Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 8 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Breslauer meindeblatt mtliches Blatt der Synagogengemeinde zu Breslau «chNfllettung: Verwaltung^direNor Div Nechnltz,1 Bre«lau, Waltstratze 9 I Druck und Anzelgeu-Armahme: Druckerrl Th. Schatztg AMengesellschaf». Verlag: Büro der Sgnagogengemelnde, Breslau, Wallstr.9 / Tel.r»6ll/12 I Breslau 3, bleue Sraupenstratze Nr. 7 / Fernsprecher 2446* u. 24469! atatdORÜMMt*: LI» 6 gtf>. ntimmtKr-Adle-oAcr Acren 34mim 16 Mg. — 3M Ianf«n6*n ataftrSgen Jlabatt. uiiiiiHiiiiiiiimiunniniiiiiiiiiiiiiiiiHiimiiiminiiimuiHiiuHiiniHui Fvr die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die DereinSnachrichten übernehmen wir nur die Press»gesetzliche Verantwortung 7. Äahrg. August 1930 - Ar. 8 Der Sabbath. G'tt hat zu Mose gesprochen: „Ich besitze in »neiner Schatzkammer ein köstl ches Kleinod, das seit der Schöpfung Tagen darin verwahrt! ist; sein Name ist Sabbath; ich will es jetzt meinem Volke!Israel überantworten, tue ihm diesen meinen Entschluß luni>, damit sie es würdig aufnehmen l« So weiß der Talmud zu berichten. Und er begründet die Ankündigung des Geschenkes, das G'tt seinem Volke zugedacht damit, daß der unschätzbare Wext dieses Geschenkes den damit zu Bedenkenten sonst nicht ohnh weiteres kundgeworden, daß ihnen das darnt verbundene Opifer zunächst fühlbarer gewesen sein würde als der Segen, det darin verborgen. Und tatsächlich ist dieser Segen immer! nur dem erschlossen worden, der den Sabl>ath mit allen seinen Eigentümlichkeiten, seinen in's Einzelne gehenden, das gcjmze Leben regelnden Forderungen auf ich genommen uftd mit ihrer gewissenhaften Erfüllung Errst gemacht. Seihst die soziale Bedeutung des wöchentlich wiederkehrenden Rühetages und der Einfluß, den er auf Körpe: und Seele übt, die Erneuerung aller Kräfte, die er im Gefolge hat, j ist den äntiken Völkern verborgen geblieben. Rom; Klassiker haben die Juden, die in ihrer nächsten Nähe lebten und deren Gewerhesleiß sie beobachten konnten, ob dieses vor ihnen peinlich gehüteten Ruhetages faul gescholten. Erst ganz allmählich ist der soziale Wert eines regelmäßig wiedeckehrenden Ruhetages den anderen Völkern bewußt geworden, unb sachte haben sie begonnen, diesen Gedanken für sich zu nützen, in ihren Grenzen die Sonntagsruhe einzuführen und zur Pflicht für alle Bewohner dep Staatsgebietes zu machen. Für alle, auch für uns Juden, die wir längst den Segen einer weit folgerichtigeres», das ganze Denken and Fühlen des Menschen weit stärker erfassenden Sabbathheilig mg an uns erfahren. So droht das Glück, das uns seinen Ur prung verdankt, unserem ureigensten Besitztum, dem es entsprungen, zum Verhängnisse zu werden. Es geht uns hier, wie es uns auch mit anderen Heilsgütern gegangen, die wir den Völkern gebracht. Wir haben ihnen den Glauben > an den einen G'tt gekündet, und sie haben uns zu Ungläubigen gestempelt. (Vir haben sie gelehrt, daß der Notleidende nicht durch Zinslasten, hie der Reiche ihm aufbürdet, gänzlich zu Boden gedr äckt werden solle, stnd sie haben uns das Gewerbe des Wucherers auszudrängen versucht. Wir haben ihnen den Ruhetag geschlmkt^ und! sie rauben uns das köstlichste Gottesgeschenk, unseren Sabbath. Un^d nun droht noch die Gefahr der Kalenderreform, die durch Einschaltung undatierter, namenloser Tage heillose Verwirrung stiften würde. Da haben denn die Getreuen sich zusammengeschlossen und den „Weltverband Schomre Schabboß« gegründet, der in diesen August-Tagen zu Berlin seine erste Tagung halten will. Möge es ihm gelingen» durch erfolgreiche Verhandlungen mit den Behörden der einzelnen Länder und mit den Instanzen des' Völkerbundes sowie durch Aufrüttelung der Gewissen innerhalb des jüdischen Kreises das unersetzliche Gut des Sabbaths zu schützen und denen, die es in seiner ganzen Köstlichkeit begreifen und festhalten, das Leben -$in wenig zu erleichtern! Rabbiner Sim 0 ns 0 hm! ... fiufenf an alle jüdischen Krauen Schlesien»! _ Jüdische Frauen, seid eingedenk des Gebotes im 3. Buch Moses Kap. 19 Vers 18r „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.« - “ .. Ein entsetzliches Grubenunglück im Kreise Neurode hat 162 arme Bergmannssamilien um ihren ^Ernährer gebracht. Der Verband schlesischer Frauenvereine, dem der Jüdische Frauenbund seit vielen Jahren angeschlossen ist, hat es sich zur dringenden Ausgabe gemacht, den armen, von diesem Schicksalsschlage schwer betroffener» Familien zielbewußte und auf den Einzelnen abgestimmte Fürsorge zu^ leisten. Wir bitten daher unsere jüdischen Familien, soweit es in ihren Kräften steht, Spenden aus unser Postscheckkonto:, Breslau 29319 zu überweisen. Auch der geringste Betrag ist uns willkommen. Gebt so viel, wie Ihr. entbehren könnt! Doppelt hslst, wer schnell hilft. | Der Vorstand der Brest. Ortsgruppe des Iüd. Frauenbundes. BeateGuttmann, 1. Vorsitzende. l Würde. Aus Anlaß der bevorstehenden hohen Festtage -erinnern wir an unsere früher veröffentlichten Z»»schriften aus Kreisen der Gemeinde, daß die Airzeigen in den Tageszeitungen über. Vermietung von Synagogenplähen als anstößig und würdelos empfunden werden. Wir bitten daher unsere Gemeindemitglieder dringend im Interesse des Ansehens der Gemeinde und der Würde vor der Heiligkeit des Gottesdienstes, derartige Anzeigen zu unterlassen. Das Gemeindebüro (Plahkartenausgabe) übernimmt f X lt f an alle jüdischen Männer und Frauen! Verzug Reichstagswahl am 14. September sein Wahlrecht sticht au-übt, macht sich mitschuldig an den unabsehbaren Folgen für das Judentum. Retchsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe.Breslau.