Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- 6 (6.1933)
- Date
- 1933-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I 'i' Nr. 6 Dres lauer Jüdisches Gemeindeblatt ' 3 G DIEHILFE Die Jüdischen Gemeinden und die Israelitische Krankenverpflegungsanstalt Breslau empfehlen den Abschluß von Versicherungen durch die .Hilfe' che unter Aufsicht des Reichsversicherungsamtes steht.; . _ PQr einen Mdnaltbeilrag von 1— Mark schon 1000 Mark Versicherungssumme Pie Hilfe, Vertlcherunssvereln für Mitglieder der Jüdischen Gemeinden des Deutschen Deiches Generalvertretung Grete Bial, Breslau 13, Moritzsfr.24 - Sprechst. 16-17 Uhr Verlangen Sie Vertreterbesuch und Prospekte ausführen, können bei Vermehrung der Arbeit nicht nur unsere stellungslosen Gehilfen eingestellt werden, sondern vor allen Dingen Hilfsarbeiter und jAnlerncr. Dann-wird die praki ische Derufsumschichtung cinsetzcn und die wahre, große unk» geschichtliche Bedeutung unserer Organisation wird allen >enen aufgehcn, die unsereit Bestrebungen gegenüber eine ablehnende Haltung eingenommen haben. I ‘ ‘ Zentralverband Iüdis her Handwerker Deutschlands Ortsgruppe Breslau, Kronprinzenstraße 41. IlmmMIMIIMHIlUIIIIMIMmimiMIlIHHimiHIHmlHIllllMIIIII IIIMIHMIHIlHlMIMlIHHIMIHHIIMillHMHI ••IMMMMHMMMIIMIIIMMMMIHIKMIMin Wir verweisen auf unser Mitglieder-BerzeichniS Seite 11 und 12 HIHHItlMHHlilMHHHIHI IIIIIIMIIH •••■4. IHIIMHIIIIMI Konzert in der Neuen Spnagoge. ( Die Notzeit, die wir durchlebet«, stellt die Synagoge wieder in den Mittelpunkt. Im Judentum! ist die Synagoge nicht nur die Andachtsstätte, an der die Gemeinde sich zu. Gehet, Schriftvorlesung und Predigt, zu religiöser Erdedung oder Erschütterung versammelt, sondern das rnrsn rP2 das Bersammlungshaus, das! Gemeindehaus, wo alles seinen Ausdruck und leinen Widerhall findet, was! den Einzelnen und was die Gemeinschaft detrifft. Was das Menschenherz dewegt, gehört in die Synagoge, ebenso wie alle Fragen des Gemeindelehens, soweit sie nicht etwa unter den Parteien strittig sind. Was kulturell förderlich ist, findet hier seinen Platz. Das ist her Sinn der Durchdringung! der gesamten Lebens durch die Religion, datz flicht» im Leben der Religion fern und fremd bleibt. Die eigenartige Entwicklung hat die anderen Aufgaben der Synagoge in den Hintergrund treten, ja teilweise in Vergessenheit-geraten lassen. Erst in den letzten wahren ist ös — meist nicht ohne Kämpfe - - gelungen, die Synagoge wieder außergottesdicnstlicher Belehrung dienstbar zu machen, sie zu Vorträgen zu verwenden. Der sehr ansehnliche! Besuch der Lehrvorträge, die an jedem Dienstag Abend in der Synagoge stattfinden, beweist die Rotwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung, die in kommender Feit weiter ausgebaut werden soll. -! Die Rot, die über das deutsche Judentum gekommen ist, lenkt den Blick aber noch mehr als bishei in einer anderen Beziehung auf die Synagoge. Die Stätten der Kunst sind uns Juden kaum noch zugänglich oder iverden mit gutem Grund von uns gemieden: Die jüdischen Künstler werden ausgeschaltet, auch wenn sie noch jo Vorzügliches bieten, und man spricht vielfach von der Einheitlichkeit der Besucher künstlerischer Veranstaltungen, d. h, ln der heute üblichen gctarntey Ausdrucksweise von möglichster Ausschließung der Juden. Daß wir dem Besuch von Gaststätten und Dergnügungslokalen entsagen, ist selbstverständlich und bedeutet eine Entbehrung nur für den Vergnügungssüchtigen. Aber Kultur und Kulturelemente können und . «vollen wir nicht entbehren. Wir wollen nicht ins Ghetto zurück, und selbst > dem Ghetto war die Kunst nicht fremd. So wird die Synagoge wieder zur Stätte edlen Kunstgenusses f« r die Gemeinde. Besonders ist es die Musik, die hier ihre Pflege findet. Am 26. Juni, 20 11 h r, findet in der Reuen Synagoge ein Konzert statt, in dem Lieder und instrumentale