Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 1 (1.1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Sre»latter Jüdische» (Setneiabcblaf t Nr. I 23. 12. Ernestine Brockmann, Zimmerstraße 17. 23. 12. Chase Sore Schattan, Belchatow bei Petrikow. 24. 12. Josef Baum, Reudorfstraß« 20. 25. 12. Martin Weißkops, Menzelstraße 93. 28. 12. Natalie Altmann geb. Schlochhosf, Tauentzienstraße 124. 28. 12. Benjamin Bobzanowski, Brandenburger Straße 33. 28. 12. Edith' Kreismann. Kinb, Fi'chergasie 14. 30. 12. Carl Growald, Hohenzollernstraße 33/35. 30. 12. Helene Katz. Friedrich-Wilhelm-Stroße 25. 31. 12. Iccheck Ajzenszmib, Lolh. 1. l. Helene David geb. Israel, Gräbschener Straße 119. 2. 1. Clara Kuhn geb. Schlesinger. Gräbschener Straße 103. 4. 1. Jenny Pinkus, Holteistraße 43. 4. 1. Jacques Rosenbaum, Moritzftraße 14. 4. 1. Ella Wolfs geb. Lewy, Monhaup'straße 18. 4. 1. Mathilde Glaser, Diktoriastraße 33. 6. 1. Dorothea Kiewe geb. Rosen'hal. Reichstraße 6. ' . 6. 1. Siegfrieb Koeppler, Gabitzstraße 43. 6. 1. Elli Lippmann geb. Hirlchberg, Friedkich-Wilhetm-Straße 59. >>. 1. Michael Silber, Zimmerstraß« 11. '! 9. 1. James Brück. Beuchen O.-S. 9. 1. Cäcilie Keller geb. Schureck. Parkstraße 38/40. 9 1. Leopold Katz, Frobenstraße 3. N Kus dem vereinsleben. N . Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen Schlesiens, Breslau H, Schweidnitzer Stadtgraben 28. Telephon 268 63. An alle jüdischen Arbeitgeber richten wir die dringende Bitte, bei Nereinstcllung von Personal im Haushalt, Büro und Betrieb erwerbslose jüdische Arbeitnehmer in Konkurrenz treten zu lassen. Geeignete Bewerber werden auf telephonischen'Anruf 268 63 gern von uns jederzeit namhaft gemacht. Lehrlinge, die Ostern zur Schulentlassung kommen, müssen sich unbedingt setzt zwecks Berufsberatung und Lehrstellenoermittlung an uns wenden. Meldungen Sonntag, vormittags 10—11 Uhr, auch nach vorheriger telephonilcher Anmeldung. Sv rech stunden für männliche Arbeitnehmer: jeden Nachmittag von 3—5 Uhr Freitag bis 'A Stunde vor Sabbathanfang). Sprechstunden für weibliche Arbeitnehmer: vormittags von 10—12 Uhr. Unsere Schreib st ube übernimmt zu üblichen Preisen Schreib? arbeiten und Vervielfältigungen jeglicher Art. Interessenten für den vom jüdischen Wohlfahrtsamt eingerichteten Kursus' im Weißnähen wollen sich ebenfalls in unserer Sprech-. stunde melden. Der Kamps um die Kalenderresorm. Um eine einheitliche Aktion gegen eine die Stetigkeit des Sabbathr bedrobende Kalenöerreform wirksam durchzuführen, halte das Präsidium des Wellverbandes Schomre.Schabbos die führenden Berliner Organiiationen zu einer Besprechung aus Sonntag, den 7. Dezember, eingelaüen. Den Zweck der Versammlung legte Herr Dr. Grünberg, der als Vorsitzender des Weltverbandes die Konferenz leitete, in einführenden Worten dar. Der Abwehrkampf gegen die Kalenderreform soll durch unmittelbar« Beteiligung der jüdischen Gemeinden und Organisationen aller Länder jüdischer -nedlung intensiviert userden. Die Notwendigkeit verstärkter Aktion bezeugte das groß angelegte Referat .desz Herrn Dr.^Adolf I a c o b u s, das einen klaren Ueberbsick über die Entwicklung der Kalenderresormfrage gab, die von dieser Seite dem Sabbath drohenden Gefahren beleuchtete'und insbesondere der!verdienstvollen Tätigkeit lener Organisationen gedachte, die bisher schon .zur Abwehr der Gefahren gearbeitet haben, wie das „Jüdische Konnte betreffs der Kalenderreiorm > Zürich, und .Leogu« sor Saseguar.