Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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rrC / I— Breslauer Jüdisches Gemeinöeblalt Amtliches Blatt der Synagogengemeinbe zu Breslau Schriftliitung: DeNvaltungbbtrektor De. Nechnttz, Breslau, WallstraSe 9 I Druck und Aiyeigm-Annahme: Druckerei Th. «chatzky MliengefeNschafl, Verlag: Büro der Sgnagogtngrmeinde, Breslau. Wallstr.s / T-l.2l6il/l2 I Breslau 3, Neue Sraupenstrabe Nr. 7 A Fernsprecher 34468 o. 24469 ain*cigent>rcW: »l* 6 gef». ntunmeter-Seile o6et deren Ttaum 16 Mg. — 3M laufenden Aufträgen Aadan. - Für die unter dem Namens de« Derfaffers erscheinenden Artikel und die Dereinsnochrichten übernehmen Mir nur die 7. 3ahrg. 3uni 1930 Olr.6 Der Segen -es Friedens In diesen Wochen wurde der Priestersegen aus der Thora verlesen. Der dritte Abschnitt dieses Segens lautet: „Der Ewige wende dir sein Antlitz zü und gebe dir Frieden." Im Anschluß an dieses Wort finden wir im Midrasch Rabba eine Fülle von Aussprüchen über die Macht und den Segen des Friedens, von welchen ich an dieser Stelle zwanglos und unsystematisch einige anführen möchte, ©ott1 gebe dir Frieden. Er breite sich über dein ganzes Leben aus über deinen Eingang, über deinen Ausgang. Habe Frieden r^it allen Menschen. Der höchste Friede kommt nicht urplötzlich. Er wird das Ziel einer langen Entwicklung sein. Die messianische Zeit bringt ihn. Er wird gefördert durch Ausbreitung des Wissens, ©ott und seine Boten, die doch die ewigen Hüter reinster Wahrheit sind, ändern, Botschaft, die von einen^ Menschen zum andern getragen wird, um den Frieden nicht zu§ gefährden. Hoch steht insbesondere der Friede zwischen Mann und Weib. Um ihn zu bewahren, darf selbst der heilige Gottesname ausgelöscht werden. Alle Propheten haben nur geweissagt um des Friedens willen. Der Friedenssegen ist der letzte, denn ohne ihn hat jeopr andere Segen keinen Wert. Das Gebet um Frieden ist dsr Schluß jeden Gebetes. Die wahre., Hüter des Friedens find nicht die Stolzen und Mächtigen, sondern die Demütigen ijmb Gebeugten. Wenn Israel selbst in die schwere Sunde des Götzendienstes versunken wäre u::d hielte den Frieden hoch) so könnte keine feindliche Macht ihm etwas anhaben. Schreibe nicht zum Kampfe, ehe du nicht alle Mittel des Friedens erschöpft hast. Frieden haben die Gerechten und die wahrhaft Bußfertigen. Friede ist der höchste Lohn, den Gott den Pflichttreuen zu geben vermag. Die Jünger der Wissenschaft sollen den Frieden mehren. Der wahre Priester ist Wahrer des Friedens. Am Anfang ist Go.t und sein Name ist Frieden. Mögen diese hehren Worte in dieser harten und friedlosen Zeit eine ernste Mahnung sein. Mögen alle Menschen sich begegnen mit dem heiligen Gruße: „Friede sei mit eucy!" H o f f m a n n. Gemein-eoertreter-Sitzung amj 26. Mai 1930. Bericht ^on Dr. R e ch n i tz. Der Borsitzende Justizrat P e i s e r verliest zunächst einen Antrag der zionistischen > Fraktion auf Satzungsänderung dahin, daß das Wahlalter anstatt auf 21 Lebensjahre auf 20 Lebensjahre festgesetzt werde, um das Wahlalter in Uebereinstimmung zu bringen' mit der Wahlberechtigung für den Preußischeij^Landesverband. Nach Mitteilung des Borsitzenden ist aber die entsprechende Aenderung für den Landesverband