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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-05-30 · 6 (30.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
6 (30.5.1934)
Date
1934-05-30
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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f Nb! 6 B res l au e r I ü d l s ch e e m e i n d e b l at t 16 1 , führte auch dazu, daß Bern, Heyse zu interessieren v In dem» jetzt veröffen >ys, Mommsen für seinen Freund Paul kleine Rückwanderung in die Kleingemcinden zu beobachten, als nun irmochte. im vergangenen Jahre eine neue Abwanderungsivelle aus den Kleintlichten Briefe schreibt Bernays an Heyse gemeinden in die Großstädte eingesetzt hat, die heute noch andaucrt. F u. o.: „Hier schicke ich von Mommsen ein kleines Absagegedicht an den S t o r m, welches er Deiner Diskretion anvertraut: die Uebersendung »lögest Du als eine kleines Zeichen seiner großen Theilnahmc für Di» anschen". Die wissenschaftliche Welt uiinint jetzt, öS Jahre nachdem der Brief geschrieben wurde, von der poetischen Absage Mommsens an die Dichtkunst — das ist der Inhalt der launigen Verse — mit erhöhtem n»tcre(fe Kenntnis. Daß Bernays von Mommsen gebeten wird, das diskrete Gedichtchen an Heyse weiter;ugeben, zeigt auch das freundschaftliche Verhältnis. Heyses und Bernays zueinander. Die innige Erwiderung der Freundschaft Bernays. durch Paul Heyse gebt übrigens auch daraus hervor, daß er seine deutsche Bearbeitung von Leopardis Gedichten und Gesprächen noch im Jahre 1878 „seinem lieben Freunde Jacob Berncjys" widmet. Wie Bernays die Arbeit Mommsens mit Anteilnahme begleitete, so bat er auch das Schaffen Heyses nachhaltig beeinflußt. ,_' K. Schw. Der „Zentralvcrbanb Jüdischer Handwerker Deutschlands e. V., Sitz Berlin" hat neuerdings die von ihm hcrausgcgcbenc Zeitung „Der jüdische Handwerker" (Diko-Verlag, Berlin SW' 19) bedeutend ausgebaut und erweitert und ihr, da sie zugleich Organ des „Reicbsverbandes des Jüdischen Mittelstandes" geworden ist, eine Beilage „Der Jüdische Mittelstand" beigesügt. Vor uns liegen die Nummern vom April und Mai d. I. Die Aprilnunnner gibt im Leitartikel eine Darstellung del^ gewaltigen Aufgabe», vor welche durch die Aenderung der Lage der Juden in Deutschland der jüdische Handwerker, aber damit auch seine Presse gestellt worden ist. Diese muß Berater in allest Dingen der Wirtschaft, der Gesetzgebung und der Ausbildung, zugleich, aber auch Wegweiser zu neuen Zielen sein. Die vorliegenden Blätter werden ihrer Aufgabe in hervorragendem Maße gerecht. So interessieren dje Abhandlungen „Itnn l. Mai", „Dcrufsausbildting und llmschichtuijg", „Vorbereitung der Jugend zum Handwerk"» „Neue Möglichkeiten cher-Mittclstandskrcdite", „Zur Neuordnung des Einzelhandels", eine „Steuerecke" und die Rubrik „Existenz- und Niederlassungsmöglichkeiten"! jeden, der den Anforderungen der Zeit gerecht werden will. Aus dev Fülle der anderen Artikel erwähnen wir yocb diejenigen über Kündigungsschutz, Tarifverträge, über die neue Regelung der Annahmebercchtigung von Bedarfsdcckungsscheincn, über das neue Wechsel- und Scheckrccht uyd über Arbeitsbeschaffung, um zü zeigen, daß es sich hier auch um eine hervorragende Informationsquelle handelt. Die Zeitung wird sich bald einen bedeutsamen Platz in der Reihe der jüdischen Zeitungen erworben habe». Mus öem jüdischen Leben einer Kleingei^ein-e: Gels i. Schief. __ Die mannigfachen Derändcrungc», dis die Ereignisse des Jahres 1922 im jüdischen flehen hervorgerufen haben, treten nirgends so sichtbar in Erscheinung wie in den Kleingemeinden. Denn die KleingeMeistden.Deutschlands befinden sich schon seit Jahren in einem Krisenzustand. Kaum war die Tendenz zur Abwanderung von, Lande in die Großstadt bei den Juden zum Stillstand gekommenund im Gegenteil schon eine Die Ursachen sind in den meisten Fällen wirtschaftlicher und kultureller Natur. Aber auch,aus gesellschaftlichen Gründen verlegt heute mancher jüdischer Rentier der Kleinstgdt seinen Wohnsitz in die Grohgemeinde. So hat die hiesige Gemeinde innerhalb des letzten Jahres 25 Prozent ihrer Seelenzahl und damit auch 20 Prozent ihrer Steuerkraft eingebüßt. Aber auch im positiven Sinne hat sich hier in den letzten Monaten ein« Wandlung vollzogen: Das Interesse an jüdischen Fragen ist unter den Gemcindemitglicdern bedeutend gewachsen und kommt vor allem in einer gesteigerten Opferfreudigkeit zum Ausdruck. Mit Selbstverständlichkeit haben alle Gemejndemitglicder die Erhöhung der Gemeindcabgaben auf 25 Prozent der Einkommensteuer hingenoiiimen. Darüber