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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1932-01-01 · 1 (1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
9 (1932)
Issue
1 (1.1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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2 Breslaner Jüdischer Gemeladeblakk Nr. -1 der Gemeinde. Es sei trotf mancher Härten ein starker Personalabbau und scharfe Einsparungen oorgenommen worden, aberlman könne gewisse Einrichtungen nicht völlig abschasfen, wie er im «nzelnen darlegt. Die Steuervorlage sei eilig: der Reiche habe zwar viel ILasten, aber ein jüdisches Sprichwort sagt: „Ich tausche noch gern mit ihm". Kober Ikons.) tritt für die Annahme der Vorstandsoorlage ein. Kali sch vom Vorstand» regt an, daß bei Vermögensrückgang von mehr als ein Fünftel ein Ermäßigungsantrag gestellt werden könne. Smwßchewer ist damit nicht zufrieden, es müsse der Zensit ein Recht auf Rückerstattung haben, wenn die Veranlagung für 1931 ein geringeres Vermögen ergebe. Er stellt mit eingehender Begründung den Zusatzantrag, daß die Gemeinde verpflichtet sei, Mehrbeträge zürllckzuerstatten, wenn nachweislich die steuerliche Veranlagung per 1. 1. 1931 eine Verminderung des Vermögens um mehr als 10% ergibt. Spitz (üb.) und l P eiser beantragen. die'Freigrenze von 20 000 Mk. auf 30 000 Mk. zu erhöhen. Jacobsohn ist für Ablehnung beider Zusatzanträge. Wenn man auf * die Steuer 1931 zurückgehen wolle, dann sei der Satz vlon 30% viel zu ' niedrig. Der niedrige Satz sei eben wegen der Unbilligkeit gewählt, die an sich in der Vermögenssteuer 1030 bei dem jetzigen Ziistand der Vermögen liegt. Er beantragt schließlich namentliche Abstimmung. Diese ergibt Ablehnung des Zusatzantrages Smoschewer: abei Einnahme des Züfatzantrages Spitz u. Gen. — Darauf wird die Vorlage einstimmig angenommen. Hierauf wurde das'V e r m ä ch t n i s Earl L es p z i d e r zu Gunsten der jüdischen Armen aul Vorschlag vonPeiser angenommen. „Vas Schächten vom Standpunkt der Religion und des ^ierfchützers". Eine gemeinverständliche Darstellung von Rabbiner Dtr. 3. llinia. Mannheim. Heraurgegeben von der Reichszentralej für Schächtangelegenheiten. Berlin 1931. . Es iit eine Eigenart der modernen politischen Agitation^ daß sie lelbusüchtige und machtpolitische Ziele mit humanen und ethischen Schlagworten durchzusetzen sucht. Die Massen lassen sich, durch eme gemissenlosei i durch die modernen technischen Mittel verstärkte Propagarwa betören und einfangen. Daß der Antisemitismus unserer Tage von dneser. modernen j Methode deck umfassendsten Gebrauch macht, ist bekairnt. iSo wird unter j der Maske' des Tierschutzes im Lichte des zwanzigsten Jahrhunderts eine [ regelrechte Religionsverfolgung gegen diejenigen Juden i» Szene gesetzt, welche in unerschütterlicher Treue an den alten, bewährten Speisegesetzen resthalten. Man will aber auch diejenigen Juden trefmn, denen diese Gesetze nicht mehr als verbindlich gelten, indem man das! Judentum als : eine Religion hinstellt, welche in barbarischer Weise die Äerquälerei zur religiö'en Forderung erhob. Glücklicherweise ist diese Absicht von jüdischer Seite durchschaut worden, und so findet sich das Judentum in geeinter - Front zur Verteidigung der