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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-09-01 · 9 (9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
9 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Nr. 9 vreslauer Jüdische» Gemelndeblatt 131 legung menschlicher Persönlichkeit aktuelle Bedeutung. Wie immer man .au einzelnen Ausführungen stehen mcfg — die tief durchdachte klein« v Abhandlung verdient sorgfältiges Durchdenken und nachhaltige Beachtung. Sie zeigt dem älteren wie derji jüngeren Geschlecht den Sinn der Jugend und den Sinn der Gegenwart. In einer ungeistigen Zeit einmal Lektüre für geistige Menschen. —n. Gr. Alfred Marcus: Vi« wirtschaftlich« Kris« d«« d«utsch«n Jude«. Verlag Georg Stilke, Berlin. , I Das Buch stellt, um dies vorwegzunlehmen, eine ungewöhnlich umfangreiche wissenschaftlich« Leistung dar, die die Würdigung, welch« das Buch allenthalben gefunden hat, verdient. Der Verfasser stellt in seiner Einleitung die Frage, ob di« wirtschaftlich« Situatiors der deutschen Juden in der gegenwärtigen Krise sich von der Lage der Gesamtbevölkerung Deutschlands unterscheide. Diese Fragestellung ich nicht neu und schon häufig nach augenfälligen Erscheinungen des täglichen Lebens zu beantworten versucht worden. Hier abqx hat der Verfasser es untiernominen, diesen Erscheinungen von Grund ' auf nochzugehen und in den Wirtschaftszweigen, in denen die Juden zaylreich vertreten sind, die Entwicklung des jüdischen Anteils in den letzten Jahren zu verfolgen. Einer solchen rlntersuchung unterzieht er den Metall- und Getreidehandel, das Bankwesen und die Textilwirtschaft. Angefügt wird noch ein Kapitel, da» die wirtschaftlich« Entwicklung der Berliner Juden behandelt, die mit 175 000 Seelen 30% der jüdischen Gesamtbevölkerung in Deutschland darstellen. Für alle behandelten Wirtschaftszweige trägt Marcus ein umfangreiches Material zusammen, das er durch die Untersuchung von Tausenden von ^Firmen gewonnen hat. Uebereinstimmend kommt er dabei zu dem Ergebnis, dah der Rückgang des jüdischen Anteiles kn diesen Wirtschastsg«bieten stärker ist als der allgemeine Rückgang. Vereinzelt (z. B. bei den Privatbanken) kann man bei einer absoluten Zunahme °des christlichen Anteiles ein« wesentlich« Abnahme der jüdischen Firmen feststellen. Diese Tatsachen verbunden mit den bekannten Umständen der Grohstadtkonzentration, dem höheren Durchschnittseinkommen und dem übermähigen Anteil am Handel bei den Juden lassen den Verfasser die Frage nach der Sonderstellung der Juden im deutschen Wirtschaftsleben bejahend beantworten. Die Konsequenzen seiner! Untersuchungen behandelt Marcus in dem Schluhkapitel „Wandlungen,des jüdischen Wirtschaftsd«nkens". Der Jude ikt in der deutschen Wirtschaft Pionier einer individualistischen Tätigkeit gewesen, während das deutsche Volk ih kollektivem Wirtschaftsdenken befangen ist. Dies trifft trotz her Tatsache zu, dah einzelne Juden im vergangenen Jahrhundert den Gedanken de» wirtschaftlichen Kollektivismus theoretisch behandelt haben. Hie wirtschaftliche Zukunft der deuffchen Juden S£H»^s*wai»^s* aus eigener Herstellung-' Doßdeutscker Si Iberwaranfabrik Tauentzienplatz 3 ist nach der Ansicht von Marcus abhängig von der Frage, ob es den Juden inöglich ist, ihre wirtschaftlich« Praxis sorveit zum Kollektivismus zu erziehen, dah sie sich der wirtschaftlichen Praxis des gesamten deutschen Volkes onpaht. Da» aber bedeutet Anpassung des Lebensniveaus des deutschen Juden, an das allgenieine Niveau des Deutschen Volkes, das bedeutet ferner restlose Assimilation. Di« weitere von Marcus erwähnte Möglichkeit der Auswanderung dürfte in Anbetracht der für Einwanderung geschlossenen Tore a'ler Länder nur theoretisch gegeben sein. Mit seinen tiefgründigen Untersuchungen, die hoffentlich noch auf weitere Wirtschaftsgebiete ausgedehnt werden, wie mit den von ihm gezogenen Folgerungen hat der Verfasser die Basis für eine Diskussion geschaffen, die von wesentlichen Konsequenzen für die Entwicklung des deutschen Judentums sein kann, wenn man den Worten dieser Diskussion auch Taten folgen läßt. Eugen Samson. Jüdische» Jahrbuch für Sachsen und Adreßbuch der Gemeindebehörden, Organisationen und Vereine 1931/32. A u »gäbe Leipzig. Hanns Löwenstein und Willi Tisch Verlag, Dresden. Wer irgend etwas über die sächsische Judenheit, speziell in Leipzig, wissen will, greife zu diesem Jahrbuch. Außer den Angaben über Gemeinde und Vereine, ihre Ziele und Bestrebungen, führen uns interessante Artikel in die wesentlichsten Bewegungen ein und irfformieren über ihre Zweige im Freistaat Sachsen, jüdische Schul«, das Gemeindeblatt, den C.-V. in Sachsen, Liberalismus, Zionismus finden alle wohlinformierte Berichterstatter. Zwei historische Beiträge führen den Leser in die Vergangenheit der Leipziger Juden ein, Kalender und Anzeigen — auch über rituelle Verpflegung! — verleihen dem Jahrbuch den Charakter eines praktischen Handbuches. Zur Information über einen wesentlichen Bestandteil der deutschen Judenheit fft das Buch äußerst brauchbar. —d. fUr jeden Zweck direkt aus der Wasserleitung. Geringster Gasverbrauch. Apparat einschl. Montage ca. 60 Mk. In 12 Mohatsraten von je 5 Mk. Nihiin unverbindlich durch: Ingenieurbüro ERNST EICflWALD BRESLAU 2, Schwaidnitzer Stadtgraben 23 i Telefon 562 05. I 'ife&tyeifcfienße! Reizende Neuheiten in Puderdosen (sogen, puderuhren) für losen Puder. Parfümzerstäuber in ausgesucht schöner) Formen und Farben. 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