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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1932-12-01 · 12 (12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
9 (1932)
Issue
12 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 Breslauer Jüdisches Gemelndeblalk 141 iAwrschlesien. — Sondernummer zur zehnjährigen Wiederkehr der Abstimmung 1921—1931. EB-Ztg. 1931, Nr. 12. Beiträge, die iiber die Rolle der Juden im Abstimmungskampf berichten, von O. Aronade, P. u. W. Jmmerwahr, Jacobowitz, Ot. Reichmann- Jungmann. Bgl. auch JFB 1931. Nr. 13. Pfeiffer, Gerhard: Das Breslauer Patriziat im Mittelalter. Darft. und Quellen z. fchlef Gefch. 30 Bd. Breslau 1929, XVI, 312 S. - lieber Juden f. im Register unter Juden, Judenfriedhof, Judenverfolgung. > Philippschal, Herbert: Die jüdische Bevölkerung Breslaus (Statistik). G.-Br. 1931. 4, S. >2; Nr. 5, S. «7—ft8; Nr. 7, S. 98. | (Fortsetzung folgt) Arbeit! Das Hauptproblem i der schweren Krise, bei der die ganze Welt- Wirtschaft auf einen kaum geahnten Tiefstand herabgcfunkcn ist, besteht in der Wiedcreinsügung der Millionen von Arbeitslose» in de» Produktionsprozcß. Für Deutschland ist diese Frage schwerlich allein zu lösen, da die Folgen des; Fricdensvcrtrages hier einebesondere Nolle spielen und schließlich die Reparationssrage nicht unwesentlich dazu bcigctragen hat, daß prozentual die Arbeitslosigkeit in Deutschland am' höchsten ist. Für die deutsche Iudcnheit hat die Wirtschaftskrise über die allgemeine Notlage hinaus besonders verheerende Wirkungen wirtschaftlicher Art mit sich gebracht. Es erscheint nicht mehr nötig, die oft klar gelegten Gründe licrsür noch einmal zu behandeln, sic sind für jeden, der nur einigermaßen die Verhältniffe der Juden in Deutschland kennt, ossensichtlich. Insbesondere die jüdischen Erwerbslose» wieder in den Produktionsprozeß cinzusührcnist bei der politischen Verhetzung großer Teile des deutschen Volkes und dem hieraus beruhenden Boykott von Juden cußerst schwierig. .Hinzu kommt noch, daß bei der Einordnung der jüdischen Erwerbslosen in den Produktionsprozeß sehr häufig eine berufliche Umschichtung erforderlich ist. Ist eine solche fchon in normalen Zeiten für Menschen, die eine abgcschlosienc Berufsausbildung hinter sich haben, bei vorgerücktem Alter schwer, so werden sich dem in einer Zeit, no an jede Arbeitskraft die höchsten Anforderungen gestellt werden, noch größere Erschwerungen hinzugesellcn. lieber diese Schwie igkeiten müssen sich alle berufenen Körperschäften wie auch Einzelpersonen klar sein. Aufgaben der Gesamtheit in dieser Richtuitg, die zur Produktivicrung oder Ansicdlung einzelner führen, sind in cindrucksvc Her Form der jüdische» Ocsscntlichkeit Breslaus in letzter Zeit nähe, gebracht worden. hier soll von Ausgaben die Ncdc sein, an denen j:d'cr Einzelne, teils selbst, teils durch Propaganda mitzuarbeiten in der Lagerist. Der allgemeine Stcllenmarkt, soweit ein solcher auch in der Krisenzcit vorhanden ist, ist jüdischen Crwerbsloscn aus bekannter Gründen vielfach verschloffen. Zahlreiche nichtjüdische Arbeitgeber, inbesondcre aber auch Gesellschaften (A.