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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-09-01 · 9 (9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
9 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. d Breslauer Jüdische» Gemeindeblal» 121 Gasherde Gaskocher feuerfestes Glas und Porzellan AEMALIT- Stahl-Geschirr Qualitäts - Emaille Der Frank-Umbadi Dampf-Topf innen und außen Dauer-Emaille Kein Dichtungsring Kein gefährlicher Dampf-Dberdruck Daher: Vollkommene Erhalt u n'g der VITAMINE Zahlungserleichterungen — Mitglied der Kunden-Kredit G. m. b. H. Herz 4 Ehrlich kg£." Breslau 1 Ring 25, gegenüber Schweidnltzer Keller 2. Wenn sich ein fremder bei dir aushält in euren» Lande, so sollt | chr ihn nicht bedrücken. Wie ein Landeseingeborener aus eurer Mitte sott auch der Fremde gelten, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst, denn ihr seid ja aud) Fremdlinge gewesen im Lande Aegypten. 3. Mose Kap. 10, Pers 33 u. 34. Einerlei Recht soll unter euch gelten für den Freunden,, wie für den Einheimischen. .Map. 24, Vers 22. (w I e i d) t) t i t.) ■ i . 3. Haben wir nickt alleDenselben Water? Hat nicht ein und derselbe , Gott UNS erschaffen?! Warum! sollten wir denn treulos handeln gegeneinander? Maleachi Kap. 2. Vers 10. (Brüderlichkeit., Diese Ideale suchten Stein und Hardenberg nach' dem Zusammenbruch von Jena und Auerstüdt bei A rfrichtung des Preußischen Staates zü verwirklichen. Statt die>edle Absicht jener Männer anzuerkennen und sie zu unterstützen, fühlte sich o. d. Marwitz bemüßigt, sie anzugreisen und ihnen den Vorwurf zu! machen, sie wollten das ehrliche, alte brandenburgische Preußen in einen neumodischen Juden st aat verwandeln. Dieser Wortführer der Ritterschaft und des Großgrundbesitzes »vor zwar ein Mann des Pückschritts, stand jedoch an Bildung turmhoch ijber dem Troß der heutigen Antisemiten. Er kannte die Bibel, daher auch die soeben angeführte^ Sätze, und wußte, daß sie den Rechts-, nicht den Klasfenftaat, die Freiheit, nicht die Unterdrückung der Bürger verlange. Da er aber die Privilegien des Adels, die Bevorzugung des. Junkertums bei Besetzung von Aeiytern und andere Mißbräuche als durch ihr Alter geheiligte Dinge betrachtete. so stemmte er' sich mit aller Macht gegen die vom Geist der Heiligen Schrift erfüllte Gefetzgebung Stein-Hardenbergs. Um diese zu diskreditieren, war ihm jedes Mittel recht, und infolgedessen haj er den fraurigen Ruhm, der Erfinder des Wortes „Judenstaat" zu fejn.! Wenn die Antisemitetz heut oofn Judenstaat sprechen, so bauschen sie den Einfluß, den unsere Glaubensgenossen gegenwärtig in Deutschland besitzen, vorsätzlich auf und suchin den Anschein zu erwecken,, als ob diese, die doch, kaum 1 Prozent der! Bevölkerung ausmachen, eine Art Oberherrschaft ausüben. Dabei leiden die Bekenner des Judentums unter der Wirtschaftsnot, von dir unser Vaterland heimgesucht wurde, noch mehr als ihre andersgläubigen Mitbürger, weil gerade diejenigen Berufe, die bisher hauptsächlich in ihren Händen lagen, durch den Krieg, die Inflation und ihre Folgen besonders geschädigt wurden. Dies wissen die politischen Drahtzieher der antisemitischen Bewegung recht wohl. Wenn sie trotzdem das Schlagwort „Jullenrepublik" in die Oeffentlichkeit schleudern, so tun sie es, um den modernen Staat bei der Bevölkerung ln Verruf zu bringen. Deshalb haben di« obersten. Behörden die Pflicht, dem gekennzeichneten Treiben mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Denn nur, wenn die Staatsautorität in unserem Lande sich die volle, ihr zukommende Geltung verschafft, werden die ruhiäen friedlichen Bürger in der Lage lein, ungestört an dem Wiederaufbau des Staates zu arbeiten und die Schäden zu beseitigen, die der Weltkrieg unserem Vaterlande geschlagen hat. l Neue Spenden des Herrn Lucius N. Littauer in New Ijork für da» Jfraelitifme Krankenhaus zu Vreslau. Herr Lucius N. Littaver in New Bork, der auch in seinem amerikanischen