Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-12-01 · 12 (12.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
12 (12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3970005-7569522-7569641--1153-3971081
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Breslauer, ■io- Amtliches Blatt der Gynagogengemeinoe zu Breslau 6djtfft(ritung|: Verwaltung« direüor Dr. Rechnitz, Bre«lau. Wallstrotze - Verlag: Bürg der Sgnagogengemewde. Breslau. Waststr.g / Lel.2iSii/l2 Antilgrnprrl«! Die 0 grfb. TMMineier Le», ob* wwmiHniii^iiiiimmiiiiiiiiiinimiiinmiiiimtiuiimiiiimiHmmmaniimiiiiiraiiiiniiimmiiumiiiiraiiuni» Für die unter dem Namen de« Derfaster« erscheinenden Artikel und bi« > Druck und Anzeigen-AnnahMe: Druckerei Th. Schatzkg Aktiengesellschaft. | Breslau 5, Neue Sraupenstratze Nr. 7 / Fernsprecher 2t«SS u. 244 6y Traum ra via. — 3WI Iauftn6«n AuftrSgra Trabst». ' venckn«nachrichten übernehmen! wir nur die preffegesitzliche Verantwortung 6. Äahpg. Dezember 1929 Rr. 12 ChanuKKah Charakteristisch sür den damaligen Kamps ist aber, daß Alljährlich um die die Erinnerung, ein i der Jugend bereitet n Gaben. In den Halle Rettung gebracht hat> war, und wenn die Ls nach alter bekannter M Zeit der kürzesten Tage erneuern wir r icht nach dem anderen stammt auf, Han Freude, den Armen spendet man Psalmen klingt der Preis Gottes, der als alle Welt wider uns aufgestanden chte brennep, tönt sein Lob im Liede' kelodie. Man hat früher — und zwar noch vor gar nicht langer Zeit — das Problem sehr einfach gefaßt. Man meinte, daß die Kultur des Griechentums mit Alexander dem GroßdM. zu Ende gewesen sei, daß die folgende Zeit in jeder Hinsicht nur Eiltartung gebracht habe. Wir wissen heute, daß das klassische Griechentum nicht so strahlend gewesen ist, und daß die Zeit des Hellenismus nicht einfach als Entartung und Verfall gewertet, werhen darf, daß vielmehr das Problem des Hellenismus ein diel komplizierteres gewesen ist, und wir wissen, daß das Judentum der damaligen Zeit si^ch" nach den siegreichen Hasmvnäerkämpfen unter Wahrung seines Eigenwertes in die hellenistische Welt eingegliedert hat. Wir wissen auch, daß diese erste Religionsverfolgung, von der die Geschichte berichtet, keineswegs allein aus religiösem Fanatismus entstanden ist, sondern daß politische Erwägungen, allerdings ganz verfehlter Natur, sie in starkem Maße bedingt haben. Die gewaltsame Auswirkung in barbarischer Unterdrückung der religiösen Ueberzeugung und in bewaffnetem Aufstand und Krieg stssllt wohl die am deutlichsten erkennbaren, aber keineswegs! die einzigen und die geschichtlich bedeutsamsten Phasen d;r Entwicklung dieses Konflikts dar. Kulturelemente vetschiedenartigcn Charakters treten oft, vielleicht ganz besonders daun, wenn sie einander nicht«, durchweg entgegengesetzt sind, sondern bei aller Verschiedenheit mehr oder minder große Verwandtschaft zeigen, bei ihrem ersten Zusammentreffen einander feindlich gegenüber. Erst allmählich wird das gegenseitige Verständnis gewonnen, ein Ausgleich herbeigesührN Tie Lebensanschauung des Judentums, die aus seinem Gottesgedanken und dem hierin begründeten Menschheitsgedanken herauswuchs, vermochte sich mit dem herrschenden Hellenismus und seiner andersartigen Einstellung Nicht ohne weiteres abzufinden. Und ebenso vermochte der! Hellenismus diese anders geartete geistige und seelische Welt zunächst nicht