Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 1 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Brtflaaer Jüdische« Oemeinbeblaff 13 Eintracht sah man lang«, bunt «schmückte Tische mit Schokolade, Kuchen und anderen guten Dingen. Herr Oberkantor Borin entzündete die Chanukkahlichter und Herr Rabbiner Dr. Sänger erläutert« den Kindern in anschaulicher Form den Smn des Chanukkahfestes. Den Kindern wurde es überlassen, an der Ausgestaltung der Feier selbst mitzuwirken. und so zeigten sie mrt großem Vergnügen, was sie konnten. Die Kinderfürsorg« des Jüdischen Frauenbundes hat außerdem einer großen Anzahl von jüdischen und paritätischen Logen und Vereinen bedürftige Kinder für die Chanukkah-Einkleidung nach gewiesen. Es konnten so noch zirka 150 Kinder von folgenden Logen und Vereinen eingekleidet «verdtn: Heinrich Graetz-Loge, Joel-Loge, Hermann, und Mozart-Loge, Pkoltke-, Morse-, Freundschasts- und Phönix-Loge, Paula Ollendorff^Hausholtungsschule und Chanukkah- Komitee Oschinski. Vielen notleidenden Kindern unserer Gemeinde wurde auf dies« Weise geholfen, und nicht nur ihnen, sondern auch den Ellern, die einer großen Sorge um die Bekleidung der Kircher enthoben wetden konnten. •. Kinderfürlorge des Jüdischen Frauenbundes i. A.: Dr. Alice Oppenheimer. Arbeitsgemeinschaft de» Jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe Breslau. I. Zur Entwicklungsgeschichte der Frauenarbeit in der jüdischen Gemeinde. Bnm Weg und vom Willen. . (Res. Frau Dr. Else Rab i n.) Gemeindeorganisation in Preußen. (Res. Berwallungsdirektor Dr. R e ch n i tz.) II. Sozial« Aufgaben der Gemeinde. (Ref. Frau Paula Ollendorsf.) Kulturelle Ausgaben. (Ref. Frau Lebrecht-Glücksmann) HI. Rechtsschutz der Frau. (Res. Frl. Assessor Dr. Lotte Peiser.) Das Äeburtenproblem —i eine Schicklalsfrage des deutschen Volkes. (Ref. Frau Dr. Berg-Platau.) IV. Arbeit»- und Berufssrogenj (Ref. Frl. Dr. Heilberg.) Ausbiidungsmöglichkeiten. (Ref. Frl. Dr. Oppenheimer.) Die Arbeitsgemeinschaft findet in den Räumen von Frau Oll endo rfs, Zwingerplatz 2, statt, mld zwar Montag, 2. Februar, 16. Februar, 23. Februar und 2. März 1931, nachmittags 5—7 Uhr. Teilnehmerkarten für 3 Marl erhältlich im Büro des Jüdischen Frauenbundes, Wallstraße 9. Die Soziale Gruppe veranstaltete am Dienstag, den 16. Dezember 1930 eine Chanukkah-Feier iür ihr« Schützlinge. - < Nachdem Herr Sanitätsrat Dr. Boß die Lichte gezündet hatte, hielt Frau Dr. Else Räbin eine sehr eindrucksvolle Ansprache, in der sie, zurückblickend aus die bewußt jüdische Seele der Makkabäer, den Zuhörern ans Herz legt«, ihr Judentum ausrecht und stolz zu tragen und ihre Kinder in jüdischem Sinne zu erziehen. Ueber hundert Menschen wurden nun mit einem warmen Abend' brot bewirtet, heitere Borträge zwischendurch brachten wahre Ehanukkah- Freude unter die sonst mit Sorgen beschwerten Menschen. Den Schluß des Abends bildete eine Bescherung sämtlicher Anwesenden mit warmen Wintersachen. Wir danken an dieser Stelle allen Firmen und Freundert unserer Sache herzlich für di« Opferwilligkeit, mit der sie es uns trotz der schweren Zeit ermöglicht haben, eine solch ausgiebige Bescherung zu veranstalten. . > Am Sonntag, den 14. Dezember, fand die Chanukkah-Fe>er für die Kinder unserer Kinderheimstötte statt. Bei Schokolade und Kuchen, durch heiteres Theatersviel bereiteten wir den Kindern viel Freude. Etwa 40 Kinder wurden «nit Kleidungsstücken, Süßigkeiten