Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- 11 (11.1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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i! i m h/ ß <7 Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEME 1 INDE ZU BRESLAU * Gchrlflleitung: Verwaltungsdirektor Dr. Nechnltz, II Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei j Dreslau. Wallslr. 9 - Verlag: Büro der Synagogen- Th. Schatzig Aitien-Gesellschaft, Breslau 5, fl gemeinde. Dreslau, Wallsir. 9 - Telefon 21611/12 || Neue Sraupenstraße 7 Telefon 24468 ü. 24469 || Anzeigenpreis: Die Sgespaltene MiMmeter-Äeile ober deren Raum lü'Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt »nt die unter dem Namen de« Derfassers erscheinenden Artikel und die Dereinsnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Deraniworiung 9. Jahrgang November 1932 Nummer 11 Aufruf zur Winterhilfe! Kn unsere Gemeinöemttglie-er! j Wirwollen helfen! ' Durch die erfolgreiche Sammlung des Vorjahres konnte im vergangenen Winter in vielen Fällen die Not unter unseren Gemeindemitgliedern gelindert werden! Wir wenden uns daher erne»«t vertrauensvoll an die Opfer- Willigkeit aller dererdie noch etwas erwerben oder ein Einkommen haben. Jeder einzelne sollte im Nabmön „eines Gemeinschafts Werks aller Erwerbenden" für alle die eintreten, deren Los Arbeitslosigkeit und Elend bedeutet! — Auch der hilflosen Alten, der Kranken, der verschämten Armen wollen wir nicht vergessen! Wir hoffen, daß unsere Gemeindemitglieder — neben der Breslauer Volkshilfe — unserer besonderen großen jüdischen Not gedenken, und daß unser Aufruf nicht ungehört verhallt. Wer nicht gleich eine größere Summe entbehren kann, von dem werden auch monatliche Spenden — auf den Winter verteilt — gern angenommen. Auch die kleinste Gabe ist nns willkommen! Wir bitten, die Spenden auf das Postscheckkonto des Jüdischen Wohlfahrtsamtes Nr. 8635 sreundlichst einzahlen zu wollen mit der Angabe, welchen Betrag wir der „Breslauer Volkshilfe" überweisen sollen und welche Summe für den „Jüdischen Notstand" bestimmt ist. , Jüdisches Wohlfahrtsamt. San.-Rat Dr. Dach. P a u l a O l l e n d o r f f. Gemeinöevertreter-Sitzung am 3. November 1932. Bericht von Dr. R e ch n i h. Zu Beginn der Sitzung wurde Stadtrat L e ß vom Vorsitzenden Peiser (lib.) in sein neues Amt als Vorstandsmitglied eingeführt und mittels Handschlag zu treuer Pflichterfüllung verpflichtet. Bei der Cinführungsansprache wies der ^Vorsitzende auf die große Not der Gemeinde hin. Der Etat sei stark gedrosselt und die Aufgaben der Gemeinde entsprechend eingeschränkt. Die Not der Zeit erfordere außerordentliche Wege, insbesondere den der Selbsthilfe. Cs müsse etwas zur Behebung der Kreditnot geschehen. Zu diesem Zwecke sei die Genossenschaftsbank Silesta gegründet worden. Leider habe der Vorstand ihr gegen- S ’ I ‘ Die Not der letzten schweren Jahre, die^ganz besonders in weite Kreise unserer Glaubensgenossen eingedrunaen ist, erfordert die Hilfe aller, die helfen können. Die jahrelange Erwerbslosigkeit und die schlechten Verdienstmöglichkeiten haben die. Anschaffung von Kleidungsstücken, Schuhen und Wäsche bei vielen fast unmöglich gemacht, und eine Ergänzung ist jetzt im Winter schon aus Gesundheitsrücksichten unbedingt erforderlich. ~ Um hier helfend einzugreifen, haben sich die Unterzeichneten Verbände wie im Vorjahre zusammengeschlossen, um gemeinsam eine - S a m in l u n g von D e k l e i d u n g s st ü ck e n — zu veranstalten. __ Die gesammelten Gegenstände, die wir in großer Zahl erhoffen, werden nlir auf Vewilligungsscheine des Jüdischen. Wohlfahrtsamtes als unserer Spitzenorganisation in den von der Peah zur Verfügung gestellten Räumen unter Mitarbeit - ehrenamtlicher Hilfskräfte ausgegeben. Spenden bitten wir im Büro der Peah, Striegauer Str. 2 (Tel. 26145) schriftlich oder telephonisch anzumelden. Die abholenden Boten sind mit einem Ausweis der „Peah" versehen. Jüdisches Wohlfahrtsamt. „Peah", Jüdisches Drockenhaus. Jüdischer Frauenbund. Jüdische Arbeiterpartei. über, eine Zurückhaltung geübt, die er nicht länger werde beobachten können. Er ersuche» deshalb den > Vorstand, alles zu unternehmen, um diesem Institut zur Wirksamkeit zu ver- - helfen. — Vom Vorstand weist K a l i s ch den Vorwurf mangelnden Interesses zurück^'Der Vorstand habe sein Interesse an der Behebung der Kreditnot dadurch bewiesen, daß er i der Jüdischen Darlehnskaffe 100000 Mark Betriebskapital beschafft habe. Dagegen dürfe sich die Gemeinde nicht an einem geschäftlichen Unternehmen beteiligen, wie es die Genossenschaftsbank sei. — Grünberg (O.I.) regt an, die Frage als besonderen Puntt auf die nächste Tagesordnung zu sehen. — Die Vorlage über die Senkung der Preise für den Winterschuh der Gräber wird auf Bericht von Gluskinos (kons.) genehmigt. Der Bericht der Rechnungsprüfer der Gemeindevertretung wird, zur Kenntnis genommen und auf Bericht von 7834