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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-08-31 · 12 (31.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
12 (31.8.1934)
Date
1934-08-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Breslauer MW«' . AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschrtftleil^r: Manfred Nosenfelb, D Druck und 31 ji - Breslau ^erlag: Hellmuth und Erich J Th. Schatzkg Sch atz kg, Breslau, Neue Sraupenstraße 7 1 Neue Srarrpensttia AnzeigenpreijS: Die 8 gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Raum 11 Pfennige ...‘.-. Erscheinungstermin vierzehntäglg Fllr die unter dem Namen! de» Verfasser« erscheinenden Artikel und die DereinSnachrichten Ubern zeigen-Ännahme: Druckerei tlen-Sesellschaft, Breslau 5,;e 7 Telefon 24468 u. 24469 — Bei laufenden Aufträgen Rabatt hmen wir nur hie pressegesetzliche Derantwottung 11. Jahrgang; 31. August 1934! Nummer 12 - Mujahr 5695 llnmcrtlid), auf Uifeit Sohlen koihmt das neue Jahr hcran^ Nichts unters Heidet die zwei , Augenblicke, von denen dereine dem alten, der andere dem neuen Jahre angehört, und ihre Avfolge von tauscjnd anderen. Aber unser Empfinden hebt die Zeitenwende aus dem gleichförmigen Einerlei heraus und gibt ihr has Gepräge. Wer nicht gedankenlos in den Hqg hincinlcbt, den reißt ein solcher Augenblick aus aller Verworrenheit zu Sammlung und Selbstbesinnung. Das ganze Jahr über kommen die meisten yicht zu sich selbst^ weil sie in dein Aufwand von Zeit ut»d Kraft für .fcj jptclcs andere für' > sich selbst keine Zeit z»> haben glauben-!! Darum ist cs wie Vefreiung, wenn wir ans selbst rmd die Welt, in der wir leben, überdenken unk zu erkennen srjchen, in die -Ferne - blicken, in der Nähe schen, daß nicht jvon uirs das harte Urteil gelte, daß wir im ganzen Lcbejn blind seien. Erinncrung und Hoff»»u»ig erfüllen solche >Stundc. Aber Erimrerung imd Hoff»»»»ng nur! auf das Schicksal, das Ergehen zu bezief en, ist heidnisch; es gibt auch in unserer Zeit reichlich viel Heidentum, Jüdisch-religiöse Auffassung stellt in disn Mittelpunkt die andere, größere Frage, wie wir den gingen und unselbst, dem Sinn unsres Lebens, gerecht geworden sind,) und wie wir ihm in Zukunft gerecht werden. Wer alles^ Glück und Unglück, nur vom Schicksal erchartet, der erfährt oder erleidet das Leben, aber er erlebt )es nicht. Wcmf wir in den erste»» Tagen des neuen Jahres immer wieder um Leben beten, so ist es nicht sowohl die Sehnsucht nach langer Dauer des Lebens und nicht das Verlangen, das Leben genießend auszukostcn. Nicht iiusgekostetes, sondern sinnvoll erfülltes Leben ist begehrenswert. „Ein unnütz Leben ist Dar, aber ist in unserer Hand, und der tiefste Sinn dieses Gchcts ist die Bitte! um die Erkenntnis und die Fähigkeit, dal. Leben sinnvoll zu gestalten. So wird Erinnerung zum Gericht und Hoffnung zur Aufgabe: wählen". tiefen Lebensefnst und die rechte hängig von alle»)»» 3n| "'s das Beharrende u wie das Iudcntp, deutung, daß wir < Gottes bekennen, Geschenk, das »h als die Aufgabe,! unsres Lebens in. Geschehen und weist auf ewige'Werte des Lebens. 3n| «klleu Irrungen und Wirrungen, in allen Wandlungen »mf ans und iy lins suchen und finden wir ld Beständige in dem Gottesbcwußtscin, « cs geprägt hat. Es äst von tiefster Dceradc anl Ncujahrstage die Weltherrschaft >as Gottcsreich auf Erden, nicht als ein Geschenk, das chir aus Gottes Hand erhoffen, sondern als die Aufgabe^ ui deren Lösung mitzuschaffcn der Sinn Die Persönlichkeit vollendet sich in der Gcmcinschast^ Ä>as Bild dieser Gemeinschaft, in der jedes Menschenkind ohne Rücksicht auf Abstammung, Natioilalität und Glauben sich selbst »m^d die anderen als .Kinder und als Diener Gottes ^icht, in der Wahrheit mid Gerechtigkeit^ Nächstenliebe und Frieden'herrschen, zeigen uns die Gebete des Festes. W^s in der Gegenwart ein schöner Traum sein »nag, zur Wirklichkeit zu mache», die inlincr von neuen» geschaffen werde)»» »n»iß, tritt uns als Aufgabe entgegen. 2lm solcher Ikccn willen, die aus Dem Gottcsgedankcn des IudelltunlS!heraüswacbsen, haben unsere Väter, gelitten, für solche Ideale kämpfen wir. Wir deutschen Juden gehen in das neue Jahr ohne Illusionen u)»d phau-- tastischc Hoffnungc»», aber »pwcrzagt u»»d zuversichtlich, mit lmzerstörbarcr Widcrstaildskraft und de»»» feste»» Glauben an die crvigc Wahrheit und ihre einstige Verwirklichung. I y . Hermann Dogclstei»»'. „du sollst das Leben Das gibt zugleich Freudigkeit am Leben, u»acht in hojhcm Grade unab- Äuü dem ju-ifchen Schrifttum I der YS. Psalm Gebet pon Mose, -em Gottesmanne - Herr, Heimat »ist Du uns gewesen von Geschlecht p» Geschlecht. Ehe Berge gcborct wurden und Erde und Welt gezeugt, und von Ewigkeit zu Ewigkeit bist Du, Gott. Du lügt den Menschen wieder zu Stand werden ji nl> sprichst: Kehrt heim, ihr Menschenkinder. ' Denn tausend Jahre sind i r Deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er dahingegangcn, uni. :inc Wache in der Aacht. Du strömst sic hiniveg — Schlaf sind fiel Am Morgen wie Gras, das cmporspricht. Am Morgen blicht und spricht es, am Abend wird cs.gcmäht und welkt. Denn ivir vergehe»» itz Deinem Zorn, und in Deinem Grimm erschrecken 75103142

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