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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-05-30 · 6 (30.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
6 (30.5.1934)
Date
1934-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1 Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Schrlftleltung Telefon 5421 I : Dürodir. Glaser, Breslau, Wallstr. Y o Verlag: Hellmuth und Erich! Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei jj Th. Schatzkg Tlttien-Gesellschaft, Breslau 5, - Schatzkg, Breslau, Neue Graupensttaße 7 Z Nieue Graupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 2446Y » i j ' Anzeigenpreis: Die 8gespaltene RNMmeter-Zeile oder deren Raum 11 Pfennige — Bei lausenden Aufträgen Rabatt FUr die unter dem Ramen des Verfassers erscheinenden Artikel und die DerklnSnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung ii. Ladrgang 30. Mai 1934 Nummer 6 Gin Gedenktag des deutschen Judentums ittm -SS jährigen Veftehen der Synagoge Worms! Am Z. Juni findet in Worms aus Anlatz des SOS jährigen'Bestehens der Synagoge ein Weihegottesdienststatt. Sie FeiBr gilt der ältesten b e ft-e h e n - -den Synagoge auf deutschem Boden, sie führt in die Anfänge jüdischen Lebens auf deutscher! Erde zurück^ Mainz, Worms und Speyer, die drei aus der deutschen Kaisergeschichte berühmten Städte, sind von besonderer Bedeutung für dilr Geschichte! der deutschen Juden: sie gehören neben Köln zu den^ ältesten jüdischen Gemeinden Deutschlands überhaupt. > Eine Reihe von Quellen beweisen das Bestehen jüdischer Gemeinden am Rhein schon für die Zeit der Römcrherrschaft. Reben diesen eindeutigen Dokumenten, ' 1 »beispielsweise dem in der Vatikanischen Bibliothek befind-^ „ lichen Erlaß Kaiser Konstantins für die Kölner jüdische Gemeinde aus dem Jahre 521, der sich auf einen noch früheren kaiserlichen Erlaß bezieht, bestehen in großer ' Zahl Sagen und Legenden, die diese älteste Geschichte! umranken. Die meisten dieser Sagen befassen sich mit dem Ursprung und mit dem späteren Leben der Gemeinde Worms — 25 von ihnen erzählt allein das aus dem 17. Jahrhundert stammende oft nachgedrückte Wundcrbuch des Wormser Synagogcndicncrs Huspa „Maasch — Rissim". „ Die alten Legenden wissen von Huden in Deutschland schon in biblischer Zeit zu erzählen. So wird einmal berichtet, daß nach der Eroberung Kanaans durch Hosua viele Männer des Stammes Benjamin nach Deutschland geflohen seien und pch in Worms niedergelassen haben. Diese Sage wird durch eisten legendarischen <• Briefwechsel Esras mit der Wormser Hudcngcmeindc scheinbar bestätigt. Als nämlich Esra nach dem Wiederaufbau des Tempels die Juden im Ausland aufgefordert habe, an den Wallfahrtsfestcn Jerusalem zu besuchen, hätten die Wormser Juden diese Aufforderung abgclchnt, mit der Begründung, sie hätten sich in Deutschland am Rhein ein neues Herusalem aufgcrichtct. Alle diese Nachrichten sind Dichtung und Sage. Für Worms ist die erste bestehende Urkunde die Synagoge, deren älteste Teile 1034 erbaut worden sind, eine Urkunde allerdings, dis^-besoftders eindrucksvoll ist. Denn die Wormser Synagog^ ist das einzige jüdische Gotteshaus auf deutschem Boden, das h u t e noch wie vor 9> H a b r h u n d e r t e n g o t t e s du c n st l i ch e n F w/e den g e w eiht i st. 71,»i dieselbe Feit, vielleicht wenige Hahre nach 1054 ist auch der Friedhof angelegt wördvn, der bi? zum Hahre 1911, wo ein neuer eröffnet würde, benutzt worden ist. Er'enthält vi<le Grabsteine' aus dem 11. Hahrhundert, deren Hnschriftcn zum großen Teil entziffert werden können. Dse Synagoge zerfällt in drei aneinander g g : b a s y n a baute R ü u m c:. M ä n n e r - .und Frauen |d'i die D gogc uftd R a s ch i k a p e 11 c , die zu verschiedenen Feiten erdichtet wurden. Der älteste 'Teil ist auf Kosten des kinderlosen Ehepaares Hakob ben a v i d und R a hue.l 1054 erbaute Münnersynagogc, eine zweischiffigc Halle von drei Höchen, im Grundriß ein unregelmäßiges Rechteck, mit zwei Rundpfeilern auf hsthcn quadratischen Sockeln und mit /Gewölbckonsolen an den Wänden. An Stelle der spitzbogigcn Fenster haben cijist rundbogige gesessen. Die jetzigen Fenster und vov allem die jetzigen Gewölbe entstammen einem spätere,f Umbau. H„ Richard Krautheimcrs Werk „Mittelalterliche Synagogen" (Berlin 1927) und zuletzt iif dem Buche „Aus der Geschichte der Huden im Rheinland; Hüdische ftUlt- und Kunstdcnkmälcr" (Rhein. Verein für Denkmalpflege und Hcimatschutz 1951, Heft 1, Düsseldorf 1951) finden sich ausführliche Anterfuclm^gen über djc Baugeschichte der Wormser Synagoge. Der 7tn,bau wird dort auf Grund eingehender architektonischer Studien und stilkritischcr Vergleiche mit den zeitgenössischen Rachbarbauten um 1180 angesetzt. Die hohe Qualität des Baues, seine jahrhundertealte Berühmtheit hat die-Aufmerksamkeit dbr zünftigen j^unstwissenschaft wiederholt auf ihn gelenkt und ihn längst an künstlerischer/ Wertschätzung neben die gleichzeitigen christlichen Baut«, dieser Hahrc, die in die AebergaNgszcit, zur spätromanischen Epoche fallen, gestellt. Die Ornamentik und Teile der Architektur der Synagoge sind nahe niit der Architektur des Domes, der Andreaskirche und der zerstörten Hohanniskirche in Worms, des Domes von Fritzlar und der Galluspfortc in Bpsel verwandt. « [ 1215 wurde die Fraucnsynagogc im rechten Winkel an die Münnersynagogc «„gebaut; sie hat später mehrfach Ambauten erfahren. Zwischen den Bau der Männer- und fraucnsynagogc schiebt sich zeitlich (etwa nach USO) die 75803142

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