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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-06-15 · 7 (15.6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
7 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Nr. 7 Breslauer 6 üt> 1 kches Gemeindeblatt i ’,L 16 nebst dem Vorsteher, war ein hochgewachsener junger Mann in bestaubter Kleidung, einen hiesigen Stock in der einen, ein kleines Bündelchen in der andern Hand haltend, in die „Tasse" eingekehrt, und hatte sich bei dem erstxn Knaben, den er traf, nach der Gemeindeherberge, nach dem „Hetdisch" erkundigt, woselbst er eine nicht unbeträchtliche Zahl schon früher angekommener Gäste bereits traf, die alle für den morgigen Sabbat die Gastfreundlichkeit der Gemeinde genießen wollten. Man hieß den neuen „Gast" willkommen und bedeutete ihm sogleich, an wen er! sich zu wenden habe, um die übliche Anweisung aus Verköstigung slür heute Abend und den morgigen Tag zu erhalten. In dem jungen Rabbiner, wie man bald noch deullicher gewahren wird, lebte und webte ein Etwas, dem wir Späteren, freilich nach einer anderen Richtung hin, den Namen eines „romantischen Tics" gegeben haben. Ihm genügte die Welt der gemeinen Erscheinungen nicht; was anderen höchst begehrenswert vorkam, verschmähte er, wenn es ihm gleichshm in grober. Natürlichkeit entgegentrat. Das Spiel seiner immer regen Einbildungskraft mußte in Bewegung geraten, wenn er Behageti und Lust an der Erringung eines gewissen Zieles finden sollte: dem Flachen und Alltäglichen, mochte es mit noch so viel Reiz und Gewinn ausgestattet sein, ging er aus dem Wege. Er, der mitten unter Büchern aus einem Kinde ein starker Jüngling geworden war, der seit feinem siebenten Lebensjahre hn jenem Strome gesessen, der Talmud helßt, hatte in seinem Innern jene Frische phantastischen Sichselbstbestiynnens zu wahren gewußt, ohne die ihm das Leben schal und „abgestanden" erschien. Auch in diesem Falle war er sich treu geblieben. Er konnte feierlich eingeholt und mit Gepränge in die Gemeinde eingeführt werden, die ist ihm den künftigen Lehrer und Gottesgelehrten verehrte. Dies hätte den Ehrgeiz eines jeden anderen befriedigt: ihm genügte das nicht. Wad sollte ihm Ehre und Prunk, wenn sein Gemüt, oder sagen wir vielmehr seine Einbildungskraft, keine Nahrung erhalten hatte? Was! nützte ihm Feierlichkeit und Gepränge, die ihm so vorbereitet entgegen kamen, wenn er die Gemeinde und die Gemeinde ihn noch nicht kannte? Jener „romantische Tic" flüsterte ihm also einen Entschluß zu^ den er alsbald ins Werk setzte. Er ließ den Gemeindevorsteher und! die Aeltesten feierlich ausziehen und seiner harren, und zog indessen, einen Stock in der Hand, wie einer jener fahrenden „Gäste" die staubige,Heerstraße. Er wollte seine Gemeinde „inkognito" kennen und^ beurteilen lernen. 2sts er so aus der!Herberge heraustrat, und durch die Gasse ein-' herschritt, spielte ein seines, sinnendes Lächeln um seine.Lippen. Er sah wohl, wie ihm, ders hochgewachsenen jungen Gestalt, so manches verwunderte Auge nüchblickte, das den Begriff eines hungrigen ^„Schnorrers" mit' (einjtn Zügen und seinem ganzen Wesen jn keine rechte Derbindung bringen konnte. Das aber war es ja, was er suchte und worauf sein Sinn stand. Der Gemeindeoerwalter, dessen Haus er alsbald gefunden halte, empfing ihn mit mürrischem Grinste. Er war ein gewaltig beleibter n in der Hitze des Tages die Last seiweil er zugleich ein Amt auszuüben Mann, dieser Joel Tagleicht, de nes Körpers doppelt schwer fies hatte. ,Lhr kommt zu.spät, Gast ins Augezu fassen. „Die Gästis euch alle? weggegessen. Es ist und die wird euch keinen guten - „Ueberall ist der Sabbat meinde ist," sagte der junge R " herrschte er ihm zu> ohne, ihn recht die vor euch gekomnien sind, haben nur eine „Plett" (Dille.t) noch übrig, Sabbat verschossen." zut, wo man in