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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-05-01 · 5 (5.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
5 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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/ Breslauer Jüdisches Gemeinöeblatl Amtliches Blatt der Gynagogengemeinde zu Breslau Schrtftlrttung: Berwaltung«b>restor 0r. Rechnitz, Bre-lau, Waststratze y I Druck und Anzrtgen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkp AMengeselllchaki. Verlag: Büro der Synagogetzgemeinbe, Brealau. Wallstr.y / Tel. 21S11/12 > Breslau 5, Reue Graudenstrabe Nr. 7 / Fernsprecher 214 SS u. 244üy AnAeigenpeet«: Die 6 gef)». MIMmeter-Lette oder deren?)aum 16 Ofg. — Bei laufenden Aufträge» Rabatt. j ui.....................um.. Für die unter dem Namen des Verfasser« erscheinenden Artikel und die Bereinsnachrichten übernehmen wir nur die prestegesetzlichr Berantwonunq 8. 2ahrg. Mal 1931 i Offenbarung Gedanken für das Schewuothfeft. Wie bei verschiedenen Menschen sich eine Verschiedenheit wissenschaftlicher und künstlerischer Begabung findet, so auch eine Verschiedenheit religiöser Empfänglichkeit. Es gibt unreligiöse Menschen ebenso wie es unmusikalische gibt. Freilich ist die^ Zahl derjenigen, in deren Seele die religiöse Saite gänzlich fehlt, wohl sehr^ gering: nur müssen oft ganz besondere Umstände eintreten, uns sie in Schwingung zu versetzen. Und so können wir auch j religiöse von «religiösen oder antireligiösen Epochen der? Geschichte unterscheiden. Bekanntlich rvar die Aufklärungszest im 18. Jahrhundert so verständnislos für religiöse Werte,und Erscheinungen, daß einer der hervorragendsten Geister dieser Epoche, Voltaire, die Stifter dei Weltreligionen für Betrüger hielt — eine Anschauung, die man übrigens auch einem mittelalterlichen Kaiser. Friedrich II., zuschreibs. Demgegenüber steht nun die Zeit, da in einem, dem israelitischen!, Volke wenigstens die Empsänglichkeit für religiöse Wirkungen den höchstmöglichen Grad erreichte — die Zeit der Offenbarung an Sinai, deren wir Juden uns alljährlich gn unserem Wochenfeste erinnern- War or der Gesetzgebung, am Schilfmeerc. ich selbst hinausgewachsen, daß damals habenere Gesichte hatte als später der , so lagerte dann am Sinai das ganze : — dieses „hartnäckige" Volk von einheitlicher Gesinnung erfüllt wie nie und Zukunft. Damals sah und hörte Stimmen des Donners, des Schofarl'die gewaltigen!Naturerscheinungen,' unter denen sich der Allmächtige offenbarte: es fand sich kein Tauber, kein Blinder, dem nicht Heilung seines Leidens geworden wäre. Damals sprachen sie alle einmütig: „wir wollen üben und verstehen." Und die himmlischen Scharen selber erkannten bewundernd die Höhe an, zu der Staubgeborene sich emporgeschwungesi. Schnell freilich erwies sich, daß die Größe einer Stunde nicht ausreicht, um eine Nation dauernd über alle irhische Kleinheit und Niedrigkeit zu erheben; daß die von der Gewalt des Augenblicks Betrübten, auf die „sich der Berg Sinai gestülpt hatte gleich einem Bottich", Pflichten auf-sich genommen hatten, deren heiliger Ernst, deren Menschenkrast fast übersteigende Verantwortlichkeit sie nicht hatten ermessen können- Und dennoch war der Tag der Offenbarung, mit dein Bündnisse zwischen Gtt und Menschen, das er gestiftet, Nicht vergeblich gewesen. Die kommenden Geschehnisse erwiesen die Notwendigkeit und auch die Möglichkeit solchen Bündnisses; und als wieder einmal ein