noch nicht angenommen worden. Der Antrag selbst könne heut nur zur Kenntnis gegeben werden, da eine Satzungsänderung nur in zwei getrenntenj Sondersitzungen beschlossen werden könne. eine Zu Pun Bezugnahmi pflegungs-A Isolierbaracke Gemeindeve :i Gegenäußeru stalt hierzp Das l Rechtsanwaft auf Bericht angenommen Ueber Iustizrat P hergesehene Konzert, da^ hat und die Schweidnitze^ nehmigend spricht der T Vertreter veranstaltet Heim kein Händen sei. erhalten, doji gewiesene R die Lehrling Redner regt dienst abzubl erwidert, daß Räume nicht ausschusses schen Minjch weiteren und die Anft geheime Sis über die Hi gesprochenen samten persöft waltung 9l 1 115 287,37 rechnung der nur rund-4 Steuererheb, die Kosten, was auf die zuführen sei sind. Rechte Statistik nich Prüfung beitskräften mann regt und nach de Verwaltung^ vergleichen kt 2 der Tagesordnung legt der-Vorstand unter auf seinen Antrag, der Israelitischen Kranken-Derstalt eine Baubeihilfe von 10 000 Mark für eine zu bewilligen, den Bericht der hierfür von der tretung eingesetzten Kommission vor und die ng der Israelitischen Kranken-Derpflegungs-An- Der Punkt wird in die geheime Sitzung verwiesen, abpflegelegat Häuflein wird, auf Bericht von Spitz, das Jahrzeitlegat Philippine Bernstein lon Rechtsanwalt N o t h m ä n n ahne Aussprache fir durlh )en Derwaltungsbericht referiert der Borsitzende i se r. Die Verteilung aus dem Fonds „Unvor- Beihilfen", die Abrechnung über das Synagogeneineo Reinüberfchuß von 462,17 RM. gebracht Abfindung zur Erlangung der Wohnung Woywod, Stadtgraben 28 (Lehrlingsheim), werden ge-;ur Kenntnis genommen. Im Anschluß daran orsitzende den Wunsch aus, daß für die Gemeinde- Führung durch das Jugend- und Lehrlingsheiin werde. Dr. Schlesinger beklagt, daß in dem Raum für gottesdienstliche Veranstaltungen vor- Das Badtsche Minjam habe zwar die Genehmigung 1 Gottesdienst abzuhalten, aber leider sei der zuaum nicht geeignet. Bedauerlicherweise nähmen e des Heims am Gottesdienst nicht teil. Der ferner an, an den hohen Feiertagen dort Gottesalten. Geheimrat Goldfeld vom Vorstände die Gemeindevertretung über die Verteilung der beschließen könne, das fei Aufgabe des Arbeitsdas Jugendheim, der das Verlangen des Badtn sicherlich wohlwollend prüfen werde. Die chte über die Kündigung des Hausmeisters Sowak ellung feines Nachfolgers Gabriel werden in die ung verwiesen. Der Vorstand berichtet ferner he der Verwaltungskosten auf Grund des aus- / Wunsches auf Senkung. Danach betragen die gelichen und sachlichen Kosten der allgemeinen Der- 055,72 RM. bei einem Haushalt von RM.. das sind rund 8.2 K und bei Hinzuverwalteten Stiftungsmassen mit 1 158 000 RM. %. Dabei sind allerdings nicht eingerechnet die ngskosten von 70 000 RM. Der Vorstand hält r Allgemeinen Verwaltung für überaus niedrig, enorme'Beschränkung der'Arbeitskräfte zurück- . die allerdings als stark überlastet anzusehen anwalt I a c o b s o h nbemerkt hierzu, daß diese - gewünscht worden sei, sondern ledsiHlich eine Nachden Vorstand, ob an irgendeiner Stelle an Argespart werden könne. Rechtsanwalt N o t h - an, die Kosten der Verwaltung vor dem Kriege Kriege gegenüberzustellen, obgleich sicherlich die rbeit heute sich mit der vor dem Kriege kaum de tu l.'sse.