Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- 1 (1.1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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mmm Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE ZU BRESLAU Schriftleltung- Berwaltungsbirekwr Dr. Rechnitz, Breslau, Wolfstr. 9 - Verlag: Büw der Sgnagogengemeinde, Breslau, Wallstr. 9 ' Telefon 21611/12 Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Bktien-Sesellschaft, Breslau 5, Neue Sraupenftratze 7 Telefon 24468 u. 24469 Anzeigenpreis: Me 6gespaltene RNMmeter-Äeile oder deren Raum iS Pfennige — Bei lausenden Austrügen Rabatt .........—....-.—... SB* die unter dem Namen de« Verfasser« erscheinenden Artikel und die Dereinonachrichten Übernehmen wir nur die presiegesetzNche Verantwortung 10. Jahrgang Januar 1933 Nummer 1 Das Archiv -er Sgnagogengemein-e öreslau. Don Rabbiner Beruh. Drilling, Breslau. Im letzten Heft der ^Schlesischen Geschichtsblätter" findet sich ern interessanter Aufsatz des hiesigen Staatsarchivdirektors Dr. W. Derfch über „Schlesische Archivpflege" nebst einer für den Heimatforscher unentbehrlichen Üebersicht der schlesischen Archive. Dort ist auch dem Archiv der Synagogen-Gemeinde Breslau ein kurzer Abschnitt gewidmet, in dem auch sein Ausbau zu einem Provinzialarchiv der schlesisch-jüdischen Gemeinden erwähnt wird. Das hiesige, von den Gemeindebehörden freundlichst geförderte Gemeindearchiv, das auch bei sonstigen Veranstaltungen, wie Vorträgen, genannt wurde, ist, wie'man sieht, weit über die Kreise der Gemeinde hinaus bekannt geworden. Breslau war ja auch nach Berlin die einzige Gemeinde, die ein eigenes Gemeindearchiv ^inrichtete und ausbaute. Allerdings haben sich jetzt auchandere Groß-Gemeinden Archive zugelegt,, die aber alle nicht an die Aktivität und die Arbeit unseres Gemeindearchivs heranreichen. Leider wissen nur wenige Kundige inner- und außerhalb 1 der Gemeinde von der Existenz und dem Zweck dieses Archivs, das am 1. August 1924 gegründet und von seinem Leiter, Rabbiner Dr. Heppner, dem bekannten Mitverfasser und Herausgeber des Heppner-Herzbergschen Werkes über die Juden und die Iudengemeinden der Provinz Posen, auf- und aus- gebaut wurde. Dank der unermüdlichen und mühevollen Tätigkeit des Archivars, als dessen Mitarbeiter sich der Verfasser dieser Zeilen betätigt, i)lf aus dem anfänglich ungeordneten ' und verstreut Vorgefundenen Aktenwust ein geordnetes Archiv geworden, dessen BenutzitNg allerdings erst durch tue Verfertigung von Repertorien und die in Angriff genommene Anlegung von Registern ermöglicht wurde. Rur Fachleute wissen die Schwierigkeiten und Mühen zu schätzen, welche die Herstellung der unentbehrlichen Register bereitet bat und noch bereitet, ohne die das Archiv seiner Vestimmuyg nicht dienen kann, nämlich ) der sachgemäßen Aufbewahrung und Verwertung historisch, rechtlich und sonst beachtenswerter Akten und Urkunden. ‘ Allmählich ist dann das Archiv — in steter Fühlungnahme mit dem einzigen bis dabin besWenden jüdischen Archiv,, dem von Archivar Dr. I. Icicobson geleiteten Gesamtarchiv der deutschen Juden in Berlin — §eiyachsen. Langsam kamen — zum Teil dank der Unterstützung des Verbandes der Synagogen-Gemeindon der Provinz Niederschlesien und des Bezirks- Rabbiners Dr. Wahrmann-Oels, zum Teil auf Veranlassung der zuständigen Vorsteher und Kultusbeamten, von denen besonders Prediger Lewin in Rosenberg zu nennen ist — Akten zahlreicher schlesischer Gemeinden, die auf diese. Weise vor völliger Zerstörung und Vernichtung bewahrt wurden, ins Archiv, das . jetzt die Aktenbestände folgender 21 schlesischer Gemeinden (abgesehen von Breslau) beherbergt: Dernstadt- Vrieg, Frankenstein, Freystadt OS., Glah, Groß-Wartenberg, Grünberg, Haynäu, Iauer, Konstadt, Kreuz bürg/ Landsberg OS.,' Langendorf, Löwen, Medzibor, Reumarkt, Neusalz a. O., Prausnitz, Rosenberg OS., Sagan und Trebnitz. Einzelne Dokumente, Papiere, Kuntreffim . aus den Genieinden Glogau, Kosel OS., Oels, Ratibor und Steinau a. O., vervollständigen die noch der Ergänzung recht bedürftigen Aktenbestände schlesisch-jüdischer Gemeinden. Es fehlt aber leider noch viel wertvolles Material, denn in zahlreichen Gemeinden ist der Sinn für Vergangenheit und Geschichte so wenig entwickelt, daß sie ihre Akten entweder verkommen lassen oder an Privatpersonen wahllos „ausleihen", anstatt sie den, Archiv, als der allein dafür zuständigen Stelle, zuzuleiten. Dagegen kann man erfreulicherweise das Erwachen des familien- und heimatgeschichtlichen Sinnes in weiten weisen beobachten. Davon zeugen auch die hier bereits angezeigten „Schülerarbeiten" jüdischer Gymnasiasten in Schlesien, die sich mit jüdisch-heimatgeschichtlichen Themen befaßten. Den zwei bisher snit Hilfe unseres Archivs gemachten Arbeiten wird sich wobl bald eine dritte anschließen. Die sich auch hierin zeigende Hinwendung der jüdischen Jugend zur Erkenntnis des eigenen Werdens macht — wie Iugenddiskufsionen und Iugcndbestrebungen in letzter Zeif zu erkennen geben — immer weitere __ . Fortschritte. Aber auch die sich häufenden Anfragen über Vorfahren und Ahnen beweisen das wachsende heimatgeschichtliche Interesse. Dieses äußert sich auch darin, daß dem' Archiv jetzt viel zahlreicher als früher von Privatleuten Archivalien, Familienpapiere, Mobelbücher u. a. teils als Leihgabe teils als Eigentum überlassen werden. Auch im vergangenen Jahre gelangte das Archiv in den Besitz zahlreicher Neuerwerbungen, die davon zeugen, wieviele wichtige und unbekannte, sonst der Vergessenheit und der Vernichtung anheimfallende schriftliche Denkmäler ans der Vergangenheit sich noch in Privatbesitz befinden. Habe« Sie schon für öie Hot gegeben 7 ' 1 ■ Wenn ja. -- dann herzlichen Dank! Wenn neich — wo bleibt bi» Speoöe? „ Postscheckkonto des Jüdischen Jüdisches Wohlfahrtsamt Wohlfahrtsamtes Nr. i Eanilätsrat Pr. Bach Paula Ollendorff 7834