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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1933-07-01 · 7 (7.1933) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
10 (1933)
Issue
7 (7.1933)
Date
1933-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7 Dres lauer Jüdisches Gemeindeblatt 2 MS MHRZBCH DK QUÄLT ^^-'rnvTir^M'! '..r.. da» ihm Immer noch langweilig erscheine. Bei der Erhöhung de» Dispositionsfonds wisse man nicht» wohejc»»an das Geld nehmen soll. Meyer möchte keinen unrichtigen Eindruck du kommen lassen. Der Vorstand und alte und neue Ausschüsse hätten unter Heranziehung weiter Kreise zu ehrenamtlicher Tätigkeit in den letzten Woche r ungeheure Arbeit geleistet für die Derufsumschichtung, die Beratung, j ft r produktive Fürsorge, für geistige Anregung u. a-, ohne dah die Gemeinde etatsmäßige Mittel hierzu ausgegeben habe. Allen diesen Damen und Herren gebührt unser großer Dank. Bel der Abstimmung wird der Antrag sk acobsohn in der abgeänderten Form Meyer angenommen, desgleichen dis (ierzu überreichten Richtlinien, mit Ausnahme der für die Unterstützung des Keren Hajessod. Ueber die Steuervorlage berichtet Gins (Lib). Mit den heutigen Aenderungen belaufe sich der Fehlbetrag auf rund 160 000.— Mk. Dennoch soll der Steuersatz nicht erhöbt werden, um die schwer ringenden Gemeinde- Mitglieder nicht weiter zu bslcsten, vielmehr soll der Fehlbetrag aus Stiftungsmitteln gedeckt werden. Die Steuervorlage wird hierauf ohne Aussprach« angenommen. Die Grabpflegegebühren will der Vorstand wie folgt senken: Für die 20 jährige einfache Pflege »on 200.— Mk. aus 175.— Mk. und für die dauernde Pflege von 400.— Mk. auf Z00>— Mk.- Diese Vorlage wird auf den Bericht von Herrn D a n i, l ohne Aussprache angenommen, desgleichen das Esther Lipmann-Legat mf Empfehlung von Frau Radin. Damit sind die Vorlage » der öffentlichen Sitzung erschöpft. Der Vorsitzende widmet zum Schürf, dem scheidend» Mitglied der Versammlung Herrn Rechtsanwalt I a c p! > s o h n, der nach Palästina übersiedelt, herzliche Abschiedsworte und >ankl ihm für seine jahrelange erfolgreiche Arbeit in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen, sowie für sein Wirken im Preuß. Landesverb inde herzlichst. ’3m Anschluß daran gedenkt der Vorsitzende auch des infolge Ilebersiedlung ypch Palästina ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes Herrn Dr. Schachtel, de» eifrigen Mitarbeiters im Finanz- und Gehaltsausschusse und in der Grundstücksverwaltung, und 'verliest schließlich das Abschiedsschr« den des Vorstandsmitgliedes Herrn Dr. Boß, der ebenfalls in Tel-Äwiw oerhleibt, und würdigt die Verdienste auch dieses Vorstandsmitgliedes, insbcfonjbcire für di« konservativen Interessen. Geheimrat Goldfeld schließt sich ngmens des Vorstandes den herzlichen Worten des Vorredners an und rühmt insbesondere den ausscheidenden Gcmeindcvertreter Iaeobsohn als einemMann, der immer für die Arbeit der Gemeinde zur Verfügung stand. Er wünscht ihm alles Glück für die neue Heimat im alten Lande der Väter. Iaeobsohn dankt zugleich im Namen von Dr. Schachtel und Dr. Boß filr die herzlichen Abschiedsworte und betont, daß er bei aller Schärf« seines Standpunkte» stets da» Wohl der Gemeinschaft im Auge gehabt habe. Er sei der Ansicht, dah da» deutsche Judentum fortbestehen werde, und zwar nicht als der schlechteste Iweig des gesamten Iudentums. Wenn Erez Iisroel «und Galuth sich gegenseitig befruchten, dann werden beide blühen und gedeihen. Der Vorsitzende P e i s e r dankt anläßlich der Verabschiedung dcS Etats allen Ehrenbeamten und Beamten für die hingebungsvolle Arbeit in dieser Zeit- In der Geheimen Sitzung wird anstelle von Dr. Schachtel, Dr. Meyer (23. P.) in den Vorstand gewählt, ferner wird zugestimmt der Pensionierung der Beamten Pulvermacher, Schönfeld, Ehrlich, Halle, Zydower und Pietsch. Es wir» weiter auf Antrag des Vorstandes genehmigt, daß vom l. Oktober 1922 ab!die Gehälter der Beamten je nach der Höhe, um 10—25% der jetzigen Äc üge gekürzt werden. Konzert in §er neuen Spnagoge. * Am 26. Juni hat der Dofstand der Synagogen-Gemeinde einen vielfach seitens seiner Mitglieder geäußerten Wunsch in die Tat umgesetzt und zum Besten notleidender üdischer Künstler in der Reuen Synagoge mit allerersten Kräften ein Konzert veranstaltet. Man konnte da die ersten Interpreten in Vokal, und Instrumentalmusik hören. Klangvoll waren die Namen und die Darbietungen gleichermaßen. Die Neue Synagoge wgr bis auf den letzten Platz gefüllt, und viele Hunderte konnten keinen Einlaß finden. Es zeigte sich, daß es ein außerordenllich glücklicher Gedanke! oar, die Neue Synagoge in einer solchen Zeit zu wählen. Es erwies fch aber auch dieser erste Versuch — denn als solcher ist die Veranstaltung zu werten — als über alle Erwartung hinaus gelungen, so daß der D an einer ständigen Einrichtung großer musikalischer Veranstaltungen in >er Synagoge verwirklicht werden wird. Außer dem hohen künstlerischen Niveau der Leistungen, die ja schon an anderer Stelle im einzelnen n iher gewürdigt worden sind, ist auch das tiefe musikalische Verständnis! her Zuhörer freudig zu begrüßen, und es beweist wohl der überraschend große Erfolg dieses Versuches, daß die gedachte ständige Einrichtung eine gute Zukunft hat. Sehr erfreulich ist auch das Ergebnis in materieller Hinsicht. Durch den hohen Ertrag des Konzertes ist es nämlich möglich geworden, vielen jüdischen.Künstlern, und zwar im weitesten Sinne auf allen Gebieten der Kunst Betätigten, ein« Zuwendung machen zu können. Die ständige Einrichtung solcher Veranstaltungen soll dann notleidende jüdische Künstler aller Art die erschwerte Zeit im Winter weniger empfinden lassen. Das nächste Konzert ist für di« zweite Hälft« des August in Aussicht genommen. Man darf wohl hoffen, daß der.Erfolg nach jeder Richtung hin der gleiche sein wsrd. > W. Eh. 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