Baterlande als hochherziger j Stifter von Krankenanstalten und wissenschaftlichen Instituten allseitig«! Verehrung genießt und der dem hiesigen Jsraelitischen Krankenhause zum Andenken an seinen in Breslau geborenen Vater das allseitig bewunderte Röntgeninstitut „Nathan Littauer-Stistung" schenkte,! hat erneut dieser Krankenanstalt reiche Zuwendungen gespendet.! I Nachdem das Israelitische Krankenhaus durch die Hochherzigkeit des -Herrn Littauer in der Lage war. im Februar v, I. 115 mg^ Radium-' Element anzuschaffen, hat pieser edle! Menschenfreund dem Krankenhaus« jetzt die Mittel zur Beschaffung weiterer 100 n»u Radium zur Verfügung gestellt, so daß die Anstalt jetzt im Besitz von. 215 mzi Radium-Eiemeyt ist. Bei der fortgesetzt steigenden Bedeutung der Radium-Therapie, insbesondere bei der Behandlung von Krebskrankheiten, kann diese Be-^, reicherung der Radiumbestände in einem Krankenhause unserer Stadt nur°^ dankbar begrüßt werden. Nicht minder erfreulich ist, daß Herr Lucius N. Littauer dem Israelitischen Krankenhause eine .erneute hochherzige Spende zur Anschaffung modernster Röntgengeräte'und zur Beschaffung einer umfangreichen Bibliothek sür das Röntgeninstitut „Nathan Littauer-Stistung" zur Verfügung gestellt hat. Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich eine weitere hochherzig« Spende^ die es dem Jsraelitischen Krankenhaus« ermöglichte, sich einen der modernsten Elektrocardiographen anzuschaffen. In dieser Zeit einer aufs höchste gestiegenen wirtschaftlichen Not, die auch die Existenz der Anstalten der freien Wohlfahrtspflege aufs Aeußerfte bedroht/ müssen die der leidenden Menschheit dienenden Schenkungen des Herrn Littauer mehr als je als leuchtendes Beispiel wahrer Menschenliebe hervorgehoben werden. der Kinüermittagstijch der Kinderfürforge des Jüdischen Frauenbundes beginnt! am 1. Oktober des Jahres. Er findet in den Räumen; des Jüdischen Jugendheims, Schweidnitzer Stadtgraben 28, in der Zeit von 12—15 Uhr statt. , Nähere Auskünfte erteilt das Büro Der Kinderfürsfirge. Wallstraße 7—9. Zimmer 6. Sprechstunde täglich von ist bis ' 1 Uhr. außer Mittwoch und Sonnabend. - * die.Freie jüdische Volkshochschule" eröffnet am 1. November cr. ihre Winterarbeit. Erfreut cher Weife ist es gelungen, für den Eröffnungsvortrag den Schriftsteller Franz Werfel zu gewinnen, der über „Realismus und Innerlichkeit" sprechen wird. Eine UebLrsicht über die Vorlesungen ist in dieser Nummer« enthalten. Das ausführliche Borlefungs-Berzeichnis erscheint in der Oktober-Nummer. das Jugendheim braucht Spiele. j Im Jüdischen Jugendheim wird in der Allernächsten Zeit ein Tagesraum - eingerichtet werben. Dazu brauchen wir Spiele, z. B. Schach, Halma, Dame, Reisespiele, Quartetts etc.; auch Spiele, die eventuell im Hof benutzt werden können, wie Crockett etc. Außerdem brauchen wir für den Tagesraum elektrische Tischlampen. . ~ ' 1 Wer solche Dinge dem Jugendheim spenden will, möge sie entweder direkt an das Jugendheim senden (Adr. Jüdisches Jugendheim. Schfoeidnitzer Stadtgraben 2fi) oder eine Mitteilung machen, daß die Sachen abgeholt werden können. - Das Jugendheim, ist in den Abendstunden telephonisch zu erreichen unter der Nummer 583 01. Die Jugend ist für jede, auch die kleinste Spende-dankbar.- , ✓ 100 Jahre voraus ist unsere Gemeinde in jeder Beziehung, wie alle Eingeiveihten w ssen. Deshalb kommen alle Ratschläge, mündlich, und schriftlich, von Berus enen und Unberufenen, meist viele Posttage - zu spät. Die Ilneingewe hten haben das aber erst aus der August-Nummer des Gemeindeblattes lurch einen besonders tüchtigen Setzerlehrling erfahren. Er sollte in der li tzten Minute die Ueberfctprift für den Leitartikel „Jahresende 5601" von Eem.- Rabb. Dr. Vogelstein in größeren Lettern setzen und machte dacaus Jahresende 5701. Es sei Ihm herzlich gedankt. Leider werden wir uns erst durch das Jahr 5602 durcharbeiten müssen. i (R.

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