-G., G. m. b. ,H), lehnen die (Einstellung jüdischen Personals ab. So bleibt dem jüdischen Erwerbslos en zum überwiegenden Teil heute nur der durch die Wirtschaftkrise gleichfalls arg zusammengeschrumpfte Kreis der jüdischen Arbeitgeber. Diese aber haben der jüdischen Gemeinschaft gegenüber heute in verstärltem Maße die Verpflichtung, jüdische Arbeitnchmer bei Neueinstellungen jeder Art in Konkurrenz treten zu lasieti. Selbst für Arbeitsgebiete, die von Juden bisher überhaupt nickt oder in nur unzureichendem Maßelaufgesucht wurden, stehe» heute jüdische Arbeitskräste aller Art zur Verfügung. Wir wiesen bereits daraus bi», daß die heutigen Verhältnisie eine Berusumschichtung vieler jüdischer Erwerbsloser notwendig gemacht haben, und wenn cs eine Möglichkeit gibt, diosich hieraus ergebende Amstellung aussühren zu können, so wird sie durch den Zwang der Verhältnisie und den unbedingten Willen der jüdischen Arbeitnehmer, wieder in Arbeit zu gelangen, sicher ausgentttzt werden. Zahlreiche Beispiele liegen vor, in denen frühere kaufmännische Angestellte schwerste Handarbeit geleistet haben und leisten konnten. Bei einigem Verständnis von Arbcitgebcrseite solchen umsebichtenden Arbeitnehmern gegenüber könnt« die Erfahrung gemacht werden, daß solche Personen sich als Bauhilfsarbeiter, Haushälter, Platzarbeitcr durchaus bewährt haben. Die Erwägung, die früher häufig zu hören war — oft ganz unbegründet —, daß jüdische Asbcitndhmer für bestimmte körperliche Arbeiten nicht geeignet sind: ist beukegaitz und gar nicht mehr am Platze. Jüdische Haushälter, Ehausseures Platzarbeitcr in Holz- und Kohlengeschästen sowie Bauhilfsarbeiter etc. Histd in großer Anzahl vorhanden, teils schon-üntergebracht. teils Arbeitsstellen suchend. Auch kleine Ausbilsen, wie sie in jedem Haushalt und jedem Geschäftsbetrieb Vorkommen, werden gern von jüdischen [Erwerbslosen ausgcführt, wenn sic hierdurch die Möglichkeit haben, in [einem gewissen Grade wieder ihre Arbcits kraft zu verwenden und einmal selbst wieder etwas für ihren oder ihrer .ramilicn Lcbenunterhalt bcizutragen. Für die weiblichen Stellungslosen gilt dasselbe. Es ist natürlich, daß die jtzdischc-Stenotypistin, Kontoristin oder Verkäuferin versucht, in ihrem eigenen Arbeitsgebiet Stellung zu linden. Doch auch hier ist der Wille vorhanden, jede sich bietende Arbeitsgelegenheit, besonders auch im Haushalt, zu ergreifen. Es bedars keines besonderen Hinweises, daß für jüdische Hausangestellte heute noch vielfach Möglichkeiten zur Einstellung gegeben wären,'wenn aus Arbeitgeberseitc der Wille vorbaijden wäre, eine jüdische Hausangestellte aufzunehmen. Diese Anregungen könuen keineswegs erschöpfend sein, sie sollen nur zeigen, wie vielfach die Möglichkeiten sind, bei denen jüdische Arbeitnehmer bei der Einstellung neuen Personals in Konkurrenz treten können. Hierbei wird cs sich zeigen, daß geschultes jüdisches Personal durchaus in der Lage ist, jedem Wettbewerb standzuhaltcn. Cs dürste nicht Vorkommen, daß, ww cs verschiedentlich noch der Fall ist. in größeren jüdischen Unternehmungen mit zahlreichen Angestellten und Arbeitern keine oder säst keine jüdischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. Hier muß die Verantwortung eines jeden Einzelnen für das Gesamtschicksal der Juden in Deutschland es ermöglichen, daß wenigstens bei' Neueinstellungen jüdischem Personal Gelegenheit gegeben wird, sich als leistungsfähig zu erweisen. Durch Aufklärung und Propaganda kann jeder Einzelne dazu Mitwirken, daß bei der Wiedereinreihung: der jüdischen Erwerbslosen in den Arbeitsprozeß diese wenigstens in einem gewissen Amsange beteiligt werden. Unsere Gemeinde unterhält im Jüdischen Jugendheim, «chwcidnitzcr Stadtgraben 28, feit mehreren Jahren einen von der Ncichsanstalt fiiri Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung genehmigten jüdischen Arbeitsnachweis, der auf telephonischen Anruf (268 63) gern berdit ist, jedem Arbeitgeber bei der Auswahl seines Personals beratend zur (cheite zu stehen und ihm geeignete Arbeitnehmer sttr jedes Arbeitsgebiet zrszuweisen. Schasst auch dem jüdischen Arbeitslosen. Arbeit, dann wird das deutsche Judentum diese schwerste wirtschaftliche Krise leichter übersiehe» - können! S. Oer Betriebsrat am Staöttheater zu Breslau Hut nachstehendes Schreiben vom 28. 