Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-05-30 · 6 (30.5.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
6 (30.5.1934)
Date
1934-05-30
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3970005-7569528-7569727--1951-3971820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

14 Breslauer Jüdisches G« m e i n d e bl a t t >Nr. 6 Sucher und Zeitschriften Vlätchr -es Iü-if«i»en Zrauenbun-es für Krauenarbeit UNj rauenbewegüng Georg Hermann: Eine Feit stirbt Berlin. Jüdisch« Buck-Vereinigung. 374 S. Es war ein äußerst glücklicher Gedanke der Iübiscken Duckvereigigung, gerade tuif~.inenr Bucke von GeorgHerinann ihre Arbeit zu beginnen. Denn kein anderer Dichter hat durch so viele Jahrzehnte die verwandten Töne in imserer Seele so verstanden zum Erklingen zu bringen, wie gerade der Dicktcr von Kettchen Gebert. In allen seinen Bischer» klingt die ganze Problematik unseres jüdischen Leins in Deutschland auf. Wir kennen schon die lictzg «wordenen Gestalten, die sick durch die Romane seines letzten Lckassens'zichen. Es sind alles jene Menschen .der vergangene» Epockc mit ihrer tiefen Verwurzelung im Bürgertuni und - in. den .Ktiltj.irwertcn, die nun anderen Bildungen Platz machen niüjsen. . Wenn Georg Hermann diesen Roman bewußt „Eine Zeit!l i r b t" nennt,-so deutet er sckon im a.itcl symbolischg'o mancherlei an. Das Buch spielt im Jahre 1923, in den letzten Tagen der Inflation, als der Hcrcnsabbath der sich überstürzenden Dollarkurse gerade der Rentcninark zu wcickcn begingt. In diesem Strudel versinkt da» Dasein der alten Bürgerkreise, es versinken auch die Schicksale so vieler Menschen, fjir»d!c Paul Gumpcrt und seine Freundin ein Symbol bilden. Sie treten von dieser Bühne ab, weil sic sick dem Tcmpo der neuen Zeit nicht anzu^assen vcrtnögen. Es stirbr>iuck in der Fülle ihrer Jugend die Frau von Fritz Eisner, die ihm für HrfA Reihe von Jahren, ihm, dem schon Alternden, noch einige glücklicW^AMftundcn und neues Schaffen beschert halte. Dieser Fritz'Eisner ijvUei'n anderer als Georg Hermann selbst, dieser Schriftsteller, ja nock mehr als dieses, dieser Dichter, der Menschen zum Kleben zuerwecken versteht, Id ie der jungen Generation von heute schon kaum noch etwas sagen können. Das Buch ist von einer unendlichen Kultur der Sprache erfüllt, jedes'-Wort fein.ziseliert, wie alle gute Handwerksarbeit. Es sind jüdische Menschen, von denen cs,handelt, gewiß jüdische Menschen, die von ihrem Judentum wenig inehr wußten, und für die ihr Glaube oft.erst durckbrickt, wenn sie eine» lieben Menschen zum letzten Gange begleiten. Als Symbol dieses Judentums, das in unseren Tagen einem aktiverem weickt, mögen die folgenden Worte aus dies«» tief zu Herzen greifenden Buche gesetzt sein: „And dann.tritt Doktor Spanier vor und sagt Worte, von denen, die meisten hier nicht einmal ahnen, welcher Spräche sie angchören, und deren Sinn Doktor Spanier sicher auck nickt kennt. Die ihm aber,von früh an-im Gedächtnis geblieben sind. And wie er da steht mit seinen fast weißen flatternden Haaren auf dem Sckadel mit der braunen Haut und den großen dunklen flackernden Augeii, da ist er gcna.u so uralt wie diese Worte selbst, die älter als das Alte Teiianienr sind. Da haben seine..Augen, tvenji je, den unergründlichen Blick des alten Ephraim Dmius, Arzt und Kabbalist und Jude, der sein -Vorfahr gewesen sein soll und den Rembrand* radierte, an der Treppe stehend. „Iisgaddal, wejiskaddasch", das Kaddisch, das Tvlengcbek." - - - CT' Karmi Mache Erzieh! Puppest der N< Jahr des Kultur)! Düchei Biko M t! Die im zehnten! Jahrgänge erscheinende, von Fräulein Hannah iski-Bcrlin verantwortlich geleitete Monatsschrift bringt in ihrem t u. a. folgende Beiträge: Prof. Dr. L. F. Meyer: Ucber die mg des jüdischen Kindes; Dr. Margot Rieh: Edith Samuels n (mit. Illustrationen); Dr. Martin Wertheimer: Unsere Sorge: chwuchs; Hannah Karminski: Zur Isenburger Statistik für das 933; Dr. Hilde Ottenheimcr: Aus dem jüdisch-kulturellen Leben kelalters. Ferizcr Berichte über die Bundcsarbeit, diejenige des undes deutscher Juden und anderer Organisationen, sowie dcsprechungcn. Bestellungen