^mg the Fixity os the Sabbath agomst possible Encroachment by Calendar-Resorm", Newyork. Das Referat deutete ab'chlicßend den Weg an, den der Weltverband zu beschreiten aedenkt, um der Aktion gegen'die Kalenderreform zum durch, greifenden Erfolg zu verhelfen. S a k o. Hilfsverein der deutschen Juden. Stiftung des Profesiors W. M. Haffkine i Am 12. November kan,', unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simov -ine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschußes des Hilfsvereins der deutschen Juden statt, der als Hauptpunkt der Tagesordnung die Beschlußfassung über die Verwaltung der Haffkine-Stiftung vorlag. . Der vor kurzem in Lausanne verstorbene hervorragende Bakteriologe Professor W. M. Haffkine. der sm Jahre 1860 in Odessa geboren ist, hinterließ in hochherziger Weise «in Kapital von etwa anderthalb Milli? onen schweizer Francs zwecks Bildung einer Stiftung in der Schweiz, die von einem dortigen Bankinstitut verwaltet wird, und aus besten Oy;* trägnisten Talmuthochschulen (Jeschibot) in osteurvpäiichen Ländern (unter eventueller Berücksichtigung auch öer handwerklichen Ausbildung der Schüler) gefördert werden sollen. Die Stiftung! hat di« Einnahmen sür die angegebenen Zwecke gemäße den Entscheidungen des Hilfsvereins zn verwenden, dessen Werk der Verewigte wärmstes Interest« entgegenbrachte. Ferner wurden Bewilligungen vorgenomitten, unter anderem für jüdische Studenten aus Osteuropa. Aus dem Beiricht über die Aktion für den Wiederaufbau des Jüdischen KinderhouseS in Kowno ist zu entnehmen, daß die Sammlung bisher «in befriedigendes Resultat gehabt hat; die sür den Bau notwendigen Mittel sind allerdings noch nicht vollständig aufgebracht worden. Di« Mitteilungen über die Aufwendungen des Hilfsvereins aus seinen oerschiedenen Arbeitsgebieten sowie über den Ausbau der Organisation des Hilfsvereists in Berlin und im Reich« im lausenden Jahr« wurden mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen; namentlich wurde hestoorgehoben, daß trotz der Ungunst der Zeit ein erhebliches Anwachsen l der Jahresbeiträge zu konstatieren ist. Zahlreiche neue Ortsgruppe)» ‘ sind gebildet worden. Auf der anderen Seite steigen natürlich dauernd die Anforderungen, die an den Hilfeoerein gestellt werden. Der HilfS- . verein ist daher heute mehr denn je auf die tatkräftigste Unterstützung, seiner Mitglicher und Freund« angewiesen. Herr Dr. Sigmund Wassermann wurde zum stellvertretenden Schatz, »reister gewählt. Die ..Jungjüdische Friedensgemelnschast" hat eine „Schule des Friedens" (Jeschiwath Hillel) ins Leben gerufej,. di« Sonntag, den 23. November, 8 Uhr abends, in der Synagoge, Prinz regentenstraße, Berlin-Wilmersdorf, feierlich eröffnet wurde. Das Pro gramm der von Orgelspiel umrahmten Feier umfaßte ein« Eröffnung^ ansprachc des Vorsitzenden der Jüdstchen Gemeinde Berlin. Direktor Georg Kaleski, einen Jnaugurationsoortrag von Dr. Alfred N o s s i g : „Die weltgeschichtliche Bedeutung der Friedenslehre" somie Anfprachen des Vorsitzenden der .Zungjüdiscken Friedensgemeinschaft" Kurt Jacobowitz und des Vertreters des „Jüdischen Friedensburchet"' Alois A. F. M a r c u s. Die „Schule des Friedens", welche der jüdstchen Ueberlieferung entsprechend in einem Sybagogenraum ihre Kurs« abhalten wird, will dös Friedeneproblcm teils in grundlegenden Vortragsserien, teils in Einzeloorlesungen behandeln. Als Dozenten sind bis jetzt unter anderem vorgesehene Rabb. Dr. Kantorowsky, Rabb. Dr. Prinz, Helmut v o!n G e r l a ch. Kapitän