traditionellen Schlachtmethode Zusammen. Es ist eine Reichsientrale für Schächtangelegenheiten gegründet worden, welche in umfassender Weise die Abwehr gegen alle Aiwriffe auf das Schächten organisiert hat. Rabbiner Dr. Unna. Mannheim, hat nun ^umer oben genanntem Titel in gemeinverständlicher Weite di« Schächtfrage vom Standpunkt der Religion und des Tierschutzes behandelt. Seine Ausführungen gipfeln in den folgenden drei Thesen: 1. Das Schächten ist eine religiöse. Vorschrift des Judentums. Ein Schächtverbot würde deshalb alle glaubenstreuen Jcpen in schwere Gewissensbedenken bringen.! 2. Die Vorbereitungen schließen, wenn sie sachgemäß vorgenomchen werden, keinerlei Tierquälerei in sich. Ihre sachgemäße Durchfühpusig wird von dem Religionsgesetze selbst gefordert. : 3. Das Schächten selbst ist nach dem Urteil hervorragender Fachmänner eine durchaus humane Tötungsart. Der Schächtschchtt ' verursacht keinen Schmerz und bewirkt durch den unmittelbar «in- . setzenden ungeheuren Blutverlust sofortiges Schwinden des Pewußtseins. Die nachfolgenden Bewegungen sind Reflexe ahste Schmerzempfindung. ' , Der Verfasser führt den unwiderlegbaren Nachweis, daß die großen wissenschaftlichen Autoritäten auf der Seite des Schlichtens stehen. Besonders grotesk ist es, wenn er feststellen kann, wie die sogenannten modernen Schlachtarten für die Antischächtpropaganda gewissermaßen sakrosankt sind. Don den zahlreichen auch bei diesen vorkommenüen, aktenmäßig feststehenden schauerlichen Fehlschlägen will man nichts willen, während ' man die kleinsten Unregelmäßigkeiten, die vielleicht bfifn Schächten eintreten, mit Behagen bucht. Man hat nie davon gehört, daß etwa von diesen sogenannten Tierfreunden eine Enquete über diese Unfälle verlangt worden wäre. Sehr instruktiv ist der Hinweis darauf, tote auf einmal die Tierfreundlichkeit schweigt, wenn irgend welche politisch oder wirtschaftlich gut organisierte Jnteresientengruppen sich durch sic stfichädigt fühlen könnten. I Der Bauer auf dem Lande darf sein Schwein nach Belieben stechen, spießen, schlagen, der Jäger das Wild hetzen, der norwegische Wallfiswfänger mit der Harpunenspitze eine Granate in den Leib des Tieres esstführen. Man wagt es nur, seine vermeintliche Tierliebe in der Linie dös geringsten Widerstandes zu betätigen. ' Wir Juden sind durch unsere Religion seit Jahrtausenden zur Tittliebe.angehalten. Das schöne Wort: „Der Gerechte erbarmt sich seines Diehs" stammt aus unserer Bibel. Die Rücksicht auf den Schmerz des Tjeres nimmt in unserem talmudischen Schrifttum einen breiten Raum ein. Das leider notwendige Töten von Tieren war nicht in die Hand eines jeden Beliebigen gelegt, sondern durfte Nur von sachverständigen, besonders dazu vorgebildeten Beamten vollzogen werden. Wir glaubkjtz. daß gerade der rituelle Schächtakt dazu angetan ist. den Schmerz dxs Tieres auf ein Mindestmaß zu verringern. Wenn der Laie das Wart Betäubung hört, so denkt er wohl unwillkürlich an das sanfte Einschlafen vor einer Pperation. Das Betäuben durch den Hammer verursacht dem Tiere doch jedenfalls einen ungeheuren Schmerz. Die sogenannte eleiktrische Betäubung ist nach vieler Ansicht nur die Hervorrufung von cinfr Art Erstarrung, in welcher das Tier alles fühlt, aber seinen Gefühlen