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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-02-01 · 2 (2.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
2 (2.1934)
Date
1934-02-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Nr. 2 Breslauer Jüdisches Geme i >Ad eblatt 13 Dr. Alfred Klee und zahlreicher iSSstc die Gedächtnisfeier für den Stifter der Anstalt, Kommerzienrat 3pn<:s Fränckel und die Entlassung der neuen Rabbiner stätt. Als Vorsitzender im Berichtsjahr gedachte Prof. Dr. 3. Heinemann des Stifters der A» lall und seines so wertvollen Vermächtnisses, wobei er die feste Versicherung abgab, bah diese Anstalt auch weiterbin trotz aller Schwierigkeiten ihre segensreiche Tätigkeit fortsetzen werde. Cr dänkte den Herren Dr. Lewin, Dr. Simonsohn, Dr. Speyer und Dr. Wahrmanrr für ihr Einspringen in die Lücke, die der Weggang von Prof. Tr.' Michael Gutnnann und Dr. 3 H. gimmels binterlassen hatte und fand berzliche Wapte des Dankes und des Vertrauens für den neuen Leminapabbiner Dk>>3sra«l Rabin, der freudig und gern seine ganze Kraft zur Verfügung stellte, dieses verantwortungsvolle Amt in heutiger schwerer Zeit zu tragen. Es c rfolgtc die Namensnennung der Bearbeiter der gestellten Preisaufgaben. Preisträger waren die Herren Dr. Finkelschcrer, Ohrcnstcin und Stc rer. Eine lobende Erwähnung fand die Arbeit des Herrn 3. Herbst. Prof. Dr. Heinemann gedachte dann der im letzten Jahre dahingeschi, dqnen Mitglieder des Seminarkreises und übergab deij Vorsitz turnusge näh an Herrn Seminarrabbiner Dr. Rabin, der sein Amt mit einem F:st,ortrag über: „Die Geschichtsauffassung der vorepilischen Propheten" ü »ernahm. . Der Pednör führte ausj d ih es in unserer wieder geschichtlich interessierten Mit notwendig sei, bcn Geist einer grohen halbtausendjährigen prophctiscben Bewegung, wie sic die vorcxilische Epoche darstellte, zu begreifen und die eigenartig^ Situation der überpolitischen, unter den, gewaltigenE Eindruck sinngcbenher Gottcserkenntnis stehenden Propbeten zri crkcnneii. 3hr ganzes Tun! habe einen Brennpunkt: Die Hinwendung zu Gott und das Wesen ihrer Gotteserkenntnis zwei Urformen: Recht und Liebe. Recht und Lied« seien die Pole göttlicher Offenbarung; die Liebe steht höher als das ku tiscbe Opfer. Wie steht der Prophet :,u Gemeinschaft, Staat und Führertum? Die Gemeinschaft ist innerhalb der Völker dazu berufen, die schöpferiscben Kräfte unter ihnen zu weckest und wachzuhaltcn. Der Staat ist für ihn als Gottesstaat Organ der Ordnung und der schöpferischen Gestaltung der göttlichen Beziehungen. 3n ihm haben alle Menschen gleiches Recht; besonders die Schwachen und Bedrängten stehen unter seinem Schuh. Führer und Herr ist nach der Auffassung des Propheten Samuel allein Gott. Dieser Prophet verwirft die Allmacht staatlicher Organe. 