Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 4 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer Jüdisches Gemeindkblall AmMches Blatt der Synagogengemeinbe zu Breslau ig: DerwaltungSblrestor 0r. Rechnitz, Breslau. Wallstrabe 9 I Druck un6 Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzfg AMen, ächriftlestung: DerwaltungSdirestor 0r. Rechnitz, Breslau. Wallstrabe 9 I Druck un6 Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatztg AMengesestfchast. Verlag: Büro der SgnagogeNgemetnd«^ Breslau, Waststr.9/ Tel.21611/12 | Breslau 5, Reue Sraupenstrabe Rr. 7 / Fernsprecher 2*468 u. 24469 irinzetgenpret«: Sic t gekp. 3nunmetR-3cUc ein deren Ttaum 16 Dfg. — Lei lausenden abtftrOgm iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiimiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiMiiiiiMiii>iiiiiiiiiiiiiiiiuiHiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiniiMiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiuiHiiimiiiiiiiiiiiiNiiniiiiiuMiniiiiiii{iiuiiiiiiiiMiiHBiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimmiiiiinimitm Für die unter dem Rainen des Verfassers erscheinenden Artikel und die Vereinsnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung 8. Sahrg. _April 1931____Ar. 4 Feierstttle dem 4kwigcn Don Bez.-Rabb. Dr. B e e r NI a n n - H c i l b r o n n. , Dein griechisch-röintschen Heidentum war die Arbeit etwas Verächtliches, was sich nur für den Sklaven schickte, aber ,i des edlen Frcigeborenen unwürdig war. Dem Judentum > galt die Arbeit für eine gottgebdtcnc Leistung, durch die auch { der Aicdrigstehcnde gek oben uyd geadelt wurde. Es kannte auch die weihevolle Erhebung ü^er die Arbeit in der Sabbatbweibe, in der die judcngegnerischc Antike nur deit Ausdruck einer gewissen Arbeitsscheu, dqn Gesetz gewordene,! Hang zur Trägheit erblickte. So höhnen die griechischen und römischen Schriftsteller über die sabbathfeierni'en jüdischen Zeitgenossen und über i] die bekehrten Heiden, Männer und Frauen, denen es der Zauber dieses Tages Ungetan chatte, und die wie der von ✓ Iuvenal geschilderte römische Ritter ain festlich erleuchteten Sabbathtisch sitzen und altehrwürdige Gebete murmeln. Der i Sabbath war ihnen das Zeichen und der Ausdruck ihrer jüdischen Gesinnung, die sakramentale Kundgebung ihres - Uebertritts zum Judentum. Weil, von den Unbekehrten mißverstanden und nicht begriffen, war der Sabbath auch , der Gegenstand billiger Scherze And Witze aus der Komödien- ’ bühne der römischen Kaiserzeit in Volksstücken, von denen das Wort galt: Den lallten Mgrkt mag Momos unterhalten, ein edler Sinn licjbt ejdlere Gestatten. ' In dein Weihegruß, mit dem der Jude beim Weinkelch des Sabbaths Einzug begrüßt, wird der heilige Tag dreifach ‘ gekennzeichnet: Ruf iich .Heilig^, Hinweis auf das Werk im Anbeginn und Erinnerung an! den Auszug aus Aegypten. In würdevoller Schlichtheit usid Knappheit ist damit des Ruhetages Ideengehalt umschrieben. „Ruf ins Heilige" will der Sabbath sein. Rings , um uns eine Welt, in der Macht geht vor Recht, wo' Triebhaftigkeit und Leidenschaft mit seelenbetäubendcm Lärm und des Gewissens heiligen Stintmen üb^rtönen, da will der Sabbath der Seele ihr Uebergewscht verleihen und die Sehnsucht nach Reinheit und Güte widhrstandskiräftig machen gegenüber dem wogenden Wirrwarr cjottwidriger Dämonien. Da spricht die jüdische Seele mit dem großen Dichter der weltlichen Bibel: „Ach ich bin des Treibens