Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 6 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Breslauer 3ü disches Gemeindeblakk Nr. 6 Sie Vreslauer Ortsgruppe de» jöd. Frauenbundes i'crouftultoto im ,vct'ruac und März d. Tis. Arbeitsgemeinschaften in 4 Doppelstunden über: „Ziele und Wege der Frauenarbeit in dcr j ü d i s eb e n Gemeind e." Frau Qllendors batte freut blichst ihre Räume zur Verfügung gestellt. Frau Vogelstein betoiite in ihren . Vegrüßungsworten an die in großer Zahl erschienenen Teilncbmc , daß sie bei dieser Veranstaltung eine angeregte Aussprache und einen Auder Meinungen erhoffe, svozu-die einleitenden Referate nur den liefern sollen. > , Frau?t. Else Rabin sprach als erste Rcfcrent'ls zu cibigem Dbema: „Vom Weg ünd vom Willen." Lie schilderte den besonderen Werl der fraulichen Arbeit, die in ihrer Abneigung gegei Bürokratismus ein rein menschliches Verhältnis zu den Objekten der tausch toff allen Arbeit sucht. -Tarum ist es der Fraii möglich, ihre soziale Tätigkeit zu einem wahren Dignit am Leidenden, ain jwirtschaftlich schwachen zu gestalten, ut d das Ziel ihres itelfcns ist es, ihn so zu förbern, daß er wieder zum schreibenden ivird. Am selben Rachmitkag referierte Herr Verwaltungsdir« ktor?tl R e eb n i K auf GrimH feines reichen Wissens auf diesem Gebic t über die G e m e i n h c - O c g chn isationen in Preußen Er K sprach unter anderem, Zusammer^setzung und Aufgaben der beiden Geryeindckorperschaften, — Vorstand und Repräsentanz — wie des Landesverbandes, der — vorläufig allerdings choch ohne Anerkennung als öffentlich rechtliche Vertretung der preußischen! Auden — doch tatsächlich als solche behandelt wird und schließlich diejenigen des geplanten Reichsverbandes der de itfchen landen. Am 2. Racbmittagei erläuterte Frl. Goldschmidt oom s>;ialen Standpunkt und Frau Paula O l l e n d o r f f vom kulturellen Standpunkt aus die Aufgaben der Gemeinden. Dis erslere, welche sti dtische Leiterin eines Fürsorgcbezitzkcs ist, sprach eingebend von der Heutig n Art der Wohlfahrtspflege, die sich, im Gegensatz zu der früher geübten Wohlfahrtspflege und Rachbarhilfe, in festgefügter Form auf Gesetzen aufbaut. Bezüglich der jüdischen Wohlfahrtsarbeit im Anschluß an die allgemeine, bervertet die Rednerin höher als pekuniäre Hilfeleistung die Ilebernahme solcher interkonfessioneller Aemter, in denen wir als Juden den Juden nützen können. Frau Ollendorff gab an Hand des Haushaltsplanes ivertvolle Aufschlüsse über die bisherigen Leistungen der Gemeinde auf kulturellem Gebiet und beachtensiverte himveise auf lveiteren Ausbau derselben. Hn den Mittelpunkt ihres Referates stellte sie interessante Ausführungen über das Gebiet der Äugend- und Gefährtetenfürsorge, das sie als wichtigste Kulturaufgabe einer Gemeinde erachtet. Am p. Rachniittag, der „das G e b u r t e n p r o b l e m — d i e Schicksalsfrage eines Volkes" behandelte, ivurde durch Frau Dr. Berg - Plata'u den Hörern die ganze Tiefe und Vielgestaltigkeit dieses Problems in einer Weise nahegebracht, die Denken und Empfinden in gleicher Weise anregte. An Hand von'statistischem Material wies Referentin nach, daß bei der starken Rückwärtsbewegung der Geburtenzahlen in alleir ivestcuropäischen Ländern doch der stärkste Geburtensturz bei den deutschen Archen zu verzeichnen ist. Sie schiebt die Ursache des allgemeinen Geburtensturzes in der Hauptsache einer gewollten Geburteneinschränkung zu, hervorgerufet» durch die katastrophale Wirtschaftslage, durch unhaltbare rechtliche Zustände uich die verhängsnisvolstrn seelischen Einflüsse einer rein materialistisch eingestellten Zeit. Unter den Mitteln, die sie zur Verminderung dieser Mißstände nennt, ist die Notivendigkeit einer sachverständigen, möglichst ärztlichen Sexualberatung besonders wichtig. Der Fvrtpflanzungs wille muh wieder gehoben werden, uni den Bestand wertvollen Volkstums zu sichern. Die rege Aussprache nach diesem Referat erstreckte sich hauptsächlich auf den § 218, den $ Roma Frciburgerstraße 26, II. Atelier für Korsetts und Leibbinden a uch nach ärztlicher Vorsehrift Fertig u|nd nach Maß : t? Niedrigste Preise! Sonnabanb geschlossen! Bitte u m gütige Berücksichtigung. Domen und Herren \\\ Bezieh, z. »ent. Priv.- WumlM-h. hab. z. Verk. f.’IYinm Toilcttenaclf«* . Hoi Sicherheit K^nnni'.-T^ifer. 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