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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1933-06-01 · 6 (6.1933) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
10 (1933)
Issue
6 (6.1933)
Date
1933-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Vreslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE ZU BRESLAU Gchriftleltunü: Breslau, Wollftt gemeinde, L resla! gNr tte unter dem Namen Derwo Ir.v - 3 Haft, 2! altungsdlreltor Dr. Nechnltz, | Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Verlag: Büro der Sgnagogenfl Th. Schatzlg Aktlen-Sefettschaft, Breslau s, Wallstt. 9 - Telefon 21611/12 H Neue Sraupensttaße 7 Telefon 24468 u. 24469 Anzeigenpreis: Pie 6gespaltene MiMmeter-Leile oder deren Raum lü Pfennige — Del laufenden Aufträgen Rabat« des Verfasser« erscheinenden Artikel und bi» Dereinsn ach richten Übernehmen wir nur die pressegefetzNche DerantwvNun; 10. Jahrgang Juni 1933 Nummer 6 ■ 1 Ja-Sage«;um Judentum! Der Art Lage der bat uns eine mungserklärutz stimmte Grup Punkt veitretek in den Leitsätze werden leien, dein Lfreit ferngebastcn Ausgleichs Artikel jigekür >t s ch a u" vom we> Die deutsche nationale der Juden aufrecht erhält, so kommenden Entwickluirg mit Diele jüdische Menschen sind kel in der Mai-Nummer „>2 Lätze zur scheu Juden" von Dr. Hans Herzfeld »och nie dagewesene Fülle von Iustimgen gebracht. Andererseits baden besen von Gemeindemitgliedern den Etanddaß die positiven Ideale des Judentums n zu sehr in den Hintergrund gedrängt Da unser Gemeindeblatt nach'wie vor der innerpolitischen Partcimcinungcn Förden soll, bringen wir des gerechten gen auf Wunsch den nachstehenden :) aus der „Jüdischen R u n d - 16. Mai 1033 zum Abdruck: Revolution ist noch nicht abgeschlossen, ihr Ziel ist, w|e stets proklamiert wird, eine völlige Durchdringung des gesamten deutschen Lebens in allen seinen Verzweigungen mit nationalsozialistischem Geist. Da der Nationalsozialismus gle^chzeftig die Parole der Ausschaltung muß das deutsche Judentum der schweren Sorgen entgegenschen. auf der Höhe ihres Lebens vollständig aus ihrer Bahn geivorfen worden, sie haben ihren Beruf verloren, sehen sich materieller Not entgegengchen, der moralischen Stütze beraubt,> ihre ehrliche Arbeit geschmäht, ihre Ehre den schwersten Angriffen ausgesetzt. Ihre Weltanschauung ist ins Wanken geraten. Lebcnsgrundlagen, die man für unabänderlich hielt, schwinden dahin. Die ungeheuren Umwälzungen der letzten zwanzig Jahre, die die alte europäische Gesellschaftsordnung vollständig verändert und ungeheure Massen in Bewegung gebracht haben, dringen erst jetzt auch in das Bewußtsein des bürgerlichen Judentums in Deutschland ein. Solche Feiten sind hart und unerbittlich. Die Gemeinschaft, der die deutschen Juden sich eingegliedert glaubten, hat sie ausgesjoßen. Nun stehen viele Juden, die ihren Zusammenhang mit dem Judentum längst verloren hatten, haltlos da. Es wird ihnen das Wort „Jude" zugerufen, voNaußen he r wird der Einzelne in die jüdische Gemeinschaft zurückgestoßei«. Niemand wird so ungerecht fein, zu verkennen, daß dieser Vorgang für zahlreiche Juden eine außerordentliche Tragik hat. Entwicklungen sind nicht auszulöschen und in den letzten Jahren hat der deutsche Jude soviel von deutschem Leben, deutscher Kultur und deutschen« GciMe in!sich aufgenomntcn, so sehr alles De«»tsche mit Liebe umfangen, und, da Liebe blind «nacht, die geschichtliche Schranke, die einer vollen Identität seines Daseins mit dem deutsche«« Volke cntgegcnstand, ««icht sehen wollen, — daß der plötzliche Rückstoß ihn mit den, Gefühl, schwerstes Anrecht zu leide««, erfüllt. In der Stille spielen sich persönliche Tragödien ab; manchcr scheint die Kraft nicht zu finden, unter so veränderten Bcdii«gungen sein Lebe«« weiterzuführen. W e r g lch t i h n c n K r a f t? Werden die Menschen, d Le jetzt^richtungslos sind, den Weg zur jüdischen c in e i ns ch a f t finden? Wir alle, die wir im jüdische«! Leben stehen «lud uns seit Jahren bemühen, unsere jüdische Lage zu begreifen, «Nüssen bereit sei,«, den Menschen zu helfen, die jetzt wie Irrende iin Dunkel sind. Diele Juden, die ahiuutgslos sich über ihre jüdischen Bindungen hinwcgzusetzei« glaubten, werden jetzt erkennen, daß sie zu den Mütter«« hinabsteigen müssen. Ihr Leben muß eine neue Orientierung bekommen. Sic haben viel verloren, wer könnte es leugnen, aber — sie haben a u ch v i e l z u g c w i n n e y. Das Gemeinschaftsgefühl der Juden ist in dieser Zeit stärker geworden. Jüdische Menschen, die noch vor k«tr;em achtlos und womöglich unerkannt aneinander vorbeigingen, sind einander näher gekommen. Man empfindet den Juden als Schicksalsgenosse!«, als Bruder. Jüdische Mcirschcn könnci« wieder «niteinander sprechen. Etwas> von der Wand, die iin Gemeindemitglieder! Spandan werden erbeten auf das Postscheckkonto der Synagogen- Gemeinde Breslau Nr. 6300 unter Bezeichnung „Jüdisches Hilfswerk". Ihr kennt alle die Not unserer ganzen Gemeinschaft; darum spendet für das „Jüdische Hilfswerk“ Jeder gebe na cJh seinen Kräften! Das Wohlfahrtsamt und die Beratungsstelle der Synagogen-Gememde Breslau

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