keinen Ausdruck verleihen kann. Die beste Betäubung erfolgt durch den Schächtschnitt, welcher das Tier infolge des Blutverlustes in kürzester Zei: bewußtlos macht. Ein jeder Laie, der die klare und volkstümliche Dar «tellung des Unnaschen Buches liest, wird die Gerechtigkeit des jüdischer Standpunktes in der Schächtfrage zugeben müssen. Wir empfehlen eaber besonders als Lektüre für jeden Juden, damst er darin das Rüstzeug zur Verteidigung gegen alle Angriffe auf das Schächten finde. Hfm., Gem.-Rabb. Die goldene Hochzeit feierten am 10. Januar 1932 Herr Philipp Wachs mann und Fra^i Friederike geb. Juliusburger, Sadowastraße 47. Die goldene Hochzeit feierten am 10. Januar 1932 Herr Louis Berg und Frau N a t a l i geb. Sina, Kaiser-Wilhelm-Straße 130"141. Jettka Bei dem Jüd. Wohlfahrtsamt 7. Fortsetzung. Ascher, Paul . . . Breslauer, Dr. Erich . Bach, Emanllel . . . Brick, Bernhard . . Cohn, San.-Rat Dr. Richard Casfirer, Martin . . Ehrlich, Richard . . Feige. Dr. Fritz . . Friedmann & Bendir Friedenthal. Else . . Fraenkel. Else . . . Finkenstein-Puivermacher Gins, Mar .... Goldstein, Albert . . Golinski, S. Goidschmidt, Dr. Georg Henschel, Richard . . Hellinger. Julie . . . Hadda. Dr. Siegmund Jacobius, Samuel . . Janooer, Georg : Ungenannt .... Karpel, Dr. . . . Lauterbach .... Leschnitzer, Fr. Apotheker Miodowski. Dr. Felix. Mautner, Frau Dr. . Muskat. R.-A. Dr. Walter Pasch, Dr. Ernst . eingegangene! einmalige und laufende Spenden für die „Breslauer Volkshilfe" io — 10,— -v— 3,— 10,— 10,— 20. 3, -k- 7.50 20,— 10,— 4, — 20,— 10,—r 5, - ’ 10.— 15,— 2,— 10,— 10,— 125, 5,— 10,— 2.50 10,— 20 — 20,-> 10,-7 5,—. RM. Rosensttin, Dr. Paul . . Raschkow, Alfons . . . Rosenthpl, Dr. Theodor . Rudlau», Elle .... Roth, Paul. Rosenberger, Dr. Georg . Salisch, I Dr. Max . Sachs, Julius jun. . . . Saul, Dr.-Jng. Ludwig . Schmidtl Apotheker Alfred Schönfep, Max .... Bertha-Schottländer-Stiftung Schneemann, Dr. Erich . Schreiber, Dr, Ferdinand Schmidtl Apotheker Ewald Silbermtnn, E. . . TischlersDr. Rudolf Tebel. Jouis . T., Geschwister Ungenarpit R. & G Logenoetband ll. 0. L B Vogelstem, Rabbiner Dr. Weißenberg, M. . . Wiener, Arthur . . . Weigert. Apoth. Emil 8. Fortsetzung EintrachOGesellschaft . . . Grünpet^r, Dir. Alfred . . . 10.— RM . 3 — - . 10,— - - - 10 — - 3.— ■ 10,— - . 100,— - 3. - . 5,— . 10 — . 20,— - r .<- . 15 — , 3,— * . 20,— - * - . 10,— - . 3,— - . 50,— - . 250 — - - io,— - . 25 — - 5,— 7,50 75,— RM. 50,— - Jawitz, Adolf & Bernhard . . . 10.— RM Kantorowiez, Julius. 50,— - 1 Ungenannt 3,— - 1 Ungenannt . •v - | Rosenstein, Bett,, und Lobethal > Lucie. 9_ - Röthler, Dr. Gustav ... io!— Schalscha, Dr. Erich. 30,— - Tnrrasch, Erich ....... - Wolfsohn. I. 9_ Danzig, Berthold. - L Nachtrag. Aufrichtig. hl- RM. Cohn, San.-Rat Dr. Richard . . Ephraim. Fuchs, Hertha. 0,50 Feige, Dr. Fritz. 3,— Goldschmidt, Dr. Georg .... 10,— Gesellschaft der Freunde .... 200 — Lippmann, Dr. Ignatz .... 5,— Leschnitzer, Max. 10,— Münz, I.-R. Samuel. 15,— «chönfeld, Mar. 10 — Weigert, Apoth. Emil 7,50 - Allen Spendern sei an dieser Stelle herzlichst gedankt! Breslau, im Januar 1932. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Jüdisches Wohlfahrtsamt.

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