zu begreifen. Wie immer in solchen Fällen hat das äußerlich Glänzende der hellenistischen Kultur - viele geblendet, die hellenistischen Machthaber wie manche Juden glaubten an die Ueberlegenheit der hellenistischen Kultur, die sie nur in äußeren Dingen sahen. Wie im 18. Jahr» hundert in Deutschlands französische Sitte — und Unsitte — als das Zeichen echterBildung galt, so damals in manchen jüdischen Kreisen hellenistische Sitte. Hier wie dort trat das oft in geradezu lächerlicher Veräußerlichung zutage, und hier wie dort löste es einen Widerstand aus, der bisweileri über das Maß hinausging.; Religion und Bildung n schicht werden lassen, so trügen. Bei aller äußer hatten die hellenistischen die Juden in bezug aus Volksbildung den hellenistischen Syrern überlegen waren. Seit Esra hatte man in immer stärkerem Maße durch diasäbbatliche Schriftvorlesung und Erläuterung; durch Aussendung von Lehrern, durch Errichtung von Schulen cht zu einem Privilegium der Ober. Wern in alle Kreise des Volkes ge« en Macht und allem äußeren Glanz Staaten nicht dia Seelendes Volkes, erfaßt: die Jttden wußtet, wofür sie drrldeten und kämpften. Das gab ihnen die Opferbereitschast rmdden Opfermut. Gottvertrauen ünd Gotteserkenntnis waren nicht leere Worte- Tas brachte den Erfolg. Tenn Charakter und geistige Kraft können wohl vcrübergehdnd unterdrückt werden, müssen aber schließlich siegre ch blcibejn. Die Lehre des Festps ist für die Gegenwart bedeutsam genug: Selbstbe/innung aus die unvergänglichen Werte unserer' religiösen Güter für Geist und Charakter und Durchdringung aller Schichten des Judentums mit dieser Erkenntnis. Das Prophetenwort des Chanpkkahsabbates soll uns Mahnung sein: nicht durch Gewalt,, sondern durch r Ewige der Heerscharen." P o g e l st e i n, Gem.-Rabb. „Nicht durch Macht und Meinen Geist, spricht d Gemeinüevertreter-Sihung lvom 28. . Gericht vgn Ter Vorsitzende I. November 1929. Dr. Re>chnitz.! R. Peis e.r widmete zu Beginn der Sitzung dein verstorbenen früheren Vorstandsmitglied, Verlagsbuchhändler Max Marcus einen warm empfundenen Nachruf, unter Hervorhebung seiner großen Verdienste «im die Wissenschaft und! unsere Gemeinde. Tic, Versammlung hörte )en Nachruf stehend an. * Nach Bekanntgabe ei rer Anzahl Einladungen erhielt Herr- Wilhelm Kober das Wort zum Bericht über die Kassenuevision. Ten Bericht, wonach Beanstandungen nicht gefunden tvurden, nahnr hie Versammlung zur Kenntnis rmd erteilte dem Vorstand Entlastung für 1928/29. ilber den Verwaltungsbericht referierte der Vorsitzende J.-R« P e i s e r. Die Sondervergütung für die ständigen Aufseher an den Synagogen zu den Feiertagen wurde genehmigt. Ter Vorstand gibt ferner zur Kenntüis, daß! die für die Aufstandsgeschüdigten in Palästina bewilligten ^000 Mk. wie folgt verteilt worden fiitb: 1000 Mk. dem Allg jüd. Krankenhause Schaare Zedek in Jerusalem, 1900 Mk. dem unter - Leitung des Raw Meier- Berlin in Jerusalem stehenden Zcntralhilssfonds, mit der. ausdrücklichen Bestimmung, daß der PetragUcht für Aufbauzwecke, sondern unparteiisch zur Linderung der Not verwandt wird, und zwar 500 Mk. ausschließlich für Kinder und Jugendliche. Die letzten 1000 Mk. lind ebenfalls dem Zentralhilfssondsüberwiesen worden mit der Bestimmung, daß der Betrag den? unter Leitung Der Schwester Rose Wöllstein, einer Breslauerin,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.