Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- 5 (5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3970005-7569525-7569702--1645-3971538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE ZU BRESLAU Schriftleltung: Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz, Breslau, Wallstr. 9 - Verlag: BUro der Sgnagogengemeinbe, Breslau, Wallsw, 9 - Telefon 21611/12 Druck Und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzky Aktien-Gesellschaft, Breslau 5, Neue Graupenstraße 7 Telefon 24468 u. 24469 Anzeigenpreis: Die 6 gespaltene NNMmeler-Äeile oder deren Raum Id Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt ............ ......1.. FUr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinanachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung y. Jahrgang Mal 1932 Nummer 5 - j Gememöevertreter-Sihung vom 25. April 1932. Bericht von Dr. Reihnitz. Der Vorsitzende Peiser eröffnet die Sitzung mit einem warm empfundenen Nachruf nach desn so früh verstorbenen Vorstandsmitglied Bankdirektor Sander, den die Versammlung stehend anhört. Er gab ferner Kenntnis von der Einladung des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten, Ortsgruppe Breslau, zu dem am 8. Mai 1932 stattfindenden Vortrage des Herrn Martin Goetz von der Bujndesleitung des Reichsbundes für jüd. Siedlung, Berlin, über Randsiedlung. Ferner wurde vorgetragen die Einladung zur Generalversammlung des Provinzialverbandes Riederschlesisn am 29. Mai 1932, wobei die Gemeindevertretung ihre bisherigen Abgeordneten wiederwählte. >! Die heutige Sitzung war, wie dey Vorsitzende ausführte, im wesentlichen der Beratung des Haushaltsplanes 1932/33 gewidmet. Durch die Nachtragsvor^laäe des Vorstandes mit der Mitteilung über sehr erhebliche Kürzungen sei aber eine neue Lage geschaffen worden, so daß! er die Etatsberatung einer neuen Sitzung Vorbehalte. Spitz (lib.) schließt sich dem Dertagungsantrag an, und zugleich für die Vorlagen 3, 9 und 12, die mit dem Haushaltsplan Zusammenhängen. Im übrigen betont er, daß die liberale Fraktion zwar die vom Vorstand gemachten Abstriche vorgeschlagen habe, aber im Zusammenhang miteiüem neuen Steuervorschlag. In letzterem Punkte ei aber der Vorstand den Vorschlägen nicht gefolgt. Jacobsohn (D.-P.) wendet sich gegen die Vertagung, da durch eine Generalaussprache die Lage geklärt und gefördert werden könfie. Es werde sich zur Aufrechterhaltung notwendiger Ausgaben eine Steuererhöhung nicht umgehen lassen. Die Vorschläge auf Abstriche gingen überdies nicht vpn der liberalirn ^Fraktion, sondern von einem einzelnen Mitglude dieser Frajktipn aus, das auch Mitglied der Etatskommission sei und dort! seine Vorschläge hätte machen können. Smoschewer (lib.) entgegnet, er sei durch Krankheit an der Teilnahme bei der Beratung der Etatskommission verhindert gewesen und hafte seine Vorschläge im Aufträge seiner Fraktion ausgearbeitet. Schließlich wird der Dertagungsantrag mit Mehrheit angenommen. Die weiteren Vorlagen waren rasch erledigt. Der Haushaltsplan der M. S. Lstpziger-Stiftuyg wurde auf den Bericht von Dr. G l u s k i n 0 s (Agudah) genehfnigt. ebenso auf Vortrag von Dr. Schlesinger (fonfi) die Chie-Moses-Grabpflegestiftung und das Paul-Fränkel-Grabpflegelegat und auf Bericht von Dr. Unifomer (W.fP.) die Dr.-Günzburg- Grab- und Denkntalspflege-Stiftung. Auf Dortrag von Dr. R 0 s e n st e i n (lib.) wurde die Vorstandsvorlage genehmigt, die Gebühr für eine Doppelstelle in der neuen Mittelreihe Friedhof Lohestraße von 1200 auf 1Ö00 Mark zu senken. Ueber die! neuen Vergütungssätze für die gärtnerische Grab^ Herstellung und -Pflege berichtete F 0 e r d e r (M.-P.). Ef seien die einzelnen Vergütungssätze erheblich gesenkt worden!, leider über nicht der Satz für die einfache Grabpflege, die vom Publikum am meisten gebraucht werde. Er bitte um Auf-, klärunig, warum dies unterlassen worden sei. Verwaltungsf direktor R e ch n i tz beauskunftet, die Gebührensätze werden seit vielen Jahren für alle städtischen und konfessionellen Friedl höfe Breslaus einheitlich festgesetzt. Der Satz für die einfach^ Grabpstegg^ sei mit 6 Mark seit 1924 unverändert geblieben! Gegen, eine Herabsetzung hätten sich die übrigen Friedhofsvers waltungen, insbesondere die städtischen, energisch gewehrt, wei der Betrag Zur Deckung der Selbsttosten auch jetzt noch nich iche. ey <: ausrei höhere falle jetzt - Grabpflege wurde die Früher sei der Zuschuß für diese Pflege durch die Sätze für die anderen Arbeiten gedeckt worden, da fveg. Im übrigen erhebe Berlin für die einfache nach .der Senkung immer noch 10,80 Mark. Darauf Vorstandsvorlage angenommen. — Den Derwaltungsbericht trug der Vorsitzende vor. Er gibt Kenntnis von dtm Ableben der früheren Religionslehrerin Fräulein Anna iLachmann und des Chorsängers Kramer sowie von der Herabsttzun 18 Mqrk. Ist derj satz für das mann Herr kraft und Synagoge. der Tagegelder für die Delegierten von 20 auf Geheimen Sitzung wurde zunächst als Ernach Berlin verzogene Vorstandsmitglied, M. Hoff- Alfred Freudenthal, Platz der Republik 9, mit allen (bei einer ungültigen) Stimmen gewählt. Ferner wird die Abstellung des Herrn Dr.Weinryb als Bibliotheks- Pensionierung des Aufsehers an der Alten Harry, und des Leichenwärters Friedland genehmigt und Ne goge, >Ho igt. Die Stellen werden nicht wieder besetzt. Ferner werdend einige Gehaltsregelungen vorgenommen. j Der diesjährige Paula Gllenöörff-preis wurde am 10. Mai in einer erhebenden Feier in kleinstem Kreise den beiden Aerzten Dr. Erich Breslauer und Dr. Erich Landsberger zuerkannt. Der Vorsitzende des Borstandes, Geheimrat Goldfeld, dankte den beiden Preisträgern für ihre hingebungsvolle Arbeit im.Dienst der jüdischen Gemeinschaft, die den kranken Kindern und den Tuberkulose- Kranken der Gemeinde gelten. Der Preis war gedacht worden gerade für filche soziale Arbeit, die, wie in diesem, Falle, aus der Berufsarbeit erwächst und doppelt zu werten ist., Ein schönes Symbol für die ganze Ehrung ist der Anlaß dazu, nämlich der Geburtstag einer Frau, die für alle Zeiten ein Vorbild in sozialer Arbeit in der Gemeinde , bleiben wird. Als Voisttzende des Kuratoriums dankte Frau Ollendorff in tiefster Bewegung den beiden Aerzten, die die Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde so unendlich 'fördern, und die als Aerzte und Menschen jederzeit zur Hilfe bereit sind, keinen Weg und 7834