Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 4 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3970005-7569523-7569666--1245-3971167- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.62 Breslaner 3äblf<be§4Beraeiaö c bl all die. 4 Kroh Lazarus, Sohn d. Salomon, Erb- und Gerichtsherr auf Treschin, geb. 1768,. Borst, der „Gesellsch. der Brüder"-und langjähriger Vors, des Ob.-Vorfteh.-Eollegiums der Gemeinde, Schwiegersohn des Jeremias Isaak Prinz, dessen Stamm-Nummer 83 er 1797 erhielt, starb hier am 30. 1. 1838 und ist Claassenstraße 2120 beerdigt. Sein Grabstein enthält folgenden Vers: .sticht Aller ift's, nicht Gold, nicht kühner Mut, Was dauernd unfern Ruhm erhöht: Was rechtlich nur, was edel ist und gut. Nur dies ist Ruhm,.der nicht vergeht. Drum freu' Dich. Edler, denn dies Grab umschließt Die guten Werke, die du hier geübt Und ist's auch fpqte Frucht, die selig du genießt. Sie reist in Gottes Hand, der freudig sie dir giebt." , Aus seiner ersten Ehe mit Bela Prinz gingen drei Kinder hervor: Iettel, verehel. Friedmann, Kfm. Salomon Kroh und Johanna, verehes. Wiener: die zweite Eh« mit Luise Salomon war geschieden. Laz. Kroh hat der Brüd.-Ges., der Industrieschule u. a. Verbänden größere Beträge, ferner der Gem. 10 000 Tal. zu einer Laz.-Kroh-Stift. für alte und bedürft. Männer d. jüd. Gem. hinterlosien (Gem.-Akt.). Kuh Ephraim, Sohn des Moses, Dichter, geb. 1731 und gest. 3. 4.„ 1790 in Breslau (beerd. Claasienstr. 3533), war der Sohn reicher Eltern f und eignete sich schon frühzeitig die Kenntnis der alt. und versch. neuen [ Sprachen an. Von 1763—68 lebte er als Kausm. bei seinem Oheim Beitel Ephraim, dem „Münzjuden" Friedr. d. Großen in Berlin, verkehrte hier freundschaftl. mit Mendelssohn, Ramter und Lessing, verlor durch Unvorsichtigkeit und grenzenlose Bücherliebhaberei sein nicht unbedeut. Vermögen, und kehrte, nachdem er auch den Rest desselben verreist (Holland, Frankreich, Schweiz und Italien: hatte, arm in seine Vaterstadt zurück, wo er,.von der Familie unterstützt, ganz seiner Muse lebte: seine port. Bedeutung liegt im Epigramm. Von diesen sei das ein« hier erwähnt, die .Flage eines Alten": Fürwahr, o Zeit! Du bist — Ein schlechter Alchymist. — Du machst ein silbern Haar — Aus dem, was golden war. — In seinem „Dichter und Kaufmann" hat Berth. Auerbach ihm ein liier. Denkmal gesetzt, und eine ausführliche Biographie von ihm hat der gelehrte Budapester Rabb. Dr. Kayserling 1864 veröffentlicht 'W., I. L., BrockhalE und Meyers Konvers.-Lexic.). Die von ihm verfaßte und oft zitiert^Drabsteininschrift: .Hier ruht der Dichter Kuh, — De» bald Das schnöde Glück, — Bald auch der Schurken Tück — Geneckt: hier hat er Ruh" befinKk'stch auf seinem Grabdenkmal nicht: dafür aber . ein hebr.'oon ihm selbst verf. Vierzeiler ungefähr Hesselben Inhalts. K u r n i k Max, Schriftsteller, geb. 1. 11. 1819 jn Santomischeb(Pos), bildete sich zuerst zum Elementarlehrer aus, stud. dann an der Breslauer Universität Philosophie und Philologie und war seit 1847 fast ausschließlich journalistisch tätig. Zuerst Mitarbeiter der „Schles. Zeit.", trat er - später in die Redaktion der „Bresl. Zeit." ein, wurde 1873 Vorst.-Mikgi. der Ä.-G. „Schlesische Presie" und gehörte dieser bis zu seinem Tode (8. 4. 