P e r s i u s, Hauptmann a. D. Schützing« r, Otto L eh m a n n - R u ß b ü ld t. j Nach dem von Dr. A. Nosfig entworfenen Plan des neuen Lehtinstitutes soll dieses nicht den Charakter einer Akademie tragen, sondern in erster Linie die Heranwachsende Generation mit dem altjüdischen Friedensschristtum sowie mit der jetzt im Entstehen begriffenen Friedenewistenschaft vertraut machen und aktive, geschulte Vorkämpfer der Frii densidee heranbilden. Der verband jüdischer Studenlenvcceine in Berlin, Ortsgruppe Breslau, sendet uns folgenden Aufruf :n t der Bitte um Veröffentlichung zu: Jüdische Studenten und Studentinnen!! Aus dem Zwang der Schaffung einer einheitlichen iüdifche» Studentenorganifation heraus, die nach unjerem Plan intcrlorporat v — und daher den Tenoenzen jüd'fch.'r Korporationen nicht zuwiderlaufend — ihr Programm durchführen soll rufe» wir alle jüdischen Studenten und Student! i.ien da,u aus, sich an der Schakfunq der hon uns geplanten und oereits ,n die Wese geleiteten Jüdischen Studentenschaft aktiv zu beteiligen. — Ungeachtet aller' trennenden politischen Schranken rufen wir alle die, die an einer starken, das jüdi'che Element in der Breslauer Studenten'«!»!» nah außen hin vertretenden Orgänisation interessiert sind, und denen das Gefühl der jüdischen Zusammengehörigkeit noch nicht abhanden gekonnnen :lt. Erfahrungsgemäß wird ter einzelne jüdische Student, sofernj er nicht einer Korporation angehai^t (und ihre Mitglicüerzahl ist relats» klein), die Erfüllung seiner. e»s dem Judentum ihm erwachferchen Pflichten oernachlästigen. Wirtichaitlich steht der jüdisch« Student che>st ohne Rückhalt, da selbst einzelne kleine-Gruppen Ifelbstverständlich) leider nicht das können, was eine Bereinigung oller jüdischen Studenten! in Zukunft nach unserem Programm tun könnte. I! ' Wir sind gewillt, unser Programm — das auf die S ch a f f u njg einer von den Hochschulen anerkannten Jüdische>n Studentenorganisation auzielt — aufrecht und konsequent durchzuführen, rechnen aber bei der Ausführung diclee Projektes jaus das Pflichtbewußtsein aller jüdischen S-'-idenien, deren Vertretung vor den Hochschulbehörden dieser jüdischen Studentenschaft anoertraut sein sollte. j Wir bitten daher alle jüdischen Hochschlller Breslaus, die hieran interessiert sind, ihre 2ldresse dem unten genannten Vorstand mitzuteilen. Breslau, den 9. November 1930. Jüdischer Studenten verein. Ortsgruppe Breslau. Der Vorstand: , David Groß, cand. ing.; Michael Grajwer, can>d. phil.; B. Briljling. Adresse: Jüdischer Studentenverein, Breslau, Wallstraße 19. r Die Sinderfürsorge de» Jüdischen Frauenbundes und der Schwefiernbnnd der Gesellschaft Eintracht, haben, wie seit vielen Jahren so auch dieses Jahr, eine große Anzahl notleidender jüdischer Kinder zur Chanukkazeit mit warmen Sachen versorgt. Trotz der schweren Zeit haben viel« gütige Spender in großzügiger Weise Kleidungsstück« und Geldmittel für dieles Hilsswerk zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt ist das Gelingen dieser guten Sache der unermichlichen und aufopfernden Tätigkett der Schwestern der Gesellschaft Eintracht und vieler Mitarbeiterinnen der Kin-erfürsorge des Jüdischen Frauenbundes zu danken. Es konnten insgesamt 115 Kinder von Kops bis Fuß mit neuen Dachen eingekleidet werden. Daneben «rhieltey die Kinder Spielsachen und gute Bücher. Eine große Freude bedeutete den Kindern die Chanukkahseier, an der 70 von ihnen teilnehmen dursten. In den Räumen der Gesellschaft