und Spielzeug l»eschert. Am Montag, den 15. Dezember, beim musikalischen Chanukkah- Abenü für unsere Mitglieder, Zündete Herr Oberkantor Bor in die Lichte und bot noch liebenswürdigerweise einige Lieder dar. Es folgten Gesangsoorträge von Frau Openüänger Hecker, Frau Küche Fischer und Krrn Berteryiann. Die Begleitung hatte Herr Kapellmeister Hans Krieg übernommen. Wir danken an dieser Stelle nochmals herzlich den Damen und Herren für ihre freundliche Mitwirkung. Der Abend brachte einen Ueberschuh für unsere sozialen Institutionen und neue Mitglieder. _ Notiz. Ehrenamtliche Helferinnen für unsere Kinderheimstatt« können sich noch melden bei sozialer Gruppe, Karlstraße 43, Tel. 290 05. Jüdische» Jugendheim. Am 21. Dezemher, nachmittags K4 Uhr, versammelten sich eine große Anzahl von Kindern und Erwachsenen zur Chanukkahseier des Vereins „Jüdi'ches Jugendheim". , Herr Wesel, der liebeitswürdigerweise die Leitung des Nachmtttags übernommen hatte, zündete die Chanukkahlichter. NackArm ..Moaus zur" von den Teilnehmern gesungen worden war. hielt Herr Wesel eine kurz« Ansprache. Alsdann kamen Gedicht« und kleine Theaterstücke, zum Teil religiösen Charakters, di« von Schülern und Schülerinnen vorgetragen wurden, zu Gehör.! , . Zum Schluß kamen noch einige Wanderlieder, gesungen von ewigen Mitgliedern des „I. I. W. B." und des „Kameraden" zum Vortrag. Der Verein spendete für > di« Kinder bunte Beutel, die bei den Kindern große Beaeinetuna auslösten. __ Besonderer Danck gebührt an dieser Stelle Herrn Lehrer Wesel, sowie Fräulein Sabme cheimann und Fräulein Weißbart. die liebenswürdigerweise den Gesang und die Klavierbegleitung für di« Singspiele übernommen hgttey. Nelken. Der verein „Jüdische, Jugendheim" beabsichtigt, im Wintersemester Musikabende zu veranstalten und bittet musikbegabte Jugendliche, die geneigt sind, sich an einem solchen Abend zu beteiligen, sich bis 30. Januar 1931 bei Herrn Lehrer ©«f rl, Augustastrahe 126, schriftlich zu melden. I. T. S. v. Lar kochba. _ Der hiesige .Fiüdische Turn- und Sportverein Bar Kochba" oeranstgltet« am 20. Dezember im Jüd. Jugendheim «ine Chanukkahseier für seine jüngsten Anhänger. Etwa 80 Knaben, .Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren, hatten sich zu einer würdigen Feier des Festes eingefunden. Eine fröhliche Stimmung schufen die zahlreichen Darbietungen, teils heiteren, teils jüdisch-ernsten Charakters. Da für die schönsten Leistungen Preile ausgesetzt waren, chor di« BeteUigung der Knaben an dem Künstierwettstreit groß. Durch diese Feier wurde der Knobenabteilung des Bar Kochba, die mit ihren 90 Mitgliedern eine der stärksten Abteilungen des Vereins ist, neuer Impuls gegeben und auch neues Blut zugeführt. Einen Tag später versammelten sich di« erwachsenen Mitglieder zu einer Chanukkahseier bei' Kovnhauser. Turnerische und musikalsiche Borsührungen umrahmten di« Maccabäerrede Alfred Koppels, in der er die Ausgaben des Dar Kochba eingehend darlegte. Nach Abschluß der Feier, bei der zirka hundert Mitglieder anweiend waren, blieb man noch einige Stunden zwanglos und Heller zusammen. Der Bar Kochba ist der größte jüdische Sportverein. In chm werden hauptsächlich Turnen, Fußball, Handball, Faustball, Leichtathletik und Tischtennis betrieben. Während die -Turnabteilung viermal in der Woche je zwei Stunden di« Turnhalle der Augustofchul« für ihr regelmäßig stattsindendes Turnen in Beschlag