Verhängnis durch! das wunderbare Eingreifen des himmlischen Partners zunichte gemacht worden war, da „bestätigte 6üch der irdische, ivae er längst schon auf sich genommen." Wir aber leben Meder in einer Zeit, der die Empfänglichkeit für religiöse Werte geschwunden oder doch stark gemindert scheint: so stark gemindert, daß selbst die ungewöhnschon einige Wochen v das Volk so weit über „die einfachste Magd e große Prophet Ezechiel Volk als eine Einhei Individualisten von so sonst in Vergangenheit jeder Volksgenosse die klanges, die Blitze, a lichen Ereignisse, deren j Zeugen gerade Unser Geschlecht, die Saite in unserem Innern nicht zum Klingen dringen konnten. Wir leben in der Zeit ^der Gottlosenpropaganda, deren Verfechter jeden materiellen Genuß als wertvoller denn Gttesglauben hinstellen und so nur ihre eigene Seelenarmut beweisen. Wahrscheinlich fehlen auch Sprößlinge des jüdischen Stammes nicht gaiv3 unter ihnen, obwohl sie erfreulicherweise nicht zahlreich vertreten zu sein scheinen. Jedenfalls wollen wir uns durch das nah mde Schewuothfeft an unsere jüdische Aufgabe gemahnen lasse i, des am Sinai geschloffenen Bundes eingedenk zu bleiben und uns als die Gemeinschaft zu fühlen, die das Gtteserbe zu tragen hat durch die Zeiten, um es der Menschheit für eine bessere Zukunft zu erhalten; uns als die Gemeinschaft zu führen, der Not.und Sorgen die Himmelsleiter ebensowenig entwinden können wie Glück und Reichtum, deren Schicksalsdunkel immer durch die Blitze vom Sinai erhellt wurde und auch fernerhin erhellt werden soll. . S i m o n s o h n. Gememöevertreter-Sitzung ain 15. Apkil 1951. Bericht von Dr; R e ch n i ß. - Aach Bekanntgabe einiger Einladungen und Danksagungen teilt der Vorsitzende 3.-9!. Pciscr mit, daß die Beratung des Etats abgcsctzt werden mußte, tveil die Etatskonnnission in gemeinschaftlicher Sitzung mit Vertretern des Vorstandes sehr erhebliche Abstriche und Aendcrungcn vorgenonnncn habe, M daß der Etat vollständig uingcarbcitet werden müsse, dckaegen müsse über den Stcucrprozentsatz heute Beschluß gefaßt tpcrden. — Herr - E> i n s als Berichterstatter dieser Vorlage erachtet die Zustimmung der E>entcindevcrtrctung zu dem vorgeschlagencn Lteucrprozcnlsatz von 14 Prozent nur als eine Formalität, da der Prozentsatz bereits veröffentlicht worden sei. Er bedauert auf das Acußcrste, daß der Etat wie in den Vorjahren wiedcrtun. verspätet vorgelcgt werde. Die Etatsscstsctzung sei das wichtigste Recht der Gcmcindevertretnng, eine solche Beratung könne nicht in der letzten Minute gemacht werden. Dieses Jahr soll der Prozentsatz nicht nur ohne Etat festgesetzt werden, sondern sogar mit einem unausgeglichenen Etat, der mit einem Fehlbetrag von 225 0M Mk. abschließc. Eine Streichung von lOOÖOO Mk., wie sic die Etatskominission wünsche, erscheine ihm unmöglich, wenn man nicht an Positionen kürze, deren Kürzung in jetziger Zeit nicht zu verantworten wäre- Man müsse-Nach Erhöhung der Einnahmen suchen, z. B. durch Einführung der Kopfsteuer. Für alle diese wichtigen Fragen - hätte die Gemeindevertretung kcine^. Zeit zur eingehenden Beratung, gefunden, während sie mit unwichtigen Sachen stundenlang aufgehaltcn wordcil sei. Bei der ganzen Sachlage könne er nichts anderes tun, als die Annahme der Vorlage zu empfehlen. — Verwaltungsdirektor S*. Rechnitz bestreitet den forinellen Charakter der Zustimmung. Die Veröffentlichung sei vorbehaltlich der Genehmigung der.

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