Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 9 (13.7.1934)
- Date
- 1934-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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t 2 '; . ' ' , : J . i f D r c-s l a rxe-r O.ü disches Gemeindest ja kä ' ' Nr. 9 r Notleidenden füll er nicht an, auch schließlich ihn un in e i n d e ä l t e keil öder gar U lrchem Wirken te ihn vollkomm nicht in der Sl > sich selbst geehi t e n. ernannte, eberhcblichkeit, l fernzubleiben. * . [ '! ' ' en aus. Ehrenämter nahm er sein Haus behaglich bürgerlich, Luxus perschmähte er. nagogengemeinde. Sie hat Als treu« und verständnisvolle Lebenskameradin stand ihm t, indem sie ihn zum Geseit dem 30, April 1878 seine Gattin Marie geb. Roth-zur Cs war nicht Bequemlich- Seite. 56 Jahre eines innigen, von tiefer Liebe erfüllten ve ihn veranlaßte, öffent- Ehelebens waren ihm beschieden. Frau Bloch war ihrem andern jene Schlichtheit, Gatten. eine getreue Helferin auf allen Pfaden seiües i welche sich auch darin äußert, daß er seine wirtschaftlichen Erfolge Nicht auf die eigene Inte ligenz und Energie zurückfülirte, sondern sie lediglich als Cegen von öden ansah. Lichnnann Bloch war ein Freund des Aufbauwerks in Palästina. 1898 hatte er mit se ner Gattin eine Reise ins heilige Lund unternommen und seitdem hing sein Herz an dem Gedanken, das Land als jü »isches Heim neuem Leben zuzuführen. und er hat auch dieses Werk talkrkifig unterunterstützt. Mit Herzl und Wcizmann war er persönlich bekannt. Sein privates Leben war ei ifach wie seine ganze Persönlichkeit. Beruflich ganz der önigliche Kaufmann;, hielt Daseins. In den Nachrtzfen, die das Leben des mit 86 Jahren vom irdischen Schaüplatz Abberufenen würdigten, war der Ausdruck „patriarchalisch" wiederholt zu finden. Er bedeutet hier mehr als. eine leere Phrase, denn vieles an Bloch, seine Tatkraft, sein^ Bescheidenheit, seine vornehme tätige Menschlichkeit zeigen ihn uns in der Tat im Bilde eines echten Patriarchen. > So steift er vor uns, der Hingeschiedene, der ein Wohltäter war für die Zeitgenossen und ei» Vorbild bleiben wird für die jetzigen und die späteren. I mr. Mahnung zum Die Reichsvettr Au n z der deutschen Juden hat folgende Kundgebung erlassen: „In Uebereinftimmung mit der übergroßen Mehrheit der deutschen Juden und unter Zustimmung der Vertreter aller Organisationen hatte die Reich svertretung der deutschen Juden an die verschiedenen jüdist»en Gruppen die dringende Mahnung erlassen, in dieser eirnsten Zeit den polemischen Richtungskampf einzu st eilen. Die verschiedenen Gruppen hatten de m auch, ohne damit irgend etwas von ihrer Eigenart aufzmeben. bis vor kurzem diese gegenseitige Bekämpfung unterlassen. In letzter Zeit ist aber wieder bedauerlicher Streit! ausgebrochen. Die Reichs- Vertretung mutz deshalb mit tollem Nachdruck festftellen: Kundgebung der Reichsoertretung Vaterländische Gesinnung und Zuverlässigkeit und Hingabe an das deutsche Vaterland sind, ebenso wie jüdische Gesinnung und Treue gegen das Judentum, kein Sonderbesih irgendwelcher Gruppe der deutschen Judenheit. Die Anhänger keiner Gruppe des deutschen Judentunis haben es an vaterländischer Treue fehlen lassen. Keine Gruppe darf es für sich allein beanspruchen, die vaterländischen Gesamtausgaben des deutschen Judentums zu vertreten. Dieses Recht kommt der Reichsvertretung der beulscheu Juden zu. Sie weih es zu wahren und auszuübcn. Die Reichsvertretung der deutschen Juden. I . Leo Baeck. Die Mahnu n g her R, e i ch s o e r.t ne t u n g erscheint kurz vor dem Gedenktag der zweimaligen Zerstörung Jerusalems und erhält hurch dieseszeitliche Zusammentreffen besondere Eindringlichkeit und Bedeutung. Denn der 9. Aw ruft uns aufs lebhafteste in Erinnerung, wieviel )ii| jüdischem Unglück jüdische Uneinigkeit beigetragen hat. Die erste Belagerung 587—586wurde von Nebukadnezar unterbrochen, weil ein ägyptisches Entsatzheer heran nahte. In dieser kurzen Periode; der Entlastung kam es sofort zu inneren Mißhelligkeiten. Gläubiger drückten ihre Schuldner, frei gelassene Sklaven wurden in die Knechtschaft zurückgezwungen. Bei dem Angriff durch Tiius fro n. Ehr. war cs nicht einmal möglich, in Jerusalem ein einheitliches Oberkommando herzustlellen, im. Gegenteil, die einzelnen ^Parteien lieferten sich,, während draußen der römische Feind stand, in den Äraßen der heiligen Stadt blutige Kämpfe. Auch in der Gegenwart ist die Lage der Juden in allcr Welt nicht so, daß für Streitigkeiten untereinander Platz wäre. Meinungsverschiedenheiten aber müssen im- Geiste der Brüderlichkeit und des Berständigungswillen ausgetragen werden. Möge die Mahnung der Reichsvertretung auf fruchtbaren Boden fallen! Herrlfeier am Iüöifch Theologische« Seminar Am Montag, den 2. Juli, veranstaltete die Hörerschaft des jüdisch-theologischen Seminars in der Seminarsynagoge die Gedenkfeier für Theodor H e r; l, dessen Todestag sich zum dreißigsten Male jährte. - Nachdem Herr T e i ch n e x mir warmen Worten des eben dahingegangenen großen Wohltäters des Seminars Lippmann Bloch gedacht hatte, stellte er mit Freude fest, daß sich zum erstenmal d e schließlich der Nichtzionisten an teiligte. Er betonte, daß diese 'sei, wie sehr Theodor He^z in Menschen über den Parteiführer hinaus anerkannt und als einer der größten Juden der Gef hichte angesehen 'wird. Diese Geschlossenheit möge Symbol u td -Vorbild werden für die heutige deutsche Judenheit! Anschließend sang der Chor des Seminars unter gesamte Hörerschaft eineiner solchen Feier - be- Tatsache' ein Beweis dafür Bewußtsein der jüdischen Leitung von Herrn Nathan hebräische Lieder. Die beiden Reden, die Herr Hdelsdorfer in deutscher und Herr Weinberg in hebräischer Sprache hielten, hoben das Wesen und die Bedeutung des Mannes hervor, der als Bahnbrecher jüdischer Zukunft und Erneuerer jüdischen Lebens den Boden, der heule für viele Juden Zufluchts¬ und Heimstätte geworden ist, ideell erkämpft habe. Herr K o k o t r e k sang das El mole rachamim, dem sich hebräische und deutsche Rezitationen anschlossen. Vortragende waren die Herren N e u h a u s und S e i d m a n n. Die Hatikwah beschloß oie Feiey, die bei jedem der Anwesenden .einen nachhaltige»! Eindruck hinterließ. L. S—nn. n» den Breslaus a b d in e r n Xhco&ot und feine Persönlichkeit c iSnnagogcn wurde bei der Predigt von den rierzls anläßlich seines 30. Todestages gedacht wie fein Werk gewürdigt.