belegt hat, hält die. Sport obteilung chr Winterhallentraining in der Turnhalle Augustastraße 28 ab, bei' dem besonders Wintertraining für Fußballer und Leichtathleten betrieben wird. Di« Sportabteilung läßt w diesem Winter fünf Fußballmannschaften spielen, von denen drei Senioren-, eine Jugend- und «ine Knabenmannschast sind; letztere ist sicher« Meisterschastsanwärterrn. Auch di« Leichtathleten berei'en sich eijrig auf di« nächst« Saison vor. da sie auch in der letzten Saison große Erfolge, Wie zum Beispiel der Sieg im Klubkamps gegen Hagibor-Prag und die glänzenden Zeiten der Jugendsprinterstassel errungen haben. Bei dieser sportlichen . Betätigung gerät - aber die geistig-südilche Arbeit keineswegs ins Hintertressen. Das Hauptziel des Dar.Kochba ist, den Typus des körperlichen und geistigen Kampfers zu schaffen, der sein jüdisches Selbstbewußtsein weder im sportlichen Wettstreit noch im Lebenskämpfe verliert, und dem di« Erhaltung des Judentums oberstes Gesetz ist. Je mehr junge Juden an diesem Ziel« innerhalb des Bar Kochba Mitarbeiten, um so eher wird er es erreichen. Die Anschrift des Vereins lautet Margot Reich, Sonnenstraß.' 14. Dort sind auch Auskünfte und Anmeldeformulare zu erhallen. S. <E. hakoah. Die 2. Mannschaft absolvierte dielen Monat 3 Spiele und gewann gegen Rot-Weiß 5 : 4, gegen 06 9 :1 und verlor gegen Deutsch-Lisfa 6 :3. Di« Jugend verlor gegen Rot-Weiß 3:2.' Sonst, ruhte der Sportbetrieb. Aus Beschluß des Vorstandes und der Dolloersammlung findet jeden 1. Mittwoch im Monat eine Vollversammlung statt, erstmalig am Mittwoch, den 4. Februar 1931. Es ergehen keine weiteren Einladungen Unentschuldigt«- Fehlen wird laut 8 29 unserer Satzungen bestraft. Entschuldigungen find nur j schriftlich an unsere Geschäst-sielle, Hans S ch ü f t a n, Klodnihstraß« j 73, zu richten. Wir bitten di« -Mitglieder aber, die jeden Mittwoch im Jüdischen Jugendheim stattsindenüen Der- Sammlungen eisrigst zt> besuchen. Hans Schüftars ' Jüdischer Schwtmm-verein Breslau E. B. 1. Unsere Generalversammlung findet am Montag, de» 26. Januar, 2030 Uhr. im Jüdischen Jugendheim statt. In dieser Versammlung werden sämtlich« Deranstaltungstermine für 1931 bekanntgegeben. - , 2. Zu dem Damen-Wetttchwimmen, umrahnit von Alten-Hcrren- Wettkämpsen, am Sonntag, den 25. Januar, 15 Uhr, im Hallenschvimmbad, «rwar'en wir all« unsere am Schwimmsport interessierten Mitglieder. Wir haben das erste Mal hier ein« größere Anzahl unserer Dmnen ersolgoerfprechend im Wettkampf. 3. Wir machen darauf aufmerksam, »laß de Mitgliedskarten zu jedem Schwimmabend mitgebracht werden müssen, da ohne diese Eintrittskarten nicht ausgegeben werden. 4. Der Betuch unterer Sckwiminabende ist in den letzten Monaten auf durchlchnittlich 180 Mitglieder gestiegen.' Es ist das ein großer Erfolg. Wir stehen im Gau Mittelschlcsien in Bezug auf Mitgliederzahk unter den Schwimmverein«« bereits an dritter Stelle. 5. Unser nächstes Fest, das in leinen Darbietungen wie immer nur Hervorragerll>es bringen wird, findet am Sonnabends de» 14. März, im Friebeberg statt. Hallen Sie sich diesen Termin frei. Zur Beachtung! £• «ftd besonder, daraus hin gewiesen, daß der Vorstand svitualkommisston) der Gemeinde' sür die rituelle Zuverlässigkeit der i« Anzeigenteil de, Gemeindeblatte» emusohtenen waren keine Gewähr übernimmt, soweit e» sich nicht uw Geschäfte handelt, die der Aussicht der Gemeinde unterstellt find. —