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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1932-07-01 · 7 (7.1932) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
9 (1932)
Issue
7 (7.1932)
Date
1932-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer A M T LI CH E S BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE ZU BRESLAU Schriftleitung Breslau, Wa gemeinde. Bi Anzeigenpre : Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz, llstr. 9 - Verlag: Büro der Sgnagogenteslau, WallsN. 9 ' Telefon 21611/12 iS: Die 6 gespaltene RtiMmeter-Äeile ober bei Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzky Aktien-Sesellschaft, Breslau 5, . Reue Graupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 24469 1 | en Raum 16 Pfennige — Vei laufenden Aufträgen Rabatt j Mr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinsnachrichten übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung 9. Jahrgang Juli 1932 Nummer 7 Gemeinüevertreter-Sitzung am 2. Juni 1932. Bericht von Dr. Rechnitz. r Der Vorsitzende Peiser stellt zunächst eine Eingabe der , beiden Oberkantoren zurück bis zur Beratung über die Gehalts- ' kürzungen. Eine Eingabe der Jüdischen Arbeiterpartei verlangt wiederholt die Wortverstattzmg in der Gemeindevertretung, die nicht zulässig sei. Zu den in der Eingabe enthaltenen Forderungen habe der Vorstand noch keine Stellung nehmen können. Iacobsohn (V.-P.) bemerkt zu diesen Wünschen, daß die Erwerbslosensiedlung von allen Parteien unterstützt werde, zunächst müsse aber ein ausgearbeitetes Projekt vorliegen. Die Notstandsarbeiten müßten erst geprüft werden. Das Verlangen, daß alle jüdischen Anstalten tunlichst jüdische Arbeitskräfte beschäftigen, sei durchaus verständlich, aber diese Anstalten seien selbständig. Bei Entlassungen würden andere brotlos werden, was sicherlich nicht gewünscht werde. Der Abbau der Gehälter werde ohnehin schon behandelt. Auf seinen Vorschlag ',wird eine gemischte Kommission zur Beratung der Eingabe eingesetzt,'zu der 2 Vertreter , der Arbeiterpartei hinzügezogen werden sollen. Darauf wird die Beratung des Haushaltsplanes fortgesetzt. Aeber den Haushaltsplan der Finanzverwaltung berichtet Gins (lib.). Die Steuereinnahmen seien mit 600000,— M., also mit einem Rückgang von 25%, eingesetzt. Die Schätzung sei diesmal angesichts der fortschreitenden Verarmung der Gemeinde besonders schwer. Hoffentlich gehe dieser Betrag ein. Es bleibt dann trotz aller Abstriche immer noch ein Fehlbetrag von 115 000!,— M., über dessen Deckung besonders beschlossen werden soll. Darauf wird dieser letzte Haushaltsplan angenommen. Aeber die Einzelanträge zu den verschiedenen Etats hatten 1 sich inzwischen die Fraktionen geeinigt. Das Ergebnis trügt Spitz (tibi) vor. Danach soll das Wohlfahrtsamt für Unterstützungen 100000,— M. erhalten, und zwar soll der Titel 1, 2 auf 95 000,— M. erhöht werden, weitere 5000,— M.' stehen noch aus der Winterhilfe zur Verfügung. Für die Kinder- - speisung sollen an Ausgaben 4140,— M. und an Einnahmen 2400,— M. neu eingesetzt werden. Die Beihilfen für die Fugendvereine sollen in Höhe der gedruckten Vorschläge wieder hergestellt werden, wobei jedoch, der Schwimmverein 300,— M., die Chaluzhilfe und die Siedlung Gr. Gaglow je 150,— M. erhalten sollen. Bei den Subventionen soll die für den Jüdischen Arbeitsnachweis auf 4000,— M., die siir dir Ä Arbeiterfürsorge auf 3000,— M. erhöht