niinmt jede Postanstalt und der erlag, Berlin SW. 19, Kurstraße 20/21, entgegen. - Bernoys, Mommsen und Heyse Die Preußische Akademie der Wissenschaften veröffentlicht in den Sitzungsberichte» der Philosophisch-Historischen Klasse einen von Michael Fraentel, Brcslaw, neu aufgcfundcncn Brief von I a c c b B e r n a y s' an Paul H e y'f e, den Professor Eduard N v r q c n der Akademie i» der Sitzung vom 11. Panuar 1934 vorlegte. Michael Fracnkel hat Ende 1932 den Bricfivcchscl von Jacob Bernafts herausgegcben (Michael Fracnkel: Jacob Bcrnays, ein Lebensbild ir Briefen, Breslciu 1932), der u. a. die erste Veröffentlichung voi, Briefe r Theodor M o m m s e n S enthielt und auch in diesen Blättc ii gewürdigt wurde. Das Erscheinen dieses Buches wurde von ' weiter wissenschaftlichen Kreisen des In- und Wislandcs mit dankbarer Anerk« nnung begrüßt, die erkennen lieh, wie hoch ckas Wirken und die Persör lichkeit des berühmten Philologen Bcrnays auch von der Nachwelt gcjchäl f wird. ' Den weiteren Forschungen Fracnkels über Bcrnays ist cs nunmehr dmch Zufall gelungetz, aus dem Paul H e y f c - 21 r ch i v der Bayerischen Staatsbibliothek in München den erwähnten Brief aus dem Jahre 1855 aufzufinden) dem ein unbekanntes Gedickt Theodor Monnnscns beilag, Theodor M o.tn m s e n kain 1354 von Zürich als Ordinarius für römisches Recht (nicht für Geschichte) nach Breslau. Hierhin war soeben auch Jacob Bcrnays gegangen, der als Privatdozcnt an der Universität Bonn gewirkt und Ende 1853 den Ruf Zacharias Frankels auf den Lehrstuhl für klassische Altertumskunde an'dem neu zu errichtcndeii I ü d i s ch - T h e o l o g i s ch e n S e m i n a v i n Breslau erhalten hatte. Bcrnays lehrte zugleich als Privatdozcnt an der Breslauer!l n i v < r s i t ä t, u'o er zu de» angesehensten Mitgliedern seiner Fakultät» gehörte. Zwischen Mommsen unh- Bcrnays entstanden bald enge freundschaftliche Beziehungen, di« über alle räumliche» Trennungen bimveg — Mommsen ging später als Professor für alte Geschickte nach Berlin, Bcrnays* als Direktor-der Ilniversitäts-Bihliothek und Professor nach seiner alten Wirkyngsstütre Bonn — lebendig blieben. Bcrnays war der einzige, der chas Mommsensche Standardwerk -der römischen Geschichte geleiten durfte. Er tat es mit selbstloser Anteilnahme, gab Ratschläge und Verbesserungen und übernahm die Korrekturen. Mommsen hat diese Hilfe^ dankbar anerkannt. Dieses'freundschaftliche Verhältnis Richard Standfuss, Breslau I Inhaber: Leo Böhm Gegründet 1845 KlipferSChmiedeStr. 39 Telefon 26654 Größtes und ältestes Eisenwären- und Werkzeugspezialgeschäft Möbelbeschläge, Reformküchen - Einrichtungen iissdiränke - Kühlschränke (auch Gelegenheitskäufe) Bedarfsartikel für den Hausbesitz Gartengeräte aller Art- Arthur Lomnitz, Gartenstr. 22 -1- ■ Lewaldsche Wk Kuranstalt H Bad Obemigkbai Breslau Sanatbrium für Nerven- und Innerlich Kranke sowie Rekonvaleszenten Leitender Arzt: Prof. Dr. Berliner. Fadrarrl t Psrthiatri. u. NamakraakkeH. Müßige Pauschalsölze Toi. Obernigk 301 Basd. notzholzbandloag Bel Jeglichem Bedarf an Holz denken Sie nur an Ferdinand Sachs Krouzbwrgor Str 37. Tel. 45590. Wanzen E Men beseitigt samt der Brut endgültig für immer H. Junk KameierjSgerei Breslau 21, Schwerinatr. 45/47 Tal. 82624 Ich gehe Ihnen schriftliche daran!le für restlosen Erfolg. Ausführung an Jedem Ort ohne Preiserhöhung und Versand nur selbsterprobter radikal wirkender Prf parate. Drlevi Jodbad Tölz Zur Reisezeit Moritz Wallbach Reuschestr. 46 Ruf 54186 Georg Eckstein, Breslau 6 Friedrich-Wilhelm-Straße 24 Fernsprecher: 23044, 45, 46, 544 66 lliamillHIIIIIINIIIIIIIIIIIIIUIIHIHUIIlIHHIINIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIimitlllMIHIlIHHHeNIIMU Möbelspedition Ubersee-Transporte Fährbetrieb Lagerei Reisebüro: Beschaffung von Eisenbahnfahrkarten und Schiffskarten zu amtlichen Preisen \ DZaumann " öevmania j£rilfe@i ^Taunj^pn' -sqpsse— Alles auf panz bequeme Teilzahlung bei: Alfred Sdriesinger, Schmiedebrücke 13 Eigene Reparatur - War kstatt Qetegefihe11aka uf In Vorführungimaschinen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.