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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
10 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 Breslauer Jüdisches (Beine ndeblal» <£üicn Gemein-eabenü. \ wie er in der Berliner Gemeinde und in anderen Gemeinden * bereits mit Erfolg durchgeführt worden ist, veranstaltet unsere Gemeinde am Montag, den 13. Februar 19 33, abends 8,30 Uhr, im großen Saale der Hermannloge. Museumplay. Das Thema dieses Abends lautet: Aufgaben u n d/L e i st u n g e n der Gemeinde. Nach einem musikalischen Vorspiel und einer Begrüßungsansprache des VoMhendeü des Vorstandes, Geheimrat Goldseid, wird über die kulturellen Aufgaben und Leistungen der Gemeinde Herr Professor Dr. Heinemann, über diecharitativen und Wohlsahrts -Aufgaben und Leistungen der Gemeindevertreter, Herr Rechtsanwalt Erich Spitz, sprechen. — Es wird erwartet, daß die Gemeindemitglieder zahlreich zu diesem Vortrage erscheinest, um unterrichtet zu werden, was die Gemeinde allein auf diesem Gebiete bei der jetzigen Not und trotz ibret beschränkten Mittel leistet. >» Eine große Kunögebung mit Gefallenen-Chfstng veranstaltet die Ortsgruppe Breslau des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten am Sonntag, den 19. F e b r u a r 19 3 3, vormittags 11 Uhr, im großen Saale des Konzerthauses, Gartenstraße. Bei dieser Veranstaltung wird zum erstenmal in Breslau Kamerad Dr. Ludwig Freund, von der Vundesleitung in Berlin, sprechen, der bekanntlich mit seinen ausgezeichneten Aufklärungsvorträgen in fast allen größeren und mittleren Städten West- und Süddeutschlands ganz hervorragende Erfolge erzielt und größte Anerkennung bei allen Parteien und Konfessionen gefunden bat. — Auch zu der hiesigen Kundgebung werden die Spitzen der Behörden, prominente Persönlichkeiten, die Führer der Kameradschaftsbünde und Militärvereine, sowie deren Mitglieder und die Vorstände der jüdischen Organisationen eingeladen werden. Die übrigen Eintrittskarten hält der RIF in erster Linie für die Hinterbliebenen der Gefallenen und für die jüdischen Kameraden bereit und rechnet auf deren zahlreiche Beteiligung. Das Nähere besagt das Inserat in dieser Nummer auf der letzten Seite. N. Geh. Justizrat Dr. h. c. -Wolf Heilbrrg 75 Jahre. Am 14. Januar 1933 degiijg Herr Geh. Iustizrat Dr. Heilbcrg seinen 75. Geburtstag. Cr ist zwar nickt in Breslau geboren, aber seit säst 50 Jahren hier als Rechtsanwalt am Oberlandesgericht ansässig. und er hat sick in dieser Zeit in so hervorragendem Mäße im öffentlichen Leben betätigt -- seit 1889 gehört er ununterbrochen der Stadtverordnetenversammlung an und nunj 7 Jahre ihr Vorsteher —, daß unsere Stadt stolz auf ihn als ihren Bürger sein kann. eistungen ist er zum Doktor h. c. ernannt worden. Sein scharfer Verstand, vereint mit einem umfassenden Wißen, sein seines Gefühl für Gerechtigkeit und sein warmes, von Wohlwollen erfülltes Herz erwarben ihm frühzeitig das Vertrauen seiner Kollegen,> die ihn schon 1899 in den Vorstand der Anwallskammer beriefen, in det er nun auch seit 10 Jahren den Vorsitz führt. Wie er im politischen Leben stets frei mit Mannesmut seine Ueberzeugung vertreten hat, so hat er sich auch stets ossen als Jude bekannt, und war allezeit bereit, mit dem Gewicht seiner Persönlichkeit seine Glaubensgenossen im Kampf um ihre Rechte zu unterstützen. Deshalb nehmen wir auch teil an diesem seltenen Fest und wünschen dem Jubilar, daß er noch lange Jahre in ungebrockencr körperlicher und geistiger Frische als Hüter des Rechts und zum Woble dex Stadt und unserer Gemeinde weiter wirken möge. " I..R. K, Erstattung von Vagenstan-gel-ern föl fabbathfeiern-e Zirmen In öreslau. Wie st inerzeit berichtet, hat der Weltverband für Sabbathschutz „Schimre Schabbos" zu Beginn des Jahres Verhandlungen mit der Reichsbahn-Gesellschaft/Hauptverwaltung betreffs der Erstattung von Wagenstandgeld für am Sabbatd geschloffene Betriebe geführt und die Zusicherung eines gewiffen Entgegenkommens seitens der Reichsbahngesellschaft erhalten. Nachdem nun aus dem Breslauer Bezirk einzelne Fälle dekannt geworden waren, in denen dieses Entgegenkommen nicht gewährt wcrden ist, hat sich die Deutsche Landeszentrale des Weltverbandes für Sabbathschuh mit dem Vorstande des^ Reichsbahn Verkehrsamtes Breslau direkt in Verbindung gesetzt und unter dem 13. Dezember 1932 (Zeichen Ef. II c 579)- einen Besch std erhalten, von dem hier mit Befriedigung Kenntnis gegeben sei: ~ „Auf da > gell. Schreiben vom 11. 