Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- 5 (5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 5 vre,lauer 3<mfd>e, veme<uveblatt 53 Gemeinsamer Se-erabenö. Seit mehreren Jahren schon hatte der Jüdisch-liberale Jugendverein gemeinsame Sederabende> für seine Mitglieder und für einige Gäste abgehasten. Es war nun ein sehr glücklicher Gedanke des Liberalen Hauptoereins, diese. Einrichtun« in diesem Jahre zu übernehmen und weiter auszubauen. So versammelten sich am Donnerstag, den 21. April, abends, weit über 200 Frauen. Männer und Kinder, im großen Saal der Lessingloge an festlich gedeckten, mit Blumen und Kerzen geschmückten Tafeln. Herr Wolfs Davidsohn führte den Gebetsteil in wahrhaft mustergültiger Weise aus. Er verstand es, so deutlich zu sein, daß jedes Wort bis in die letzte Ecke des Saale > verstanden wurde, und .doch wurde stets die Grenze der Feierlichkeit, der Würde, ja sogar der religiös-familiären Verbundenheit gewahrt. De» Andacht mar die Falkenbergsche Hagadah zugrunde gelegt, die in ihrem Zusammenklang der alten traditionellen Gebete mit geistig hochstehenden Stücken aus dem modernen deutschjüdischen Schrifttum ein Musterbeispiel für liberal-fortschrittliches Judentum. ist. Das Mahl selbst, das ebenso gut wie reichlich von dem Oekonom der Lessingloge vorbereitet wost, fand neben dem festtäglichen Wein allerseits größte Anerkennung. 1 Und das Schlußgebst mit den schönen alten Melodien, die jedem Juden von Kindheit an sieb und teuer sind, vereinte noch, einmal alle Anwesenden zu einer religiösen Weihestunde. . Erst spät trennte man sich von einander mit dem frohen Bewußtseins daß gerade durch die Nöte der heutigen Zeit das Gemeinfchaftsbewußtsein neu gestärkt iss.! So ist es einer Bereinigung gelungen, vielen, vielen eine religiöse Erbauung und fröhliche Stunden zu verschaffen, die sie sonst hätten entbehren müssen. Der Liberale Verein wird bestrebt sein, seine Arbeit in dieser Richtung hin wsiter auszubauen. B. Unser Kindermittagstisch ist nach Schluß der Pessachtage wieder eröffnet worden. Der Betrieb ist in vollem Gange. Es nehmen fünfmal in der Woche etwa 60 Kinder täglich an der Speisung teil.. Dank des nie vertagenden Interesses des Jüdischen Wohlfahrtsamtes und des Städtischen Jugendamtes sowie einer Reihe von Gönnern, sind wir in der Lage, die Speisung für die nächste Zeit fortzuführen. I Wir bitten, uns huch ferner mit Spenden an Geld und Naturalien zu unterstijßen, damit wir bei der immer größer werdenden Not, unsere Arbeit auch den Sommer über aufrechterhalten können: Breslau, im Mai 1932. Kinderfürforg^ des Jüdischen Frauenbundes. gez. iE m m y Bostelstein. geZ. Bona Cohn.!! Den 90. Geburlstgg j feiert am 12. Juni 1032 Frau Amalie!Gpldftein geb. Mamlok, 'Messergasse 23 | 1 Den 75. Geburtstäg | feiert am 20. Mai 1032 Herr Samuel ßepin, Berliner Ilatz 13. Den 70. Geburtstag i , feiert am 23. Juni 1032 Herr Kapellmeister Äuloermacher, Kronprinzenstraße 18, unter dessen langjähriger Leitung der Chor der Neuen Synagoge auf anerkannter künstlerischer Höhe steht. Den 65. Geburtstag feiert am 22. Mai 1032 Krau Stadtrat M a i ck, Scharnhorststraße 6. die seit vielen Jahren zahlreichen Ausschüssen des Jüdischen Wohlfahrtsamtes angehört. Ihre grjoße Erfahrung qus der langjährigen Wohlfahrtsarbeit bei der Stadt,! ihre stete Hilfsbereitschaft und ihr Gerechtigkeitssinn machen ihre Mitarbeit ganz besonders wertvoll für uns. Möge sie noch lange Jahre zumBesten der Stadt und zum Besten unserer jüdischen Fürsorgebedürftist^n mit dem bisherigen großen Erfolge tätig sein. ^'; Den 60. Geburtstag feiert am 22. Mai der Beerdigungsbeam^ Leopo.ld Schlamm, Springerstraße 20. >! herzliche Dille! \ , Wir bitten herzlichst, jms für unser Jugendheim und für die Spielnachmittage der Kinderspeisung Gesellschaftsspiele und auch andere Spiele zur Verfügung zu stellen.! sicherlich gibt I es i bei Umzügen in vielen Häusern Spiele, die nicht jnehr gebraucht werben. Wir wären für die lleberlassung derselben außerordentlich dankbch. Auf telephonischen Anruf in der Geschäftsstelle unseres Jugendheims s54210) sind wir bereit, die KocfaicAtea cms dem- Versande' der Sijnagogen-§eme«ide#i der^rcuHnz-Kiederscfiteslen i Hauptversammlung des Drovinzialverbandes. 