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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-12-01 · 12 (12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
12 (12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 vreslauer Jüdisches Gemeindeblatk 217 laut alle Anwesenden einverstanden waren, und die demzufolge einstimmig angenommen wurdb: „Der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gibt der Ucberzeul>ung Ausdruck,! daß die Würde des jüdischen Namens und das Ansehen der deutschen Juden es dringend erfordern, den innerjüdischen Kamps zi, entgiften. Die Austragung von Meinungsverschiedenheiten, sei es oob der jüdischen, sei er vor der nichtjüdischen Oesfentlichkeit, muß ohncs jede Minderbcwertung einzelner jüdischer Gruppen in staatsbürgerlicher Hinsicht erfolgen. Ebensowenig darf eine Herabsetzung von Gegnern, sofern sie vom Willen zur jiddischen Genreinschaft erfüllt find, als Juden stattfinden." Nach der einstimmigein Annahme dieser Entschließung wurde der Antrag der Vvlkspartei zurückgezogen. In einer besonderen! Sitzung des Engeren Rates wurden die durch den Tod von Prof.- Türk frei gewprdenen Dezernate der Unterrichts¬ und der Wohlfahrtsangele zenheiten neu vergeben; das erstere wurde Professor Elbogen, das letztere Direktor Ostberg übertragen. Organisation unö Aufgaben -er 7luswan-ererberatungsstellen Die Erteilung von Rat und Auskunft an Auswanderungswillige erfolgt durch Auskunftstellen von Körperschaften undAnstalten des öfsentlichen Rechts oder von Vereinigungen, die! sich die Fürsorge für Auswanderer zur Aufgabe machen und geniäß 8 1 der Verordnung gegen Mißstände im Auswanderungswesen vom 14.! 2. 1924 (R. G. Bl. 1, S. 107) als gemeinnützige Auswandererberatungsstellen anerkannt worden sind. Zurzeit bestehen in Deutschland zwanzig vom Reiche anerkannte größere Beratungsstellen, die überwiegend aus den früheren Zweigstellen des ReichswandcruNgsamtes hervorgegangen sind. Sie unterstehen der Reichsstelle für das Auswanderungswcsen in Berlin, die ihrerseits dem Reichsminilterium des Innern und dem Auswärtige» Amt untersteht. Di« Repchsstelle ist die Nachfolgerin des im Jahre 1924 umgewandcltsn Reichswanderungsamtes. Die Auswanderer-Äeratungssielle in Breslau befindet sich Friedrichstraße 3. Der leitende Gesichtspunkt bei allen Stellen besteht darin, den Auswanderer, soweit möglich, in seinem Bestreben, sich eine bessere wirtschaftliche-Existenz zu schassen, mit Rat und Aufklärung zu unterstützen. Der Ratsuchende erhält auf Grund stets neuer einwandfreier Unterlagen Auskunft über die Lebens-, Ärbeits- und' Niederlassungs- Verhältnisse aller Länder der Erde, über die Aussichten, die sich Handwerkern, Landwirten, Kausleuttn und freien Berufen bieten, über die ansässigen Deutschen und die Fürsorgeeinrichtungen für Neueinwandcrer, Uber die Reisewege, Einreisebestimmungen u. a. m. , >! Die Berater'sind in der IMehrzahl lange Jahre im Ausland gewesen. Eie kennen die Derhästnisse, über di« sie beraten, aus eigener Erfahrung'und erteilen die Auskünfte pollkommen objektiv, unabhängig von alle» Stellen, die an Auswanderung und Lmidverkauf geschäftlich interessiert sind. '! Ein besonders wichtiger! Zweig der Tätigkeit der Auswandererberatungsstell.cn ist die Begutachtung von Anstellungsverträgen, die Deutsche mit fremden Arbeitgebern abschließen. Da ein solcher Vertrag das Leben und Wirken des Arbeitnehmers oft für Jahre , bestimmt, kann er nicht sorgfältig genug abgosaßt und in allere Teilen erwogen-werden. Insbesondere sollte auch kein junges Mädchen eine Auslandsstellung antreten, bevor durch ctne Beratungsstelle über den zukünftigen Brotherrn eine Erkundigung eingezisgen wurde. ' Ein besonderes Augenmerk widmen die Beratungsstellen der Bekämpfung der so häufigen Auswanderungsschwindler. Stellungen ver- Mitteln sie nicht, können jedoch Adressen von vertrauenswürdigen Der-' Mittlern Nachweisen. Jeder Auswanderer erhält auf.Wunsch eine Geleitkarte ausgestellt, die ihn der Fürsorge aller Behörden, Vereine und Landsleute im Inlands und Auslande empfiehlt und die Anschristen der zuständigen Konsulate, FürsölHestellen und religiösen - Organisationen enthält. Ein Zwang zur Jnansp-pchnahm« der Beratung wird aus niemand ausgcübt, aber es sollte keiner, der aüsrvandern will, dir-geringe Mühe scheuen, sich von sachkundiger unparteiischer Stelle beraten zu lassen, selbst wenn er sich noch so gut von Frcündcn und Verwandten unterrichtet glaubt. ' ■[ Wer sich nicht beraten äßt, begeht'dadurch, Sine Unterlassungssünde, für die er und die Seinigen oft jahrelang büßen müssen. - Den 80. Geburtstag feiert am 7. Januar 1930 Frau Pelagia Pulvermchcher geb. Goldberger, AugUstastraße 35, Den 75. Geburtstag feiert am 31. Dezember 1929 der Rentner Eduard Weiß, Kirschallee 36. <xa\Xl fsMsl fe-tote „>..... nJ; HERZu.EURLIGJ BRESLAU Kinc25 Elektr. Anlagen jeder Art Sanitäre Anlagen Heizungs-Anlagen gut und preiswert ERNST EICHWAID Ingenieur-Büro Kupferschmiedestr. 26 Fernspr. 56205 badoaa und BroacMlra „RatacliWga alnea Arztaa": DEUTSCHE Jt-O. PQM NE STLE• EftZK U QN ISSE. lERLIN WST

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