1881) an. Jn dieser Zeitung versah die Theater- und Musikkritik, von 1877—79 auch die Redaktion des Feuilletons. Don seinen Arbeiten seien des. genannt: Goethes Frauen 1849: Angela (Rom.) 1852: Karl von Holtei, ein Lebensbild, 1880 (in „Nord und Süd"): „Ein Menschenalter Theater-Erinnerungen 1882" u. einige Dramen, von welchen etliche in Breslau, Berlin und Weimar aufgesührt wurden (Brümmer I 301 und Jessen „Max Kurnik, -ein Bresl. Journalist", 1927). L a b o f ch i n Siegfr., Kunstmaler, Radierer und Kunstkritiker, geb. 23. 5. 1868 in Gnesen (Pos ), besuchte d. Gymnasium s. Vaterstadt, bereitete sich in Berlin für d. Akad. Hochschule vor u. erhielt seine künstler. Ausbildung in Berlin (87—89 unter Anton von Werner) und München (89—91 bei Friedr. Fehr). Nov. 1892 kam er nach Breslau, gründete eine eigene Schule und fand hier als Lehrer wie als Schaffender, der noch 1900 als Meisterschüler von Pros. Hugo von Habermann in München an seiner Fortbildung gearbeitet hat, ein ergiebiges Betätigungsfeld für Jein künstler. Wirken. Verschied. Studienreisen nach Holland, Italien, Skandinavien, Schweiz und Ungarn brachten ihm reiche Anregungen. Als Graphiker war Laboschin, nach s. eigenen Worten, „Autodidakt", beherrschte aber trotzdem die verschied, graphisch. Techniken in hervorragendem Maße. — 1897 erschien von ihm «ine Mappe Radierungen „Das malerische Alt-Breslau" und 1926 Steinzeichnungei, „In und um Breslau". Von seinen Gemälden und Radierungen seien hier des. genannt: Aus d. Ghetto in Venedig. Schachris, der Rabbi, Geh. Rat Freund, Eduard Sachs und Rabb. Prof. Dr. Guttm.ann-Breslau, Rabb. Dr. Kopfstein- Beuthen, Synagoge in Oels, Synagoge in Posen und die neu« Syrwgoge in Breslau. Anläßlich der Vollendung seines 60. Lebensjahres fand bei Bruno Menzel in Breslau «ine Kollektiv- Ausstellung s. Schöpfungen statt, wenige Monate hierauf erkrankt« er an einer schweren Grippe, von deren bösen Folgen er in einem Sanatorium in Schrerberhau Heilung suchte, aber leider nicht fand. Schwerkrank wurde er nach Breslau zurückgebracht, und am Tage daraus am 4. Nov. 1929, starb er und wurde auf ü. Friedh. Lohestr. beigesetzt. Daß L. auch di« Feder zu führen wußte, das beweisen sein« Berichte in d. Brest. Zeit., bei welcher er über 20 Jahre d. Amt des Kunstreferenten verwaltet hat: eine Schwester von ihm ist die Frau d. Bresl. Apothek. Alfred Schmidt (Bresl. Zeit, und perfönl. Mitteilungen). Landau Ascher (Aron b. Jehuda), Bf. des ran* (Bresl. axpn) u. a. Schriften, war Dajan in Breslau u. starb hier am 9. Tischri 1843: er bekundete lebhaftes Interesse auch für profanes Wissen und war ein großer Berehrer Friedrich Wilhelms III. — Seine Grabstätte ist Claasienstr. 1334 (Bresl. Gem.-Bl. 1928, 10). . (Fortsetz,mg folgt.) flnuiWn MiMlml-Wkii Kr gBPaflOflenflemtlnftt Ligentumsplähe Neue Synagoge. Wir weisen wiederholt darauf hin, daß einige Eigentumsplätze (Männer- und Frauensitze) in der Neuen Synagoge durch uns verkauft werden können. Wir bitten Interessenten, sich in unserem Büro. Wallstraße 9. zu melden, wo nähere Auskunft über Lage der Plätze, Preis und Verkäufer erteilt wird. Unsere Vermittlung ist selbstverständlich kostenlos. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. ' Wir benötigen für unsere Insassen in Provinzanstalten gut erhaltene Foel'sche Gebetbücher. Teil I und II. Äefl. Zuschickung erbeten an das Jüdische Wohlfahrtsamt. Breslau I, Wallstraße 7 9, l.! Geffentliche Vekanntmachung -> Kirchensteuer und Synagogenbeitrag 1930. I. Aorbehaltlich der Genehmigung der Aufsichtsbehörden wird für das Kirchensteuerjahr 1930 (1. 