Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 1 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 1 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Jüdische Tuberkulose-Fürsorge Ursachen dce Ansteigens! der Tuberkulose Erhebungen anzustelle^i. Dadurch wird erzielt, daß in einem Stadiuni eingegrissen werden kann, in dem vorbeugend« Maßnahmen noch ausreichen. — Die für das Lehrlingsheim Pankow bereügestellte Subvention soll zur Ausschüttung gelangen, sobqld die bereits in Angriff genommenen Reformen dieses Heims ausreichend! erscheinen. r- Bei der Ausbildung von Sozialbeamtinnen soll mehr Wert auf ihre Ausbildung auf den Gebieten jüdischen Wissens gelegt werden. —' Für ein jüdisches Kinder- und ein Altersheim wurden einmalige Bewilligungen beschlossen. Amtlich. Unter dem Vorsitz des Oberkantors Zivi-Elberseld trat am I. Dezember 1929 zu Berlin die Musikkommission des liberalen Kultusausschussesdes Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zusünimen, der die Chordirektoren Badrian-Königsberg, Arno Nadel und Alexander Weinbaum-Bsrlin, ferner Oberkantor Guttmann-Potsdam und R.-A. Heinrich Stern-Berlin angehören. Als Vertreter der jüdischen Gomeind« zu Perlin nahm Ehrenreich an de» IBeratungen teil. Der einzige Punkt dertTagesordnung lautete: Inangriffnahme der Arbeiten zwecks Herbeiführung von einstimmigen Gemeindegesängen aus Grund der Texte, di« im „Emheitsgebetbuch" bzw. in dessen! „Anhang" niedergelegt sind. Er wurde «n mehrstündiger Sitzung durchberaten. Die Schwierigkeit des Problems jiner Reform des synagogalen Gesanges kam im Laufe der Verhandlungen immer deutlicher zum Ausdruck. Die Kommission verdichtete die i von ihr gewonnenen Erkenntnisse in Richtlinien, die sür die weiteren Arbeiten sortaü maßgebend sein sollen. Es besteht die Hoffnung, daß neben dem Hkinheitsgebetbuch nun auch ein ,,E i n h e i t s - gesangbuch" in nicht! allzu ferner Zeit deck jüdischen Gemeinden zur Verfügung gestellt werdesi kann.! st > Gad Esther, Dichte i Privilegierten Raphael E rabbiners Jonath. Elbens Bernhard, ließ sich aber Tätigkeit entlastet und st lichem Verkeyr und Bri, begleitete ihren Mann na. halt in London: 1820 star sich in Schlesien huldigen eine kurze Ansprache an gestickten Samtkisien jen Lhanukkahfeier in Herrnprotsch _ Auch in diesem Jahre hat eine ChänukkahfeierAür die jüdischen Insassen in Herrnprotsch in der üblichen! Weise stattgefunden. Außer dem Zündgn der Chanukkahlicht« war die feierliche urck» gelungene Veranstaltung von Ansprachen und musikalischen Darbietungen umrahmt. Die Insassen wurden auch diesmal mit Spenden bedacht. Dmkbaren Herzens hapen sie anerkannt, daß durch diese Feier — abgesehen von der Fürsorge, die ihnen sonst, durch unser Wohlfahrtsamt und den Seelsorger, Herrn Robb. Halpersohn! zuteil wird —, di« innere Verbundenheit mit uns besteht^ und sie sich nicht verlassen zu fühlen brauchen. Zum Gelingen der schöne»! Feier hatten! nicht nur unseres Beteiligten, sondern auch die Beamten der Anstalt wie immer hilfsbereit! beigetragen. Allen Mitwirkenden und Helfern Ui an dieser Stelle lstrzlichst gedankt.! j - Jüdisches Wohlfahrtsamt. vie Ausstattung arme« Dräute wurde schon in den frühesten Zeiten als «ins heilige Pflicht angesehen, und man htit darin zu eder Zeit xine der vornehmsten Ausgaben des Judentums erblickt. I! In disten Tagen Iritt die BrautgUsstbttungskasse des Jüdischen Frauenbundes wieder ait die Oesfentlichkeft heran und erinnert sie an diese Mizwi h und an dst Rot derer, die Nick t die Mittel besitzen, eine Familie zu gründen. Gerade angesichts de' heutigen wirtschaftlichen Notlage unk der Gefährdung des jüdischen Ja nilienlebens tut es doppelt not, unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Der Weg zur Gemeinschaft geht über die Familie. Aber einem, großeii Teil des Mittelstandes schon ist es fast unmöglich, dib Mittel zur Fomilijengründung auszubringen. Wenn uns < ber die jüdische Familst vellortn geht, so ist der Bestand des Judentums überhaupt gefährdet. - Aus diesen Gesichtspunkten heraus'wurde vor etwa zwei Jahren di« hiesige Brautausstattungskasse gegründet, In dieser kurzen Zeit wurden etwg 30 Bräute aurgestattet. Aber immer größer wird die Zahl derer, die an uns herantreten, so daß wist Mehr denn je die Mithilfe -Alex benötigen, die unseren Bestrebungen! dsts rechte Verständnis entgege'nbringen.! .!!! Mitgliedsmeldungen! erbitten n>ir 1 an junfere Vorsitzende, Frau Rabbiner Dr. EimonfoW, Spenden an unsere Kassenführerin, Frau Emma Gottheiner. Postscf)eckkonto 757 69. — Züöifche persönl!chkeiten in un& aus vreslau ‘t* Bon Rabb.' Dr. H e p p n r r, Gem.-Archjvar. (Fortsetzung^! n, geb. 1V70 in Breslau'als Tochter des Gen. und Enkelin der bekannten Hamburger Oberjfchütz, heiratete 1792,den Breslauer Kaufmann von ihm scheidest. Sie hat eine reiche liier, nd besonders mit Jean Paul in freundschast stfwechsel. 1802 heiratete sie ein zweites Mal. h Portugal und xwhm dann bleibenden Aufentb sie. Als im Oktober 1786 Friedr. Wilh. II. ließ, hielt Esther i©ab für die Breslauer Juden len König und überreichte ihm auf einem reichkostbare und Interessante Adresse, die nach 117 Jahren durch die Freundjlchkeit-des Herrn-Wilh. Ledermann, Berlin, wieder in den Besitz der Breslauer Gemeinde-mrückkam und sich jetzt als Leihgabe des Gem.-Archivs im „Jjid. Museum" befindet (Bresl. Gem.-Blatt 1926, 2, S. 20). Geiger Abraham, Dr. Vertreter der relis lösen Reformbewegung, bedeut. Gelehrter und Vs. bersch. Schriften und A chandlungen, wurde am 24. 5. 1810 in Frankfurt a. .M.. geb. und ist am 23. 10. 1874' in Berlin gest. Als ^tudtnt stand er zu seinem späterer .Gegner Sams. Raph. Hirsch in freundschaftlichen Beziehungen. Erwaizuerst Rabb!. in Wiesbaden und von 1840—63 Ro bb.-Asf. und dann Rabb. in Breslau, wo er in einen großen und andauernden Konst kt mit Pabbi Salomon Tiktin geriet. 1863 ging er nach Frankfurt a. M. und 1870 nach Berlin; hier war ex auch Doz. an der 1872 gegr. Höchst,ule für d. Wissensch. d. Judentums. Ist Breslau hat er 1842 den isr. Lehr- und Leseverein ins Leben gerufen, sius dessen Bücherei sich die heut ge Gem.-Bibliothek entwickelt hat; hstr (Friedhof Lohestr.) ruht auch seine am 6. 12. 60 in Breslau verst.' Frau Emilie, geb. Oppenheim aus Bonn, mit weicher er sieben Jahre verlobt und nur zwanzig Jahre vert eiratet war. Auf ihrem Grabstein stehen die folgenden, von Abrah. G, gemachten Verse: ^Was Du gewesen, Wirt» nie verlesen. Bleibst wie hienieden — Im rw'gen Frieden, Por Gottes Throne —Des Mansies Krone, , Der Kinder Wonne — Des Hausts Sonne." ' <L. Geiger, Abrah. Geigers Leben in Briefen; Kays?rl«ng, Gedenkbl. und I. L-). Geiger Dr. Berthold, Geh. Justizrat, ältester'Sohn von Abrah. G. und Schwiegersohn..von Jacob Auerbach, warde in Breslau am 6. 1. 1847 geb. und ist in Frankfurt a. M. am 24. 10. 1919 gestorbkn. Hier war er oiese Jahre hindurch Stadtverordneti r,- Vorstandsmitglied des Ostendverems, Vorsitzender dLr Änwaltskammer, des Anwaltsoereins, des Notar-Vereins, Mitglied des Vrov.-Ausschusses, des Kommunal, und Provinziallandtages, Mitglied der Elektrizitäts-Gesellschaft, des Bahnamts der Stadt Frankfurt, Ausschußmitglied des Verbandes der deutsch. Juden und über 40 Jahre der eigentliche Leiter -der „Versorgungsanstalt *ür Israeliten": eine Straße in Frankfurt führt seinen Namen. (A. Z.! d. Judent. 1917, 1 und Franks em.-Bl. 1929, .6.) 1 NIKOLAISTRl BRESLAU ECKE HERRENSTR.