Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 6 (30.5.1934)
- Date
- 1934-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Nr. 6 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt fall empfangen wurde, nicht etwa vom Publikum, dem die ganze Größe dieses Meisters erst später zum Bewußtsein kam, sondern von den Orchestermitgliedern selbst! Bezeichnend für diesen Orchrsterbildner, der ehemalige Akademiker- und Kaufleute mit Berufsmunkern zu. einexn einheitlichen Klangkörper zusammenschweißen mußte, sind die dem Breslauer Programmheft zum Figaro-Gastspiel beiqesteuerlen Worte Joseph Rosenskocks: „Soviel ich auch in Ländern und Städten musiziert habe, dieses Gastspiel der Oper des Kulturbundes mit seinem Orchester und Ensemble, dgs ich selbst heranbildrn durste, gehört zu meinen schönsten künstlerischen Erlebnissen." Wenn nunmchr am 18. Juni im großen Konzerthaussaal dank der fördernden Hilfe des .^Zulturkreises" zu Breslau das erste Sinfonie Konzert dieses Orchesters unter der Leitung von Joseph Rosenstzock stattfindet, wir wieder die so lang nicht gehörten Werke unsterblicher Meister vernehmen werden, vor allen Dingen Beethovens 7. Sinfonie, von Richard Wagner eine „Apotheose des Tanzes" genannt. Hann bedarf es heute wohl nicht mehr ermunternder oder »»erbender Warte, um den Saal mit einem dankbaren Publikum zu süllen. lind dies um so weniger, da der Ertrag des Konzertes dazu beitragen soll,, diesem „jüdischen Orchester" über die operspielfreien Moinarc hinu^gzuhelsen. Möge es unter denen, welche dazu ncch in Aer Lage sino— und das sind' viele, denn es sind gute Sitzplätze schon von 73 Psg. an zu haben! — keinen geben, welcher sich diesen hohen Kunstgenuß entgehen läßt und sich damit zugleich der g.'stelltrn sozialtulturellen Ehrcnausgabe entzieht. Zahlen aus Palästina Im 4. Viertel des Jahres 1033 betrug der Import L. P. 3 453 417 (für die gleiche Zeit im Vorjahr- 1032 L. P. 2522 134). Der Export betrug für das 4. Quartal 1033 L. P. 738 000 (für die gleiche Zeit des Vorjahres L. V. J 055 450).. Der gesteigerte Import erklärt sich durch die gciteigerke Immigration und durch die Reberführung von Warenwerten der Jminigränten. Die zurückgegangeiicn Erportzahlcn erklären sich dadureb, daß ls>32 L 425 000 Goldmünzen und 1033 nur L 184 000 Goldmünzen ausgcführl wurden. ,1m Januar 1034 wanderten 2 205 Juden, r>5 Ehrisicn, 7 Moslems und I Andersgläubiger, ein. ' Racb denk Geschlecht und Olllcr senken sieb die Ekngewanderten zusammen aus: 1015 Männer, 833 Frauen, 243 Knaben und 187 Mädchen. 285 Personen verfügten ^über L. P, 1000 und mebr. 45 Personen wurde die Einreise verweigert. . Der Landwirli'cbaftsrat der palästinensischen Arbeiter-Organisation un Förderung der jüdischen Arbeit in den Kolonien beschloß für ztvei Monate. 300 Stadtarbeite: zur Landarbeit einzubcrusdn und bei den Absolventen der Schulen ein landwirtschaftliches Arbeitsjahr anzurcgcn. Ferner hat der Rat die jTkrtt'ift* Agency aufgefordert, alle auf Eertifikate einwandcrnden Arbeitet auf eine einjährige Landarbeit zu verpflichten. Der Export der lEitrus-Frücbte kann für diese Saison als abgeschlossen gelten. Es würden 5> ■> Millionen Kisten exportiert, was, im Vergleich zum Vorjahr, eine Steigerung von I Million stiften bedeutet. * Die Bewisch-Aäcncy erreichte von der palästinensischen Regierung r die Zusage, öaß Touristen, welche um dauernde Riederlassung einkommen, ‘ künftig von der Polizei vis zum Erhalt einer Antwort unbehelligt bleiben. * Die palästinensische Oper beging ihr zehnjähriges Juhiläum. Die Opfer von Liberias. * Die Ilcbcrschwbinmung in Liberias forderte, wie jetzt feststeht, an Opfern 22 Tote und 18 Verwundete. Der verursachte Sachschaden wird auf 100 000 Pfund geschätzt. Die Dadebäuser blieben unbeschädigt. Vcnnutlich wurden die beißen Quellen Liberias' vor 1800 Jahren durch ein solches Ilnwetker verschüttet. - | 1 * Rabbiner Dr. ^reudcnthal, Rürnberg, und Rabbiner Dr. Stein, Scblveinfurt, sind aus1 ihre» Acmtcrn geschieden. * Jin Ilmscbicljt it 42 zur Zeit 42 Männer Der Monatsbeitrag 45 Mark und für ei» T ungslager in Rieders und Frauen im Alter von hcträgt für Dandwcrker 65 ädcbcn 30 Mark. cb ö n b a u s e n sind lö—32 Jahre» tätig. Mark, für Gärtner * Aus einer Aufsatzreihe „Deutsche jenseits der Grenzen" in der Frankfurter Zeitung bom 20. Mai entnimmt die E. V.-Zeitung einer Abhandlung „Deutschst»» in Süd- und Südweitofrika": „Ein weiteres geschlossenes deutsches Siedlungsgebiet von etwa 4000 Seelen liegt in der! östlichen Kapkolonic nahe Kingwillianistown. Man findet dort zehn blühende deutsch« Dörfer, deren Aussehen und Slawen (Berlin, Frankfurt, Braunschlveig, Ltutteirhcim u. a.) an die alte rscimat erinnern. Der Schutzpatron dieser Deutschen, ist der angesehene, einstimmig in den südafrikanischen Senat gewählte Senator Ginsberg, ein gebürtiger V r c s l a u< r".'Die E. V.-Zcitu»g bemerkt dazu: Senator Ginsbcrg ist Jude. Wie er betätigt sich ein Verwandter von Senator Ginsberg, Arthur O p p c n h p i m c r , aus Darmitadt, besonders stark im Interesse des Deutschtums in Olfrika; er gehörib den Vorständen des Deutschen Vereins in Kapstadt und des Deutschen Scbulvereins an. Erst im vergangenen Jahre hat Arthur OppeiZheimer diese Acmtcr nicdexgclcgt.! i Mastgeflügel mit anerkannter Rabbinats- Auslands-Schächt- Plombe Stopfgänse - knien - Pole» Hühner - fiänseleile - Gänsefett Größte Auswahl! Billigste Preise! aaflUgelgroJShandlung E. Kretschmer Volksu. Landwirtschaftsbed. GmbH. Droclail 10 K»l»«r-Wllh.-S«r. 13 oresiau UI seit 1878 . 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