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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-07-13 · 9 (13.7.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
9 (13.7.1934)
Date
1934-07-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftleii^r: Manfred Rosenfeld, V Druck und Anzeigen - Annahme^ Druckerei Dreslau - Verlag: Hellmuth und Erich jj Th. Gchatzkg Aktien-Gesellschaft. Breslau S, Sch atz kg, Dreslau, Reue Graupenstraße 7 V Neue Graupenstraße 7 - Telefou 24468 u. 244 6Y Anzeigenpreis: Die 8 gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Raum 11 Pfennige —. Bei laufenden Aufträgen Rabatt IIHIMIIIIIIIIlIHHIIIIIHIlilMliniimiltlHmiHHHIIIIIIimHItllldHIHmiH Erscheinungstermin vierzehntägig •iimiimHiiiitnHiMmiiiiimHtmimHimiiiiimdHiiiHiHMiiHinmmmiiiMt Für die unter deni^Mamen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Vereinsnachrichten llbemehmen wir nur die pressegesetzliche DerantwoNung ii. Jahrgang 13. ZuU 1934 Nummer 9 Inm Gedächtnis Lippmann Vlochs „fyu nicht der Mensch eine Dienstzeit auf Erden?" heißt es im Buch Hiob. Wahrhaftes Leben ist sich seines Sinns zutiefst bewußt, es strebt sich zu erfüllen, den Gehalt, den ihm Geschick oder eigenes Wollen gab, bis zum letzten zu verströmen, sucht über sich selbst hinaus zu greifen, ringt nach Verewigung. Ein solches Leben führte auch Lippmann Bloch, durch dessen Hinscheiden wir in tiefste Trauer versetzt sind. Ein Erfolgreicher war er oder, wie unsere Väter bescheidener sagten, ein Gesegneter. Geboren am 2. Mai 1849 in Tarnowitz, trat er zunächst in das väterliche'Geschäft ein und eröffnet? dann 1877 in Breslau eine Großhandlung mit Erzen, die am 1. Januar 1878 gerichtlich eingetragen wurde. Aus bescheidenen Anfängen hat dann Lippmann Bloch seine Firma zur Weltgeltung emporgeführt. Wieviel Leistung darin steckt, wieviel Kämpfe und Widrigkeiten zu überwinden waren, bis das Unternehmen seine stolze Höhe erreicht hatte, das ist aus des Tatsache selbst leicht zu ersehen.! Und auch was es heißt, ein solches Unternehmen über alle Fährnisse und die unendlichen Schwierigkeiten, die Krieg und Nachkrieg brachten, glücklich hinübergeleitet! zu haben, ist unschwer zu ermessest. Es mag dabSi auch auf die vielen hingewiesen werden, die in diesem Riesenbetriebe, als Arbeiter und Angestellte ihr Brot gefunden haben. Die wirtschaftliche Stellung, welche Lippmann Bloch seiner Firma verschafft hat. hat gewiß auch gewichtige Bedeutung für unsere Heimat. , Aber große Unternehmungen aufgezogen haben auch andere. Darin erschöpft sich die Bedeutung des jetzt Dahingegangenen nicht annähernd. Lippmann Bloch war ein Eharakter; und vor astem: er war Mensch und Jude im Lippmann Vloch besten Sinne des Wortes. Er' hat seinen Glauben nicht nur bekannt, er hat ihn gelebt, still gelebt, ohne Prätentionen. Er war ein Jude des Herzens, chnd als solcher hat er eine weitausgreifende Wirksamkeit ftn Dienste der Nächstenliebe; entfaltet, so großzügig und umfassend wie man sie ihresgleichen nur äußerst selten findet. Es gibt schwerlich auf der weiten Erde eine wichtige jüdische Organisation, sei sie charitativer oder kultureller Art, die Lippmann Bloch «ichts zu danken hätte. Mehr als 250 Vereinen, Bereinigungen und Instituten hat er Beistand gewährt. Wir wollen davon nur das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau, die Jüdische Schule in Breslau und das hiesige Israelitisch« Krankenhaus erwähnen. Aber was diesen 250 Organisationen erwiesen wurde, ist sicherlich nur der kleinere Teil dessen, was an Menschenfreundlichkeit und Wohltaten durch Lippmann Bloch überhaupt geschah. Unzählige Einzelpersonen hat er weitgehend unterstützt, wo er Not fand, da hat er helfend eingegriffen. Viele Ge-^- schästsleute, deren Unternehmungen ins Wanken gerieten, hat er vor dem Zusammenbruch bewahrt, zahlreichen jungen Leuten hat er durch seine Unterstützungen er- ' möglicht, zu studieren. Der Witwen und Waisen, der Kranken und Hilflosen hat er sich mit größter Wärme und Tatkraft angenommen. Nie wird der ganze Umfang dieser großartigen Hilfstätigkest bekannt werden. Denn Lippmann Bloch half im stillest, er liebte es nicht,, wenn von seiner Güte viel gesprochen oder wenn gar die Oeffentlichkeit dastiit bekannt gemacht wurde. Ueberhaupt hatte Lippmann Bloch eine entschiedene Abneigung dagegen, sich vor die Oeffentlichkeit ziehen zu lassen. Seine berufliche Tätigkeit wie seine Arbeit für die 75103142

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