtenfamilie. Sein Vater starb früh und noch als Kind kain Jsmar Elbogen nach Breslau, wo er das Gymnasium besuchte und das ÄbiturientemExamen ablegte. ^1845—1844 studierte "er am Jüdisch-Theologischen «Seminar und an der Universität in Breslau, 1348 promovierte er. Rach De- . endigüng seiner Studien wurde er als Dozent an 'das eollegio rabbinieo in Floren; berufen, 1403 erhielt er einen Lehrstuhl an der Lehranstalt für die Wissenschaftdes Judentums in V e r l i n. 1414 wurde er Professor, 1922—25 hielt er als Gastprofessor Vorlesungen am Jewish Institute of Religion in R e w P o r k. Er ist in der Haupsache Historiker, aber darüber hinaus Autorität in den biblischen, talmudischen und den für seine Arbeiten in Frage kommen den philologischen Fächern. Lt einer großen Fahl von Werken sind die Ergebnisse seiner^»>rschungen niedergescgt. ' neueste^ronstruktion der jüdischen gerichtet gegetl Halevis Dorot mit dem Rofin-Preis gekrönte Gebets" (Vreslau 1903), „Hebräisch-italienisches Glossar philosophischer Ausdrücke" (Verl anscbauung der Pharisäer" (Perl und Pousset widersprach, welche Wir nennen davon: „Die Geschichte" (Vreslau 1402), ha-Rischonim, weiter die „Geschichte des Achtzehnn 1403), „Die Religionsn 1404), worin er Harnack damals über diese Materie auherordeittlichcs Aüfseheit erregende Ausführungen ge macht hatten, „Studien zur Geschicht«! des jüdischen Gottes^ dienstes" (Berlin 1407), „Der jüdische geschichtlichen Entwicklung" (Berlin setzung 1424) — sein größtes Wer! Hauptvcrdienst in der Erforschung des Gottesdienst in seiner 1(913, hebräische Aeber- , wie überhaupt sein Werdens der jüdischen Liturgie liegt —, ^.Gottesdienst und Synagogale Poesie"- (Frankfurt a. M. s414), „Geschiche der'Juden seit dem Untergänge des jüdischen Staats" i i Teubirers Aus Ratur und Geisteswelt, <(1414, 2. Aufl. 1420, schwedisch 1423, englisch 1925), „Gestalten und Momente aus der jüdischen Geschichte" (1927»| Außerdem ist Professor Elbogen Mitarbeiter an mehreren monumentalen Sammelwerken zur jüdischen Wissenschaft^ so an! der Jewish Enc sclopädie, sowie an der Encyclopäd^a Judaica, wo er als stellvertretender Chefredakteur der dcutscheit Ausgabe w rkt. Ferner ist er Mitarbeiter an j denr fsmfbändigen We tumö". Weiter ist er k „Lehren des Judenu. a. auch Mitrei'aktcur der „Jubiläums-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.