1. d. 2s. teile ich Ihnen ergebenst mit, daß die Reicksbahndirektionen auf Grnnd allgemeiner Ermächtigung berechtigt sind, bei Erstattung von Wagenstandgeld entgegen zu kommen, ivenn es sich um Beträge handelt, die infolge strenger Befolgung der Sabbathruhe entstände i sind. Voraussetzung ist jedoch, daß der betreffende Betrieb aus religiösen Lründen keinerlei Arbeit an den Sonnabenden verrichten läßt. Wenn lei geres erwiesen ist, werde ick in^Zukunft den in Frage kommende» Finnen einen Teil des eingezahlten Wagenstandgeldes aus Dilligkeitsgrünben erstat en." Errichtung einer rituellen Küche in der Heilanstalt öranitz G.-S. Bor kurzrin hat der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in der Provinz Oherschlefien, eine Unterorganisation des oberschlesischen Synagogengenieindeverbandes, in der Heil- und Pflegeanstalt BraNitz eine rituelle Küche eingerichtet. Bisher waren die.jüdischen Nervenkranken der Provinz, etwa 50 in den verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten,untergebracht. Aber für ihre religiösen Belange war nicht gesorgt, ein Uebelstand, der schwer empfunden wurde. Durch weitgehendes Entgegenkommen des Prälaten Nathan, des Besitzer» der Branitzer Heil- und Pflegeanstalten, >var es möglich, die jüdischen Pfleglinge der öffentlichen Heil- und Pflegeanstalten in die Privatanstalt Dranitz, in der auch Kranke der Bezirksfürsorgeve^ bände untergebracht »verden, zu verlegen. ’ Diese Anstalt in Branitz, eine der besteingerichtesten in ganz Deutschland, ist dos Werk des durch seine überragenden Leistungen auf karitativen und sozialem Gebiete bekannten Prälaten Nathan. Die ganze Liebe seines. Priesterherzen» wandte er den Aermsten der Armen, den geistig Kranken und7geistig Minderrvertigen zu. In seinen Anstalten werden weit über 1100 Menschen betreut. Die Anstalt nimmt nicht nur Pfleglinge der Bezirksverbände auf, sondern sie hat auch Abteilungen, in denen Privatpatienten I. und II. Klaffe gesondert Aufnahme und Behandlung finden. In diese Anstalt nun wurden die jüdischen Insassen der übrige« öffentlichen Hei>7 und Pflegeanstalten der Provinz verlegt. Hier wurde vom Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege eine inoderne rituelle Küche eingerichtet, aus der nunmehr 50 Insassen ihre Verpflegung erhalten. Die K^he, organisch dem Betriebe eingegliedert, untersteht der Aussicht von Robliver Dr. Krengel-Ratibor, der auch die seelsorgerische. Betreuung der jüdischen Insassen ausübt. > So wurde hier von deni Verbände der jüdischen Wohlfahrtspflege unter tatkräftiger Mitwirkung der Ientralwohlfahrtsstelle der deutschen Anden ein Werk ins Leben gerufen, das sich zuM Segen der Aermsten aller islrmen auswirken nröge. Nähere Auskunft erteilt Herr Rektor Schür- »man'n, Beuthen O.-S., Parkftr. 19. . Pr.-1'. i Uraufführung einer neuen Liturgie __ in -er Synagoge Prinzregentenstraße, öerlin. Tic Umformung und Erneuerung der synagogalen Musik macht Fortschritte. Immer mehr brichh sich die Uederzeugung Bahn, daß die Regelung des synagogalen Gesanges, der vor etwa 100 Jahren von der religiös-reformatorischen Bewegung stark mit ergriffen wurde, keine endgültige ivar. Eie ist nur als ein erster, heuke historisch gewordener Versuch zu werten, überliefertes oder angeblich überliefertes Gut zu kodifizieren in der Absicht, europäische Musik für die Vedürfnisie des jüdischen Gottesdienstes zu schaffen. Heute spürt man, daß diese Musik Spendet Bekleidung für die bedürftigen die dringendst benöUgt wird! .Laßt aus Haushalt und Geschäft abholen, was zu entbehren ist! Abholung veranlaßt die Peah, Striegauer Straße 2 (Fernsprecher 26145) durch besondere - mit Ausweis! versehene Boten. Jüdisches Wohlfahrtsamt.

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