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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-07-30 · 10 (30.7.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
10 (30.7.1934)
Date
1934-07-30
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 Breslauer SüdischesGemeindedtatl Nr. 10 Von meinem Großvater Wie man einst heiratete Don L. Ko mpert 3. Fortsetzung. Jetzt begann er den Aufbau. Auf den vermeintlichen Ruinen des bisher Gesagten erhob sich in holdseliger Rede das neue Haus seines Beweises. „Nicht um ein Feld, das so und soviel Metzen Getreide abwirst, handelte es sich, wenn es in den Sprüchen Salomos heiße: „Sie trachte danach und kaufe es." Nein! Das sei ein ganz anderer'Acker; der Sämann,-der ihn bestelle, sei nicht das Weib und nicht der Mann, das sei die heilige- Gotteslehre, von der-es auch anderswo heiße, sie wäre der „Baum des Lebens". Diesen Acker,' so entwickelte er sinnig weiter, habe Gott in die Hut des Weibes gestellt; aus ihm ziehe sie ihre besten Frücht», nicht aber dadurch, daß sie ihn selbst bestelle, selbst pflüge und ihm Gutes angedeiheh lasse! Das (lei nicht Sache des Weibes, dafür sei der Mann da! Wenn er in der Gotteslehte ausharre, und sie ihn darin unterstütze, daß er niemals aufhört, bei Tag und bei Nacht darin zu forschen, dann könne man van ihr'sagen: ihr Sinn steht nach dem Felde und sie kaust es, dann sei die Frucht ihrer Hände der Weinberg,' j^ner herrliche Weinberg; desseti Rebenblut nicht berauscht, nämlich der Lohn in dieser und in der künftigen Welt." Er hatte noch nicht geendigt. -Das bisher Gesagte bedurfte eines lebendigen Beispiels. Die Auslegung des Salomonischen Spruches schwebte in der Luft, , wenn er ihr nicht eiste feste Stütze gab. Diese fand er in einem Geschichtchen, wie es die ltausendjährige Ueberlieferung in aller Lebendigkeit eines svahrhaften Geschehnisses ausbewahrt hat. „Die Tochter der reichen Kalba Sebua," erzählte er, „in dessen Haus« es so hoch herging, daß, wer hungrig wie ein Hund es betrat, es gesättigt wieder verließ, hatte unter den Hirten ihres Vaters einen Jüngling bemerkt, der ihren Augen wohlgefiel. Er weidete nur die Schafe, aber auf seiner Stirne leuchtete ein Abglanz höherer Begast bung, der vielleicht nur ihr erkennbar war. Eines Tages rief sie ihn zu sich. ,Zch werde dein Weib," sagte sie zu ihm, „aber nur unter einer Bedingung. Du-mußt nach Süra auf die hohe Schule und dort sieben Jahre verbleiben. Ich will deiner harren, wie es einem treuen Weibe ziemt." Da sagte er: „Ich gehe nach Sura und bleibe dort sieben Jahre," und hierauf nahm er einen Ring und steckte ihn an ihren Finger und sagte zu ihr: „Siehe, du bist mir angetraut." Er wandert« nach Sura, aber als Kalba Sebua nach einiger Zeit vernahm, seine Tochter sei die Frau seines Schäfers geworden, geriet er in heftigen Zorn und enterbt« sie;i sie aber trug ihr Leid in stolzer Ergebenheit; sie murrte nicht, denkt ihr Sinn stand „nach einem Felde, das einst ihr eigen sein sollte." Im siebenten Jahre erhielt sie von ihrem Manne einen Brief, darinhif^^s^M»in^Zei^s^tm^^ol^^^eimkehren?