einer frommen Geabbiner mit jener ruhigen Milde, der gegenüber selbst der galligste Mißmut seine Wassen' verliert. V. * Der Gemeindeverwalter I Nickte schärfer uach dem Gaste; es^ mochte auch ihn ein Gefühl überkommen haben, das von seiner gewöhnlichen Geringschätzung sosch fahrender Bettler ziemlich fern ab lag. \ ' ,Zch meine es gut mit euch, Gast," sagte er etwas^aus der Faf- ' jung gebracht. „Die „Plett", die ihr da in der Hand haltet, führt eiich zu Leuten, da sind acht Kinder. im Hause und Leser Kollin ist ein armer Mann, der weiß oft an.manchem Freilag nicht, womit er Sabbat machen soll. Wollt ihr nicht lieber bei nur essen?" (Fortsetzung felgt.) Der Bund der jüüischen Erwerbslosen, Breslau Geschäftsstelle: Nikolaistraße 22 , hielt am Sonnabend abend, den 12. Mai, im Etablissement Beihosf, Matthiasplan 1, einen Ehrenabend für seinen ersten Borsitzenden Siegbert Cohn verbunden mit der Weihe eines v>on Frau Clara Hausdorp mühevoll 'und kunstreich angefertigten und dem Bundfreundlich) gestifteten Tischbanners ab. In seiner Begrüßungsrede würdigte der zweite Vorsitzende, Julius Jaschkowitz. die soziale Tätigkeit des Bundes und die mühevolle Arbeit des Bundesleiters. Die Festansprache hielt Leopold Centawer, er sprach im -Namen der Mitglieder dem ersten Vorsitzenden' Dank und Anerkennung für seine hervorragenden Leistungen aus. Weitere Ansprachen hielten die Bor- ' ' standsmitglieder Frau Gertrud, Rothholz und Herr Siegmund Müller, welcher auch die Bannerweihevornahm. Frau Fannn Centawer, überreichte im Namen der Nsitglieder dem ersten Borsijzendert'aus Dankbarkeit und' Verehrung und zum Zeichen der^ Verbundenheit «in Ehrengeschenk. Oberkantor Wartenberger und Fraulein Lotte < Glaser „ verschönten die würdig verlaufene Feier durch Gesangsvorträge, Heinz Cohn erfreute durch Darbietstngen aus dem Cella. FNlu Wolf- Soberski «W den Solisten eine getreue Begleiterin am Flügel. Der . Dundesvorisitzende dankte-zum Schluß bewegt sür die ihm zuteil ge-'- ^-wordene Ehrung .und gelobta, wie bisher so auch weiterhin nach bestem Können für di? soziales Ziel« der von'ihm geführten Organi sation zu wirken. Qfwii4lvU4lMt't w tinm* «ww ■jUf mit dem bekannt erstklassigen Gebäck T Bestellungen erbeten KaIser-Wllhelm-8trs8e I£ / Schweidnltzer Straße W nnter Telefon 39 44V46 rranklsdie Weinstuben Früher Häring - Inh : Ideal Barwitz v „ Messergasse -8 Der gemütliche Betrieb < Caie fahrld Zwlngerpl Caie KOnld Gartenstra Itz 2 de,40 Sdinell & Co. früher Reich Gartenatrafie 49 preiswerter Mittagstisch besonderer Art. rA? Konditorei — Caie X X Restaurant „Matthlaspark“ Bet hoff, Matthlaspl. 1. 8aal, Vereinszimmer, Garten. Eig. Konditorei. TeLtslIS. Lieferg.tr.llaus. f } Llttaner s Weinstut und TVeingroObandluog Ria 1 >en : bo Restaurant Hornhauser ßchweldnltz. Stadtgraben 0 1 Etage Bebagl.GeeelUchaftsräume Konditorei Seelid Karls platz 8 Kalser-WUbelm-StraBe 78 Rotel - Caie Rom Verein »Immer! Bischofstraße, Ecke Albrechtstrapd Inhaber: Rosenfe|d Restaurant Sdiwari «Di« ^üchc der Kern Rchwbi^nitzcr Stadtgraben 9 Fern^pfecb-Anschlnfl Kr. 671 ie r“ 2 Rotel Adler hol Oarlenetr. 70, anweit ßchweldn. 8tr. Telefon 8M04 and M580 Moderne Zimmer, fließend.Wasser Mäßige Preise noheozouernslrooe 76 Konditorei, Cafi. Spezialität: Eis Inhaber: Fritz Jauernick Lieferung frei Hans Restaurant Sdiaal Tanentzieimra&e p Erweitert — renoviert- Behaglicher Aufenthalt Gepflegteste Küche und Getränke - i L t { i 1 - Adoll SthOoldd Inhaber: verW. Emma Schönfeld Kalser-Wllhelm-Strale #1 Bäckerei / Konditorei / Cafi Caie Sledner Die beliebte Konditorei AntonienatraBa 8 sie essen dot u. preiswert Im Restaurant X X der Lessln-Loie, Agnqs- ^V* straBe 8. - Tel. 648886. - Jahr iah. iSjL-ta. - Bthslbd Md In ikmmfct. Taneiitzlen-Thealer Vdas Kino* l für l Jeder naan

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