Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 4 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3970005-7569528-7569725--1903-3971774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Breslauer .. T '4. AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU | Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei V Th. PHhatzkg Aktien-Gefellfchaft, Ereslau 5, I Neue ©ro Schriftleltung: Dütodir. Glaser, Dreslau, WaNstt. 9 Telefon 24210 - jVerlag: Hellmuth und Erich Gchatzfg, Breislau, Neue Graupenfttahe 7 Z Neue Äraupenstrahe 7 « Telefon 24468u.i24469 Anzeigenpreis: Die 8gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Raum ll Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt ......... JUr die unterem Ramen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinanachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung ii. Jahrgang _April 1934 _. S- 1 Rümmer « Sum ISS jährigen Geburtstag von Gdnard Sachs j 1 : , J AN! 16. ( I! 2Uö| Eduard Sachs, der damalige Führer und Vorsitzende der Breslauer j Gemeinde, am 16. April 1914 fein' 80. Lebensjahr vollendete, konnten Vorstand und Repräsentanz dieser Gemeinde — anläßlich einer an dicsent Tage errichteten Eduard Sachs'schcn Ehrenstiftung — keine besseren Worte zur Begründung ihres Tuns finden als Eduprd S achs Eduprd S achs die folgenden: „Am die ausgezeichnete und verdienstvolle Tätigkeit und segensreiche Wirksamkeit... des Herrn Eduard Sachs nach Gebühr zu würdigen und kommenden Ge- 1 schlechtem in dauemder Erinnerung zu bewahren". Mit diesen Worten wird die Lebensarbeit eines Mannes Umrissen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, der jüdischen Gemeinschaft seiner Vaterstadt zu dienen und ihr^auf organisatorischem und humanitärem Gebiete feste Heimstätten zu schaffen. > i , Am 16. April 1834 war er als Sohn des Kaufmanns Wolfs Sachs geboren, in dessen weitbekanntes Handelshaus April 1934. . er im' Jahre 1859 eintrat. Sein Stammbaum läßt sich mütterlicherseits bis ins 16. Jahrhundert zurückvcrfolgen . und weist eine Anzahl bekannter Namen von jüdischen' Gelehrten und Persönlichkeiten auf, die der jüdischen Wissenschaft wohl vertraut sind. Iu diesen gehören u. a. die Oberlandesrabbincr der Marken R. Ijäac, Bcnjmnin Wolf, R. Schcmaja, R. Eliescr, Aron Licpman, R. Iechiel Michael gen. Michael Chosid, R. Meschullam' Salman Mireles Fränkel — der berühmte Rabbiner von Hamburg — und die österreichische Freiherrenfamilie der Wiener von Sonnensels. Aus dieser überlieferten Erfülltheit mit ~ jüdischen Dingen und jüdischem Wesen erwuchs ihm das Gefühl für die Fragen der jüdischen Allgemeinheit und das Bedürfnis, sich nach dieser Richtung hin zu betätigen. Als er sich im Alter von 40 Jahren auf ärztlichen Rat , von feiner kaufmännischen Tätigkeit zurückziehen mußte, S»urde ihm die Möglichkeit, seinen Neigungen auf sozialem ~ Gebiete zu leben. 8m Jahre 1878 trat er in die Repräsentanz der Synagogengemeinde ein, im Jahre 1891 wurde er in - den Vorstand gewählt, dem er von 1912—1924 als Vorsitzender angehörte. Während dieser Zeit veranlaßte er den Bau des Gemeindehauses, Wallstraße 5/7, die Anlage des Coseler Friedhofes, die Erweiterung des Friedhofes Lohestraße und zahlreiche andere Neuschöpfungen und Verbesserungen. Daneben war er in fast allen irgendwie .bedeutsamen jüdischen Vereinen und Gesellschaften als ^Mitglied oder Vorsitzender tätig. Außerdem war er am 27. April 1879 in den Vorstand der Israelitischen Krankenverpflegungs- und Beerdigungsgesellschaft gewählt worden, , deren Vorsitz er seit 1895 bis zu seinem Tode führte. ’ In dieser Eigenschaft gelang es ihm, ein Werk zu schaffen, das ihn weit überdauerte und Generationen von kranken und leidenden Menschen eine Heim- und Heilungsstätte wurde. Er begann seine Tätigkeit in den Räumen des alten Fränkel'schen Hospitals auf der Antonienstraße, dessen räumliche und hygienische Mängel ihn bald zü Verbesserungen drängten. Im Jahre 1883 wurde auf sein Betreiben die hier ebenfalls untergebrachte Waisenanstalt auf die Gräbschener Straße verlegt. 1897 wurde auf Grund — seiner Initiative die Julius Schottländer'sche Stiftung des Altersheims begründet, und die dadurch auf der Antonienstr. fteigewordenen Räume wurden dem Hospital zugefügt. Aber schon 1896 war es Eduard Sachs gelungen, alle Bedenken, Schwierigkeiten und Zweifel zu zerstreuen und! den Plan eines großzügigen, für weitste Zeiten berechneten Krankenhausneubaus durchzusehen. 1901 wurde der Bau 7580314^