hinaus sind die Chewra Kadischa und der Fraucnverein bemüht, -überall in der Gemeinde Not und Elend zu lindern. Schließlich haben auch Sammlungen für das jüdische Schulwerk in Breslau und für den Keren Hajessod hier sehr gute Erfolge erzielen können. Auch das kulturelle Leben innerhalb der Gemeinde hatsich wesentlich gehoben. Die Gottesdienste erfreuen sich, besonders an den Feiertagen, eines stärkeren Besuches als in den früheren Jahrein Ebenso bringen die Eltern dem Religionsunterricht ihrer Kinder viel mehr Beachtung entgegen als früher. Fast in jedem jüdischen Hause wird eine jüdische Zeitung gelesen. Erwähnenswert Ist auch» daß ztvei jugendliche Haufleute sich in der Landwirtschaft auf Hachscharah befinden und daß ein von Bezirksrabbincr Dr. Wahrmann, geleiteter ncuhebräischer Kursus für Erwachsene sich eines guten Besuches und reger Mitarbeit der Tcil- " nehmer erfreut. Sehr viel haben zur Hebung de > jüdisch-kulturellen Lebens in unserer Gemeinde die Gemeindeabende b< igctragcn, die dank der Initiative des Herrn Rabb. Dr. Wahrmann und der Mithilfe des Verbandes der Synagogcngcmcindcn der Provinz Niederschlcsien und. der Breslauer Zionistischen Bereinigung in diesem Winter in größerer Zahl veranstaltet werden konnten. Iin November sprach im Rahmen einer religiösen Feierstunde Herr Dozent Dr. Lcwkowitz, Breslau, über „Religion und Volk ün Judentum". Die gediegenen Ausführungen, die von Gesängen des Herr» Kantor Lachinann, Breslau, und Klaviervorträgen des Herrn Manfred Freund, Oels, umrahmt waren, haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Im Januar sprach Herr Dr. Hans Prinz, Breslau, über: „Palästina als Einwanderungsland" und zeigte im Anschluß an den bei-, fällig aufgenommenen Vortrag den Film „Tel-Awiw und die Orangenküste". Im März hielt Herr Dozent Dr. Speyer, Breslau, einen sehr lehrreichen Dortrag über das Theina „Der Ewige Jude in der Literattlr", der von Gesängen des Herrn Dr. Brieger, Oels, und Klaviervorträgen des Herrn Manfred Freund, Oels, begleitet war. Den Abschluß der Veranstaltungen dieses Winters bildete ein Dortrag von Herrn Rabbiner Dr. Siinonsohn, Breslau, über: „Palästinensische^ Reiseeindrücke" und die Aufführung des Films „Adlojada, Purim 19p4 in Tel-Awiw", zu dem Herr Dr. Hans Prinz, Breslau, die begleitenden Worte sprach. Wie stärk das Interesse für Palästina in den breiten Massen der Iudenheit vorhanden ist, zeigte die außerordentlich starke Teilnahme aus den Nachbargcmcindcn Dernstadt, Gr. Wartcnbcrg, Festenberg, Militsch, Namslau, die zu dieser Veranstaltung wie zu allen anderen Gcmcindcabendcn eingckadcn waren. Freilich gibt cs auch hier noch Abseitsstehende, die nichts gelernt und alles vergessen haben/ Aber sie find die Spreu, die der Wind ivegbläst, damit die 'Körner rein bleiben. Dr. Wahrmanu. mit dem bekannt erstklassigen Gebäck F Bestellungen erbeten Kalser-Wilhelm-8traße 12 / i8cliweidnitzer Straße 53 unter Telefon 39444G6 fränkische Weinstuben Früher Harlng Inh : Liesl TBarwitz Messergas&e 28 Der gemütliche Betrieb caie fabtid Zwingerplatz 2 caie Konid 1 GartenstraOe 4Y Schnell & Co. früher Reich Uartenstraße 4$ 1 preiswerter Mlttag»tl?*ch besonderer Art; rA, Konditorei — caie X X Restaurant „Matthiaepark“ “Cr* Beihoff, MatthUspl. r. Saal, Vereinszimmer, Garten. Eig. Konditorei. Tel.44113. Lteferg.tr. llaus. Oasttiane der naase-Quelle . Kalser-Wilbetm-Straöe 15 Ecke Sadowastraße Leitung: Georg Kamlnski Llttauer’s Weinstuben and Weing|roQhandlung > Ring &i> Restaurant Kornhauser 8chweidnltz. Stadtgraben 9 1. Etage Bebagl.Gesellscbiaftsraume Konditorei Seelid Karlsplatz 3 Kai8er-Wtlhelm-8traße 78 Rotel - Caie Rom Vereinszimmer Bischofstraße, Ecke Albrechtstraße Inhaber: Roseufeid Resfanra „Die Kü SchweidnÜ Fernsprech nt Schwarz che der Kenner“ :er Stadtgraben 9 •Anschluß N*rö7162 Rotel Adlerhol Gartenstr. 79, unweit fichtveidn. Str. Telefon 306 94 und 346 SW Moderne Zimmer, fließeitd. Wasser Mäßige Preise Rohenzollern Straße 7 6 Konditorei, Caf6. Spezialität: Eia Inhaber: Fritz Jauernick Lieferung frei Haus Restaurant Schaal Tanentzienstraße 12 Erweitert — renoviert Behaglicher Aufenthalt Gepflegteste Küche und Getränke > 'i Adoll Schönleid Inhaber: verw. Emma Schönfeld Kaiser-Wilhelm-Straße 02 Bäckerei / Konditorei / Caf6 Caie Sledner Die beliebte Konditorei Antonien straüe 8 Sie essen dot i/\> u. preiswert lm Restaurant X X der L*sainf-Log«, Agnesv ' Straße 6. - Tel. 548 866. - Unter Ms. 4. Sji.-C». - Ktbftisd ssdi In MmmmI. TanentzleH-Iheater * das Kino für ( Jedermann \

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