Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-05-01 · 5 (5.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
5 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3970005-7569524-7569684--1480-3971387
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

I Nr. 5 Breslauer Jüdisches Gemeindeblalt 11 Mdlc ridrti*e,«ie michtdlc Zlhn« BiOX-UUKA ‘ZAHNPASTA sp daher ao sparsam. »» llb H^Draidii zu fprbern. Die russische Fünftagewoche, die ausführlich dargestcllt wird, hat mit der gleichnamigen Einr chtung des kapitalistischen Länder nichts gemein. Ueber die Möglichkeiten zukünftiger Entwicklung urteilt Stern, vaß es sehr wohl dahin kommen könne, daß die industrielle Produktion allgemein auf 5 Tage in der Wäche beschränkt wird, wie es auch denkbar sei, daß der Bürooerkehr regelmäßig 2 Tage hintereinander ruhe, es sei aber nicht anzunehmey, daß jemals dgs gesamte Wirtschaftsleben in allen seinen Zweigen noch für | einen zweiten Tag in der Woche stillgelegt werde. Für das SabbathprobleM folgt daraus, daß mit der Durchführung der Fünftagewoche zwar nicht alle Sorgen behoben sind, daß aber so wesentliche Schwierigkeiten in Fortfall kommen, daß es jedem Juden möglich sein wird,j den Sabbath in traditioneller Weise zu halten. Anders freilich liegt dis Situation, wenn durch Einfügung von Blankotagen das 'System des Kalenders durchbrochen, wird und der Sabbath nicht mehr an den Sonnabend der bürgerlichen Woche gebunden ist. — Die leicht geschriebene, aus gründlicher Kenntnis der Literatur und des Tatsachenmaterials fußende Studie bietet all denen, die sich mit 0em SabbathprobleM, wie Üblerhaupt Mit jüdischer Wirtschaftspolitik befassen, unentbehrliches Material. Emil Ludwig: „Geschenke des Lebens) ein Rückblick. Geh. 12 Mk., Lein. 16 Mk. Ernst Rowohlt Verlag, Perlin. Emil Ludwig, ein Breslauer Kind als Sohn des berühmten „Augen- Eohns" lzum Unterschied zu dem ebenso berühmten „Pflanzen-Cohn"), ist vielleicht der meistgelesenste.deutsche Schriftsteller im In- und Auslande. Auch dieser zur Vollendung seines All. Lebensjahres blendend geschriebene Rückblick auf ein hochinteressantes Leben, fesselnd bis zur letzten der 656 Seiten, wird voü Tausenden Lesern förmlich verschlungen iverden. Wiederum zeigt Ludwig sich als Meister in der Charakter- Schilderung der Männer und Frauen, die Deutschlands Geschicke in den letzten 30 Jahren beeinflußt haben, wobei mancher, den wir bisher als „Größe" gehalten haben, herzlich klein erscheint. Manchmal kann man sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, daß die gegebene Charakteristik auf zu kurzem Eindruck beruht und nur der glänzenden Darstellung wegen gegeben ist. Am eingehendsten und wohl am vollkommensten ist 'sicherlich kein Zufall — die Charakteristik Maximilian Hardens, mit dem Ludwig so. viel Aehnlichkeiten und Gegensätze verbunden haben. Etwas ganz Besonderes aber ist die Charakteristik seines Bakers, des aufrechten, geistreichen aber auch knorrigen Gelehrten, beim die Reaktion der 80 er Jahre anstatt kräftiger Förderung jedes Hindernis in den Weg gelegt hat. Bon seiner ganz neuen Seite zeigt sich Ludwig m der eingestreuten Lchbesidylle von der Eroberung seiner Frau und dem Ausbau der kleinen Hütte lin der Wald- und See-Einsamkeit, in der die naturvertraute Lebensgefährtin den verwöhnten Großstädter zur Natur zurückfinden läßt. Alle! diese Reize und Schönheiten des neue» Werkes werden zwar tausende! Leser aufs höchste entzücken, der Ewigkeitswert des Buches steckt aber m. E. — dem Verfasser wahrscheinlich am meisten unbewußt — in deM so nebenbei gegebenen Ausschnitt aus dem Kulturbild von Breslau zu Ende des vorigen Jahrhunderts. Manches