3m Lauf der Hahrbundertc versch ebt sich die Perspektive, obwohl die Forderung bestehen bleibt, dah de: Führer sich als im Aufträge Gottes handelnd ansehcn muh. Das S ttliche wird zuni Mah der Weltgeschichte, das Gericht ein Gottesgericht, >as über alle Völker richtet. Die Krönung dieser nunmehr universalen v crcchtigkeitsauffassung vollzieht sich in der Erfüllung des messianischen 3deals: wo die Gotteserkenntnis zum Geineingut aller Völker wird. 3m Anschluh an die Festrede sprach Dr. M. Ruhbaum im Namen der zur Entlassung kommenden Rabbiner dem Kuratorium und'der'Dozentenschaft den Dank aus und betonte, dah auch die Ungunst der Verhältnisse der jungen Rabbinergeneration den Mut nicht nehmen werbe, sich mit ganzer Kraft für das 3udentum cinzusehen. Dann nahm der Seminarrabbiner — erstmalig in seiner Amtstätigkeit — die Entlassung der Herren Dr. Bjeler, Dr. Ehrich, Dr.' Fabian, Dr. Fisch, Fried, Geld, Dr. Ruhbaum, Miller, Schlesinger und Dr. Weihmann vor, wobei er in deutscher und hebräischer Sprache an sic herzliche Worte der Mahnung und des Abschieds richtete. Die eindrucksvolle Feie war umrahmt von Gesängen des Herrn Oberkantor Cohn (Gleiwitz), den Herr Organist Schäffer am Harmonium begleitete. - . Der im Druck erschienene 3ahrcsbcricht enthält als wissenschaftliche Beilage eine Zlrbeit von Herrn Dozenten Dr. A. Lewkowih: „Die Hauptrichtungen der Pädagogik der Neuzeit in ihrer Bedeutung für die Neugestaltung des jüdischen Unterrichtswesens." Ludwig Seidmann. Zu vorstehendem Artikel-ist über die Persönlichkeit des neuen Seminarrabbiners noch Folgendes crwähnenSn'crt: Dr. Rabin ist in Proskurow (Ukraine) geboren und entstammt einer alten Rabbinerfamilie. Mit 17 3ahren erhielt er schon die Rabbinatautorisation bedeutender Gelehrter, besuchte dann das Gymnasium in Kowno, studierte in Berlin und Bern, wo er promovierte, wirkte darauf in Reufchatel, 3erusalem und leitete in Odessa die 3eschiwah gedolah. 1417 wurde er Lektor für jüdische Wissenschaften an der Universität Odessa und kam 1921 als Nachfolger Professor Branns an das Breslauer Seminar. Dr. Rabin hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er ist auf der Höbe seiner Kraft, sodah zu hoffen bleibt, dah das Seminar trotz der schweren Zeit' einen lveitcren Aufschwung nimmt. Sichern Sie sich einen* guten Platz für ein Inserat in der nächsten Nummer des „füdischcn Gemeindeblaiies“ Bitte berOckelchtlgen Sie Hel Ihrem Bedarf In nach, stehenden Artikeln mein seit dsm Jahre 1885 bestehendes, auf unbedingter Reiellitat aufgebautes Drogen- und Photohaus Abteil. I: Drogen - Haushaltartikel Parfümerien . Toiletteartikel Abteil. II: Photograpnische Apparate und Bedarfsartikel * Bekannt beste Ausführung photo- I graphischer Arbeiten, wie Entwickeln, Kopieren und Vergrößerungen. — Drogen- und Photahaus am Sonnenplatz Bruno Mptthlas, Breslau S Gartenstr. 10, gegenüber der Zlmmerstr. / Tel. 57369 Sämtliche Aufträge werden sofort! durch Boten 1« Haus gesandt. ncs bv -isp :r! Weine nur erprobte Oualltltan preiswert bei O. SÜSSOf DER NAME HÜT¬ ROSENTHAL Das Speztalhaus für billige Und gute Herrenu. 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Der Vorstand des Jüdisdien Sdiwesternbeinis L V. Haler-Arbeiten aller Art geschmackvoll ♦ preiswert ♦ dauerhaft Renovation von Wohnungen und Gesch&ftslokaten. Fassadenanstrich Siegln. COhll, Schillerstr. 10 Fernsprecher 346 48 Gegründet 1898 Die gro&e Gelegenheit füf alle Hausfrauen und Bräute! Neuanschaffungen und Ergänzungen fallen bei diesen Preisen nicht schwär! BARASCH r

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