werden, die für die * ostjüdischen Organisationen für synagogale Zwecke auf 700,— M. Mit diesen Aenderungen wird darauf der gesamte Haushaltsplan 1932/33, vorbehaltlich der weiteren Beschlüsse über Gehaltskürzungen und Sparmaßnahmen, angenommen. Eine Interpellation Jacob sohn-Spitz wendet sich gegen die Fleischpreiserhöhung aus Anlaß der Erhöhung der Schlachtgebühren. Diese bedeute nur eine Erhöhung des Fleischpreises von höchstens VI» Pfennig je Pfund. Die Preise seien aber schon um 5 und 10 Pf. gestiegen. Gewünscht wird eine stärkere Kontrolle über die Fleischpreise, die nach den früheren Erfahrungen notwendig sei. Lin Antrag betr. Beihilfe für die jüdische Siedlung wird im Cinverstandnis-mit den Antragstellern zurückgestellt. Ueber die Steuerhöhung um 2 °» aus 16"/» Zuschlag zur Reichseinkommensteuer haben sich inzwischen die Parieren ebenfalls geeinigt. Dienstfertig legt namens des Vor- , standes Verwahrung vor der Oeffentlichkeit ein gegen die Folgen, die dieser Beschluß haben könnte. Spitz begründet den Beschluß damit, daß der Etat, ausgeglichen werden soll. Ein Fehlbetrag von über 115000,— M. könne nicht vorgetragen werden, weil die Verhältnisse leider nicht besser würden. Schweren Herzens hätten die Parteien daher den Crhöhungsbeschluß gefaßt. Cs' werde hoffentlich niemand vor Gott und der Welt es verantworten wollen, in dieser ernsten Zeit der Gemeinde den Rücken zu kehren. Iacobsohn schließt sich den Ausführungen von Spitz an und will dem Vorstand getrost den Ruhm überlassen, eine , solche Finanzpolitik treiben zu wollen. Seine Freunde hätten nicht nur diesen Beschluß gefaßt, sondern dem Vorstand auch Wege zu Ersparnissen gezeigt, die dieser bisher nicht im vollen Amfange gegangen fei. Kober (kons.) schließt sich ebenfalls den Ausführungen an. Foerder (M.-P.) bat Mitleid mit den — Armen, die hungern, nicht aber mit denen, die noch ein großes Einkommen hätten und wegen 500,— M. mehr Steuern austreten. Das seien welke Blätter am> Baume des Judentums. Allerdjpgs müßten die Gemeindemitglieder aufgeklärt werden, daß diese Lasten erforderlich seien. Dienstfertig faßt nochmals alle Bedenken einer Steuererhöbung zusammen. Diejenigen, die Foerder als welke Blätter.bezeichnet, seien als Steuerzahler von erheblichem Werte für die Gemeinde und demnach auch für das Judentum. Grünbery (O.-I.) sieht in der Erhöhung keine unbillige Maßnahme angesichts der großen Rot. Gins betont, daß der Ausgleich des Ctats-die erste Aufgabe aller Körperschaften sei. Der Crhöhungsbeschluß sei seinen Freunden sehr schwer gefallen; sie rechneten aber mit dem Verständnis der Gemeindemitglieder. Mit der Erhöhung sei der Fehlbettag noch nicht einmch ganz ausgeglichen. Sie müßten für die Erhaltung der Gemeinde sorgen und die Armen vor Hungcrschühen, deshalb scheuten sie die Verantwortung für diesen Beschluß nicht. Anikower (W.-P.) legt die Verantwortung für die Erhöhung der Gemeindevertretung aus, also brauche sie der Vorstand nicht abzulehnen. Eine Belastung des Grundbesitzes zur Deckung laufender Ausgaben könne nicht verantwortet werden. Wenn die Substanz in dieser Weise verbraucht werde, müßten die Steuern im nächsten Jahre auf 18°/° erhöht werden. Davor , bewahre die Erhöhung auf 16°/», wofür die Gemeindemitglieder uns Dank wissen würden. Auf Anttag von Anikower und Gen. findet über die Steuererhöhung 7834

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