4. 1930 bis 31. 3. 1931) vom Parochialverband evangelischer Kirchengemeinden in Breslau ein Zuschlag von ......... 11 % vom Gesamtverband der katholischen Kirchenhemeinden der Stadt Breslau und Umgegend ein Zuschlag von 12,5% von der Synagogengemeinde in Breslau ein Zuschlag von 14 % der Reichseinkommensteuer 1929 als Kirchensteuer (evangelisch, katholisch, bzw. Synagogenbeitrag erhoben. Der Zuschlag wird berechnet: -,) bei Pflichtigen, die zut Reichseinkommehsteuer veranlagt jvurden, von der im Einkommensteuerbescheid festgesetzten Einikommensteuer für das Kalenderjahr 1929 oder für diejenigen vom Kalenderjahre abweichenden Steuerabschnitte, die im Kalenderjahre 1929 geendet haben, 1>) bei Lohn- und Gehaltsempfängern, soweit die aus den Arbeitslohn entfallende Einkommensteuer nicht veranlagt wird, von den gesamten Lohnsteuerbeträgen des Kalenderjahres 1929. Liegt im Zeitpunkt der kirchlichen Veranlagung eines Steuerpflichtigen das Ergebnis seiner Einkommensteuerveranlagung ausnahmsweise noch nicht vor oder konnten bis zu diesem Zeitpunkt seine Lohnsteuerbeträge nicht sestgestellt werden, so wird der Kirchensteuer ein durch Schätzung ermittelter Maßstabsatz zugrunde gelegt. Ueber die veranlagte Kirchen- oder Kultussteuer erhöhen die Steuerpflichtigen Steuerbescheide, in denen die Höhe der Steuerschuld, die Zahlimgstermine ■ und die zuständige Kasse angegeben sind. »solange ein Steuerbescheid nicht zugestellt ist, haben die oben unter a genannten Steuerpflichtigen Vorauszahlungen auf die endgültige Kirchen- bzw. Kultussteuer, und zwar aus die evangelische Kirchensteuer.11%, auf die katholische Kirchensteuer.12,5% , auf den Synagogenbeitrag.14 % der jeweilig fälligen Reichseinkommensteuervorauszahlung zusammen mit dieser an die dafür zuständige Finanzkasse oder Reichssteuerhebestelle zu entrichten. Gehaltsempfänger, die zur Reichseinkommensteuer veranlagt werden, haben bis zum Erhalt eines Kirchen- bzw. Kultussteuerbescheides als Vorauszahlung auf die endgültige Kirchen- bzw. Kultussteuer de» Kirchen, bzw. Kultussteuerbetrag des Vorjahres in viertellährlichen Raten im voraus an die dafür zuständige Finanzkasse oder Reichssteuerhebestell« zu zahlen. Bei bargeldloser Zahlung oder bei Zahlung mit Postanweisung muß auf dem Empsängerabschnitt außer Namen und Wohnung des Pflichtigen die Steuernummer sowie der' Kirchen- oder Kultussteuerbetrag besonders angegeben sein und die Konfession vermerkt werden. « 11. Einsprüche sowie Anträge aus Stundung, Ermäßigung oder Erlaß finb unter genauer Angabe der Steuernummer oder der Nummer des Kirchensteuersollbuches an die zuständigen Religionsverbände zu richten. . nämlich: 1. wegen evangelischer Kirchensteuer cm den Parochialverband evangelischer Kirchengemeinden, Höfchenstraße 31, Hths. I. Sprechzeit werktäglich 9—13 Uhr: 2. wegen katholischer Kirchensteuer an den Gesamtverband der kacholischen Kirchengemeinden der Stadt Breslau und Umgegend, Ziegelgasse 1/3. Sprechzeit werktäglich 17—19% Uhr; 3. wegen des Synagogenbeitrags an den Vorstand der Synagogengemeinde, Wallltraße 9. Sprechzeit täglich (außer Sonnabend) 9—13 Uhr. Breslau, den 4. April 1930. Die Fincmzämter Lreslcm-Mitte. -Süd. -Kord und -Land. c -V 'ii