2lm Sonntag, den 29. Mai 1032, findet-in. Vreslau in den Räumen der Lessingloge unsere diesjährige- Hauptversammlung statt. An der Spitze der Tagesordnung steht «in Vortrag des HerrnfGemeinderabbioer Dr. Vogelstein. Auch die weitere Tagesordnung berechtigt zu der Erwartung, daß die Mitgliedsgemeinden und Einzelmitgjlieder zahlreich an der Versammlung teilnehmen werden. Degründung eines Lehrerbezirks. - . Delegierte der Gemeinden JrauftaLtz Freyswdt, Grünberg, Guhrau und Neusalz haben auf Betreiben des Proviyzialverbandes den Beschluß gefaßt, für diese Gemeinden einen gemeinsamen Beamten als Religionslehrer, Kantor und Schächter anzustellen. In Vorbereitung der Wahl sind einige Bewerber zur Abhaltung von Gebetvorträgen und Lehrproben einberufen. ’ , Schächtoerbole gesetzwidrig. In der Dezernentenbesprechung des Preußischen Landesverbandes vom 20. April d. I. ist davon Kenntnis gegeben worden, „daß der Preußische Minister des Innern diejenigen Regierungspräsidenten, die. die. Aufsicht über Städte führen, in denen ein Sch ächtverbot auf Grund der Ortssatzung oder eines Gemeindebeschlusses ergangen ist, angewiesen hat. dieses als gesetzwidrig zu beanstanden (IV a I 48 II/ITI vom 23.-4. 1932)." — , . Beitragszahlung an Landesverband. Der Preußische Landesverband Mischer Gemeinden hat sich mehrfach darüber beklagt, daß Gemeinden unferers Bezirks die Zahlung der Beiträge stark verzögern ober auch ganz verweigern. Die Verhältnisse des Landesverbandes .zwingen ihn, auf den Eingang der geschuldeten Beiträge zu bestehen und bei allem Verständnis für die schwierige Lage unserer Anschlußgemeinden sollten wir glauben, daß deren jüdische Verbundenheit sie ihre Verpflichtungen gegenüber dem Landesverband erfüllen lassen wird. M. B. E. F. Erler, Frau« Grünb« Golds Gold, Golds, Herz. G Jawitz, Lewy, Proska! Spendenliste. Von nachstehend Genannten sind bis Redakkionsschluß Spenden eingegangen: : .' . ■ 3,— RM. | ■ 3- - . 20,— - eriein der Humboldtloge ....... 15,— » oer, Solo . v. v . . '. ,10— - - rfibt, Dr. Georg 10,—- - hidt, Dr. Georg (Breslauer Dolkshilfe) 10,— - hidt, Ljlly, als Ablösung Kranzspende 15,— - jny-Rat Dr. Hans.'15,— - kmil '. . . . i. . . . . ... 5,— - hlius, Apotheker (Breslauer Volkshilfe) 3,— : - er, R.<A. Max, Gutenbergstraße 0 . . 10F- - Silberstein, Cäcilie . . .15,— -! Sachs, Äl.-A. Dr. 7,— *! Schlesische Furnierwerke A.-G., vorm. Simon Berichard Levy ..30,— - Schäfser, Erich ... . . 2,— . - Schlesinger, Otto 10,— - Wiener,lArlhur . .. . 10,— - Weigert, Emil, Apotheker . . 10,— - * Un-enai» iti.: ••.. . ... 5,— - Ungenanti1 . T . . . . . . 3,— Ungenau itj.. >. . . . 2,- - Ungenau N- -- - ... . 1.— - Ungenau ir.- 30,— - Ungenau it >. . \ . . . 3,— - Fa. Flei chhauer I: 1)4 Zentner Fleischspende. Marcuse, A & Co.: 15 Pfund Mazzoch. Allen Sptsndern fei an dieser Stelle herzlichst gedankt. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. „ jüdisches Wcchlfahrtsamt. Spiele baldigst abholen zu lassen. Jüdisches Jugendheim. * m Dezernent, Dr. Bach. Leiter: Fernspre ykohlfahrlsamt. wallstraße 7. Hof links I. en: Frau Paula Ollendorff und Sanitätsrät Bürodirektor. Glaser. her: 54269. Postscheck Breslau Nr. 8635.