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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-02-01 · 2 (2.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
2 (2.1931)
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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20 Steslanet Jüdische» ©emr inöeMaf f Nr. 2 Die freie jüdische Volkshochschule eröffNete ihr 24. Halbsernester am 18. Januar 1931 mit ein«n Vortrag von Professor Dr. David K o i g e n» Berti«, früher Universität Kiew, über: Die Idee der Geschichte und der jüdssche Geschichtsgedanke. Der Vortragende, der hohe geistige Aitforderiüigen an die Zuhörerschaft stellte, die durch sein Ringen mit dirr deutschen Sprache nicht erleichtert wurden, entwickelte etwa folgende Grundgedanken: j Jeder Einzelne ist mit der historischen Epoche, in der er lebt, verbunden. Der Zusammenhang von Geschichttidce und jüdischer Geschichte ist sehr eng. Das Judentum bejaht das Geschehen und sieht, im Gegensatz zum Buddhismus, das Sein im Geschehen. Alles ist in der Historie eingeschlosjen, außerhalb ist nur Gott. Es fragt sich, ob eine gleichmäßige Ordnung des Geschehens feftzustellen und ob di« jüdische Geschichte damit in Beziehung zu bringen! ist. Zum historischen Entstehen gehören eine Gemeinschaft und ihre Handlungen. Aus der Gemeinschaft sondern sich Geschlechter und Individuen aus. . Dcks Individuum setzt sich wieder mit. der Gemeinschaft in Beziehung, und in dieser Beziehung liegt der Keim alles historischen Geschehens. Zuetsl glaubte der Mensch, daß Gott allein handeln könne. Der Einzelne handelt« nur im Austrage eines Allgemeinen. Das ist die theologische Phase der Geschichte. Das historische Erlebnis begann, als man das Geschehen als menschliches Hardeln entdeckte. i Die jüdische Geschichte zersällt dementsprechend in zwei Teist. 1. Epoche der Theogonie (Jahwe-Bund bis Prophetie), 2. Pharisäischtalmtidi'ches Judentum (Vis zur Gegenwart). Der erste Teil der ersten Epoche endet mit der Kolonisation von Kanaan und der Bildung eines Staatsoolkes. Der zweite endet mit der Bildung einer Nation von Berufenen. In der zweiten Epoche bildet sich zuerst die Nation der Reinen: der Einzeln«, nicht mehr der Staat, steht im Zentrum des Bewußtseins. Durch Ritus und Erfüllung der Gebote soll eine Beziehung zwischen Mensch uiÄ Jenseits hergestellt werden. Nachher bildet sich die Nation der Wachsamen. Die Naturordnung (Spinoza, Einstein) wird Vorbild des Lebens, das von der. Au'klärung beherrscht wird. Jeder der vier Teile der Entwicklung hat ein Grunderlebnis. Es sind dieselben wie in der Geschichte überhaupt. Ohne Beziehung zwischen Gott und Mensch gibt cs keine Geschichte. Das ist auch^der Grundgedanke des Judentums. Sind. phil. Ilse Schmidt. Bibliothek -er Spnagogen-Gemeinöe, finger 8 Uebe.r Sabbath und Festtage. Ein Auswahlverzeichnis. Altmann, Adolf: Aehren und Beeren. Band 1: Feste und Sabbathe 1926. 7479 «Easses, D.: Sabbothskrnden. 1868. > ■ . 2948 Friedmann, M.: Pesikta Rabbati. 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Tischri 5691). Hsgb. von Ismar Eibogen u. a. Berlin 1930. 4783 Feuchtwanger, Lion: Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. 2 Bände. Berlin 1930. 4795 a, b Fleg, Eümond: Salomo. München 1930. 4712 Fort, Gertrud von: Der Papst aus dem Ghetto. Die Legende des j Geschlechtes Pier Leone. Roman. Berlin 1930. «749 Fraenkel, Michael: Ludwig Traube. Ein oberschlesischer Wohltäter! der leidenden Menschheit. Oppeln 1930. 3610( 63 Fraenkel, Sigmund: Aufsätze und Reden. Ein Spiegelbild deutschjüdischer Geschichte aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. München 1930. «783 Rad, Gerh. von: Das Geschichtsbild des chronistischen Werkes. Leipzig 1931. Ruppin, Ä.: Die Soziologie der Juden der Juden. Berlin 1930. Sibergleit, Hch.: Die Bevökerungs- und Berufsverhältnisse der Juden 5690, 53 1. Teil: Die sozial« Struktur 4774 a im Deutschen Reich. Bü. 1: Preußen. Berlin 1930. Wichmann, Wolfgang: Di« Leidenstheologie. Leipzig 1931. Disraeli, Ä.: Spiegel des Lebens, Roman. Neumann. 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Februar 1931 Herr M a x B l o ch und Frau I o h a n lila geb. Wollt, Augustastraße 75. i. Den 90. Geburtstag feiert am 24. Februar 1931 Frau'Auguste Cohn geb. Mnadh», M^itzftraße 34. ' Den 80. Geburtstag | feiert« am 1. Februar 1931 Frau Cölestine Königsberger apb. Sittenfeld, Augustastraße 38. Den 75. Geburtstag feierte am 13. Februar 1931 Frau ReginaSüß miä st n geh. Mona Freiburger Straße 30. feiert am 7. Mürz 1931 Frau Klara Gluskini^s geb. Falk. Fneßburger Straße 20. . j | feiert am 13. März 1931 Frau Lina Goldfchmidt gcw. Scheib, Höschenstraße 57. Frau Goldschmidr gehört seit 15 Jahren dein Frauenverein der Breslauer Chewrah Kadischah an. nachdem sie bereits 10 Jahre in chrer Heimatgemeinde Rawitsch das heilige Amt einer Gohbete ausgeübt hatte. Mit seltener Hingabe und Ausopserung versieht sie auch heute noch ihren frommen Dienst. Wir wünschen der Jubila/in, die sich einer erstaunlichen geistigen Frische erfreut, daß ihr ein langer uttd heiterer Lebensabend befchieden sein möge. ... Werbet für den Humboldt •Verein! snTiiBRQSTmmninBnRnRRnfltRiHiBRmuSRSui re remi

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