11. 1932 an den Vorstand der Svnagogen-Gemeinde gerichtet: ' Die in den Kreisen der jüdischen Bevölkerung unserer Stadt umlausenden Gerückte, daß der Intendant des Stadsiheaters, Herr Dr. Georg Hartmann, oder seine Vertreter judenfeindlick eingestellt seien, entbehren jeder Grundlage. Tic Intendanz läßt sich bei notwendigen künstlerischen Maßnahmen, wie dies auch aus den in dieser Spielzeit erfolgten Neuanstcllungcn ersichtlich ist, weder von konscssiouellen, noch von politischen Gesichtspunkt» leiten. Von anderen judenfeindlicken Umtrieben im Stadttbeater ist ebenfalls keine Nedc. I. A.: gez. Paul M a t s ch k c. gez. Hans Baron. Bibliothek -er SpnagogeN'Bemein-e, Anger 8. Ncuansckassungcn im August und S cpt e m b c r 19 3 2.' Abramowitsch, Sck. I. (Mcndale Moichcr Ssurim): Gesammelte Werke Vd. 1, Schloimale. Hebens, v. Birnbaum.. Berlin, 1925. 724 Auerbach, Elias: Wüste und gelobtes Land. 19.12. 7729 Bialik, Ch. N.: Esiays. 1925. 6771 Bonne, A.: Palästina. 1932. 7723 Bubcr, M.: Königtum Gottes. (Das Kommende,-Bd. I.) 1932. 7724 Dalmann, G.: Arbeit und Sitte in Palästina, Bd! 2. (Sckriftcn des Deutsch. Palästina-Instituts Bd. 5.) 1932,' 7572; 2 David-Nccl, Alcrandra: Arjopa. Leipzig j932.' 7739 Eilcrs, W.: DioGesetzcsstele Chammurabis. Leipzia 1931. (Der Alte Orient, 31, 3-4.) 8101. 31 ■ Frank, I.: Volk im Fieber. 1932. . 7722 Grundmann, W.: Der Begriff der Kraft in der I.X'utestaiNentlichen Ges dankcnwclt. 1932. (Beiträge z. Wisiensck. v. Alten u. Neuen Test, tz. 60.) 5690, 60 Heinemannn, I.: Phiions griechische und jüdische Bildung. 1932. 7728 Hcssmann, T. Z.: Melamed le-boil, TI. .3. Frankfurt M. 1932. 7307, 3 Kurtzig, H.: An dev Grenzet Leipzig 1931. '' 7270 Der Iud ist schuld? Diskusflonsbuch über die Iudensrage. 1932. ,7725s Masaryk und das Judentum. Hrsg, von C. Nycknovsky. 'Prag 1931. 7726 Moehlcnbrink, K.: Der "Tempel Salomos. 1932. (Bcitr. z. Wisiensch. v. Alten u. Neuen Test. H. 59 — Forschungsinstitut-^. Ncligionsgesck. d. Universität Leipzig, Isr.-jüd. Abt. 5). 7.) 5690. 5f j?a»etb, Philipp: Ahasver unterwegs. Leipzig 1932. 7724 Sckocps, H. I.: Jüdischer Glaube in dieser Zeit. 1932. 3610, 97 Sif, I.avoslav: Jüdische Acrzte in Iugoslavieu. Osijek, 1931. (An« Lijeöniöki Vijestnik 1931.) 3610, 71 Zeitschriften. E-V.-Zeitung, Jahrgang 10. 1931. Israelitisches Familienblatt, Hamburg, Ja. 33.' 1931. Gemeindcblatt, Berlin, Ig. 21. 193K Iüd. Gemeindcblatt, Breslau, Ig. 8. 1931 Israel. Gemeindcblatt, Frankfurt a. M,.Ig. 9. 1930 31. Israel. Gemcindeblatt Mannheim, Ig. 8 9. 1930 31. Bayerische Isr. Gcmeindezcitung, Ig. 7. 1931. Haolam, Ig. 19. 1931. Der Israelit, Frankfurt a. M., Ig. 72. 1931. . Kovgreßzeitung (17. Zionistenkongreß), Basel. 1931. Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erkaltung einer Akademie für die Wissenschaften des« Judentums. Iabrg? 1—1», Berlin. 1920—30. - ~ . 67.73 Menorab, Ig. 9, Wien. 1931. Monatsschrift sllr Geschichte u. Wisiensch. d. Judentums, Ig. 75. 1931. Iüd. Rundschau, Ig. 36. 1931? Tie Wahrheit, Ig.'48, Wien. 1931. . Wirtschaft und Leben, Red. A. Rosin, Ig. 1—t, Berlin. 1928—31. Israelit. Wochenblatt für die Schweiz. Ig. 31: "1931. Iüd. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik,'Ig., 2. 1931. Iüd. Zeitung kür Ostdeutschlands Ig. 38 (8). "1931._, _ _ Den 75. Geburtstag feiert am 14. Januar 1935 der Geheime Justizrat Dr. Adolf Hei lberg Schweidnitzcr'Stadtgrabens 19, .langjähriger Vorsitzender der Anwalts kammcr und früherer Stadtverordneten-Vorstchcr.- . 740fj

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