^^^arau^^ schrieb sie: „Bleibe noch sieben Jahre auf der Schule, ich will deiner> harren, wie es einem treuen Weibe geziemt." Und eines Tages, es mar das vierzehnte Jahr um, erfüllte zahlreiches Volk die Straßen der Stadt. Akiba, der größte Gelehrte seiner Zeit, war eingekehrt; nicht weniger als zwßlftausend Schüler bildeten fein Gefolge. Des Weges daher kbm ein Peib, das warf sich ihm weinend zfu Füßen und küßte, den Staub seiner Füße. Er aber hob sie liebrei tz auf und küßte sie vor allem Volke. Als ^hn die Schüler darob zui^Rede stellten, sagten er: „Das ist mein Weib! Und wenn sie nicht gewesen, wäre ich nicht euer Lehrer, und ihr nicht meine Schüler!"! Als Kalba Sebua! vernahm, wer fein Schwi eoersohn sei, setzte er ihn in den Kesitz aller seiner Reichtümer, und der Schäfer von ehedem ivard nun der reichste Mann im ganzen Lande.! „Soll ich leben und gesund sein," rief de:!Hausherr, nachdem der junge Rabbiner geendet, „wenn ich nicht alle Reichtümer der Welt hingebe, um von euch, mein lieber Gast,, nur ein yal in der Woche so etwas Schönes zu hören. Nur um eins ist Schade, großer Schade!" „Und das wäre?" fragte der fremde Gast, sief bewegt von der Ergriffenheit feines Äosthcrrn. „Daß ihr nic0t unser Rabbiner geworden seit! Ihr hättet dazu vielleicht besser gepaßt, als der andere, der auf sich warten läßt." Ein flüchtiges Lächeln glitt über das Angesicht des Gastes, er senkte die Augen. Als er wieder aufblickte, fielen ist auf das Mädchxn, das ihm gegenübersaß. Niemals glaubte er etwas Schöneres gesehen zu haben; ihr Antlitz (stählte und leuchtete; ihre'ganze Seele schien dort zu wohnen. Danw stand sie rasch auf. „Jetzt, Deborah!" rief Leser Kollin, „bringe leine Fische!" Noch in einer späten, sehr spätes Zeit, uni was das bedeuten will, werden nur diejenigen wissen, die den achtundachtzigjährigen Greis kannten, erzählt« der Großvater die Szene, die sich nun ereignete. Deborah trug die Schüssel, worauf die Fisch: lagen. Sie stellte sie grade vor ihren Vat'r hin; doch 'ehe dieser ncch zugreifen konnte, <1 hatte sie den Teller des jstngen Rabbiners mit eine: heftigen und dabei ' doch anmutigen Bewegung ergriffen, und darauf das größte und gewaltigste Stück, das Koofstück des in der Pfeffertunke schwimmenden i Karpfen, geschoben!! Worin die Größe dieser Tat lag? Lieber Lserl fragst, so verrätst du 'eine gefährliche Unwiffenheit gelegenheiten. Das Kopfstück des Karpfen wird gung betrachtet, womit man dem vornehmsten Ehre antut. Das ist aber in erster Linie der Haäsvater selbst; das Kopfstück ist sein Anteil, der Tribut, den man seinen Ansehen schuldet, und wenn es an einen anderen abgetreten wird, jo wird damit nur eingeräumt, daß noch ein Höherer sich am Tische befindet, hem eine gleiche Huldigung gebührt. Diese Regel wurde in - ein unverbrüchliches Gesetz gehalten. (Schluß folgt.) Wenn du so in dergleichen A»> äks eine Art Huldider Gäste am Tische „alten" Zeiten wie Bad Altheide Ha« Bellevue Bes.: Else Heppner Behaglichst.Kur-u.Erholungsaufenthalt. - Herrl. Baikonz., erstkl. Verpfleg., jed. Diät. gr. Gart.. Pauschal kuren. - Tel. 271. SaisonschluÖ-Verkau Im Hais d» schönen Kleider lerfi Cm, HÖfcktlStr.75 Hergentheiiner Kor zu lause! Mergeuttieimer Quellialz-Fastillen hergest. a. Salzen der Mergerrtheimer Karlsquelle. Hervorragende Heilerfolge bei Gallensteinen-, Zucker, Leberleiden, chron. Verstopfung etc. UtMj-Oreiprie, 1 patte (aller, 6irtMi!r. 47 G. Schutzmann BrätalfcOnafaMtr M, EdufthrMHutr. 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