müde, was soll all der i Schmerz und Lust, süßer Friede, komm, ach komm in meine f Brust." Und in der Friedensftille frommer Weihestunden ■' erschließt sich die Seele dem Ruf ins Heilige. ' Ein „Hinweis und Blick auf das Werk im Anbeginn will der Sabbats", will der Sabbath denen geben, die ihn ehren und heiligen. Unsere Arbeit sei Gottesi, tnenft, gottgemäß, gottgewollt. Unsere Feier und Rast ift_! der stille und doch so berqdte Ausdruck unserer Gotteshuldigung, ~ * die alles Seiende als Heschöpf! seine Hand anschaut und in geschöpflicher Demut alles Tut» und Lassen seinem Willen unterstellt. Es ist der Sabbath ein stets erneutes Denkmal i . unserer Glaubenstreue und Anhänglichkeit an den Schöpfergott. tÄ „Erinnerung au den Auszug aus A e g y p t e n" will der Sabbath wecken. Nicht -darf mit der Arbeit Rartbbau an Mcnschcnwert und Menschenfreiheit getrieben werden. Nicht darf der Arbeit Last die Seclä, erdrücken und ersticken und das Gemüt ausdörren. Der Sabbath soll der Seele Erlösung und Ererbung bringen ynd so zur Genrütserhebung und Seelenwonne dem Menschen werden, die qucllenreichc Dase in der Wüstenei des Lebens, ein Stück Himmelreich in Erdenmacht und Erdcnqual. Wie sagt der Talmud: „Hielte Israel den Sabbath, sogleich erblühte ihm Heil rmd Rettung!" > l ' I Gemeinöevertreter-Sihung - am 5. Wärz 1931. Bericht von Dr. R c ch n i tz.; (Fortsetzung und Schluß.) Der Borstand gibt im Verwaltungsbericht bekannt, daß nach der Preuß. Verordnung vom 13. 12. 1930 bei allen Beamten und Angestellten vom 1. Februar.1931 ab eine Gehaltskürzung von 6 Prozent vorgenommen worden ist: die Ersparnis betrage rund 31000 Mark im Jahre. Herr Freundlich beantragt Zurückverweisung an den Borstand zwecks nochmaliger Erwägung. Dem Gehaltsausschuß habe seinerzeit nur die Reichsnotverordnung vom 1. 12. 1930 Vorgelegen; nach einer neueren Verfügung des Finanzministers werde es aber den Synagogengemeinden überlassen, die Gehaltskürzung vorzunehmen. J.-R. Gold schm idt bemerkt, es handele sich nicht um eine Verordnung des Preuß. Finanzministers. sondern der Preuß. Staatsregiervng, die sehr wohl, den Synagogengemeinden Borschriften machen könne. Geh. Rat Goldfeld erklärt, der Vorstand habe geglaubt, die Synagogengemeinden seien verpflichtet, allen Beamten 6 Prozent zu kürzen: er werde aber die Rechtsfrage noch einmal nachprüfen. — Bon dem Bericht über die Etätsarbeiten 193132 wird Kenntnis genommen. In die Etatskommission werden gewählt dje Herren: Smoschewer, Kober, Jacobsohn. Mayer, Silbermann und Bayer und als Vertreter die Herren Horn, Rothmann und Kempe, Des weiteren wird im Verwaltungsbericht berichtet über jbie Geschäftsübersicht und über die Zusammenlegung der beidfn Waisenhäuser. Letztere Habsich bisher noch nicht durchführen lasten. Der Borstand Habdaher für dieses Etatsjahr die Subvention für jede Anstalt^gcsondert gezahlt. R.-A. Rothmann bemängelt, daß der Berwaltungsbericht die Entlastung des Jiigendheimleiters nicht erwähnt Dies hätte schon deshalb geschehen müsten, weil sie im Gegensatz zu dem Jugendheimausschyß erfolgt sei. — Herr K empe oermißt einen Bericht über dey Bauvertrag mit Herz, Blüchcrplatz, und über das Angebot! der Dolkswacht für den Druck des Gemeindeblattes. Dr. R-echnitz erwidert, der Vertrag Herz sei Angelegenheit der Oppenheim-Stiftung. Stiftungssachen erscheinen weder im Etat noch im Berwaltungsbericht. Das Angebot der Dolkswacht und der Firma Schatzky werde