ist davon erst kürzlich .Historisch" geworden, so wenn Ludwig belichtet, wie sein Bater von seinem Parkettplatz aus in der üblichen Weife während der Pause sich umdrehte, um seine Bekannten in den Mängen, jeder auf dem „ihm nach seinem Stand und Reichtum zustehenden" Platze zu begrüßen, eine Breslauer „Sitte", die erst mit der „Mischung^ durch die Volksbühne oerschwunden ist. Dabei ist Ludwig durchaus nicht gut auf Breslau zu sprechen. „Da meine Mutter Breslau verließ, hinterließ ich in meiner Vaterstadt nichts, was mich band. In -zwanzig Jahreii hat nachher weder die dortige Gesellschaft, noch die öffentlich« Meinung, noch haben meine Kameraden mich gesördert. Ein einziger, Alfred ldamit ist wohl unser Gemeindemitglied, der Großkaufmann Alfred S„ in Firma S. & Sch., gemeint! D. Vers.), ist mir über alle Wechselsälse unbeirrt hilfreich und brüderlich treu geblieben." <S. 243.) > Roch ein Wort zu seiner Stellung zum Judentum, zu dem sich L. jetzt offen bekennt. Nach der naturphilosophischen Anschauung des Vaters fei tür .Teine Religion Platz in der Familie gewesen. Aber trog des! uln sich greifenden Antisemitismus habe sich der Väter geweigert, seine Äiinder taufen zw lassen. Die Namensänderung sollte lediglich das Fortkommen der Kinder erleichtern. (S. 104, 573.) R.s Das A p r i l h e f t der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird eröffnet durch einen Aufsatz G. Salzbergers über die moderne Predigt. Ausgehend von der Arbeit eines bekannten christlichen Theologen sucht Salzberger dem Zeitwandel gerecht zu werden, der über den Rationalismus des 10. Jahrhunderts zur Gegen wart geführt hat; er erörtert vor allen Dingen die Forderung der Schlichtheit und Sachlichkeit, die der neuzeitliche Hörer, ob Jude oder Christ, an die Predigt stellt. Er weiß aber zugleich'den besonderen Bedingungen der Synagogenpredigt gerecht zu werden, die, iiw Sinne der lleberlieserung des Judentums, einen weit stärker belehrenden Charakter tragen muß als die Kirchenpredigt. Erfreulicherweise setzt ferner-dies Heft die Darstellung des jüdischen Schul w,esens fort, welche durch den Aufsatz des Herrn Prosesst>r Fürst im vorigen Heft begonnen wurde. Während, wie jener Aufsatz zeigt, die Zahl der höheren Schulen eher im Zunchmen begriffen ist, zeigt die Statistik des Volksschulwesens, die der bekannte Fachmann Direktor Dr. Rotholz mit erläuternden Bemerkungen oorlegt, einen starken Rückgang sowohl der Schulen wie auch der im Dolksschulwesen beschäftigten Lehrkräfte. Wie wir erfahren, werden die nächsten Hefte Aufsätze über das Schulwesen in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie bringen, denen man mit großer Spannung entgegen sehen darf. Von denjenigen Arbeiten, die in erster Linie für den Fachmann bestimmt sind, darf der /Aufsatz von S ch i r m a n n „Eine hebräisch-italienische Komödie des 16. Jahr- Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine I Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Küchen und Torten, die Sie unmittelbar nach d^r Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keines tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden, i Palmin koscher besteht zu vollen 100°/0 dus reinem Cocosfett. Beim Kochen, Braten, Backen —immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei ist Palmin koscher so leichfverdaulich,daß es selbst dem empfindlichsten Magen gut bekommt. TOMOR PALMIN für die rituelle Küche i (Fleischig und milchig zu gebrauchen! TPK2—Itl BRESLAUER PAKETFAHRT-GESELLSCHAFT Breslau, Tauentzlenstraße 107—111 / Fernsprecher Sammelnummer 52371 Spedition l?l«»l»^l4a»ainsB»«»p»6 Lagerei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.