Musik, Orgelvvrträge und ein Trio für Geige, Violoncello und Klavier, zum Vortrag kommen. Die Damen Herta Glückmann, Lotte Schoeps-Rogosinski, Elise Ezephazy, Mirjam Lew!» und die Herren Leopold Alexander, Josef Bonn, Erich Schäffer, sowie der Synagogenchor unter Leitung des Herrn Kapellmeister Pulvermacher haben ihre Mitwirkung gütigst zugesagt. Der Ertrag des Konzerts soll notleidenden jüdischen Künstlern zu -gute kommen. Die Eintrittspreise sind so niedrig bemessen, daß dbr Besuch auch den lvenig Bemittelten «nöglich sein wird. Eintrittskarten zu 1.60 RM. (für das Mittelschiff) und 0.80 RM. (für alle übrigen Plätze) sind in den Buchhandlungen Hainauer, Bücherdiele, Brandeis und Lichtenstein, soufie bei dem Kastellan der Lesfingloge erhältlich. 2m übrigen wird auf das Inserat in dieser Nummer verwiesen. Weitere musikalische Veranstaltungen sin der Synagoge sollen in den nächsten Monaten folgen. Zeigen des /irier-Hrundsatzes. - Nach mehr als zwanzigjähriger ehrenamtlicher fürsorgerischer Tätigkeit und fünfjähriger houptaintlicber .Tätigkeit als Blindenfürsorgcr in der Provinz Nipderschlesien ist der-weit über Deutschlands Grenzen Hinaus bekannte blinde Dr. pHil. et jur. Ludwig Cohn seines Amtes enthoben worden, mit der alleinigen Begründung, «veil er nicht Arier ist. Es wird dabei unumschränkt anerkannt, daß er die Betreming der in der - Ricderschlesischen Blindenwohlfahrt zusainineitgefahten 1400 Blinden in einer Weise und mit Erfolgen durchgcfübrt Habe, wie es besser und sachkundiger nicht möglich ist. Während des. Krieges «oar Dr. Cohn alp Berufsberater der Kriegsblinden tätig und ist hierfür mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet worden. Zur Ausbildung jüdischer Kinder. Durch den Acierparagrophen sind von den hiesigen-öfsentlichen höheren . Schulen Lehrkräfte beurlaubt worden, die ihre in vielen Jahren erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen dem Unterricht jüdischer Kinder widmen wollen. Es sind private Lehrgänge'im Entstehen für Kinder über'10 Fahren, die in öffentliche Volksschulen gehen und durch diesen Privatunterricht auf gleich« Stufe mit den die höheren Schulen besuchenden Kindern gebracht «verdcn » sollen. Ferner werden Vollunterrichtskurse aufgebaut für Jugendliche über 14 Jahre. Diese Kurse sollen zur Abschluhbildung jedes'gewünschten Schultyps des In- und Auslandes führen. Für Erlvachj'cne sind Fortbildungskurse und Arbeitsgeincinschasten in allen wissenschaftlichen Disziplinen für jede Vorbildung geplant und so die Möglichkeidgegebcn, Kenntnisse aufzufrischen oder auf solchen Gebieten zu eriverben, die man sich bisher nicht allein er- | «verbcn konnte. Jede nähere Auskunft sowie Beratung in allen Schul- und Erzichungsfragcn bereitwilligst nach telxfonifcher Anmeldung^ 579,69. 3- 4 Ilhr.! Siehe Annonce. ... . > - . BRESLAU Schweidnilzers+r. 46 SEIDENSTOFFE —• KLEIDERSTOFFE ■ V STETS GAS NEUESTE IfcillMtMlllt Den 80. Geburtstag feiert am 22. F»»«i 1933 Frau Jenny Cohn, Witwe des verstorbenen tierci« Hugo Cobn, Kiirfülstcnstraße 29 ' ain 1. Juli 1933 Herr Adolph Taterka,. Günthcrstraße 22/24 am 9. Fuli 1933 der frühere Aufseher/der Alten Synagoge, Herr THlhelin Hirsche!, Freiburger. Straße 38. ' Den 75. Geburtstag feiert am 28. Ouli 1933, Frau Herminc Ehre » ban s, Kirschallee 35. Sen 70. Geburtstag . feiert am 27. Juni 1933, Herr Sanitätsrat/D.r. Staub, Tauenhlenplatz 10 a, Mitglied des Kuratoriums der M. W. Heimann-Frauenschuh- Stiftung. Sen 50. Geburtstag leiert am 11. Juli 1933, das Mitglied des Gemeindevorftandcs Herr Dr. Wilheln« F r e y h a n, Kaiser-Wilhelm-Ltrahe 82, Vorsitzender des Ritualausfchusses, Vorsteher der Pinchas-Eynagoge, Mitglied des Kliratoriuins des Jüdischen Schulvereins und anderer Gremien. rrnit einer 6 rille aus dem G cu/arium Ohlauer Straße 82 Augenärztliche Sehprüfung täglich 9—1 und 3—6~Uhr.