Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 11 (9.11.1929)
- Date
- 1929-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 , m Breslauer JüdifchesGemelnÜeblatt Mar Marcus ist' am 29. Oktober 1929 auf der Straße einem Herzschlage zum Opfer gefallen. .Zein Hinscheiden, er war mit seinen 87 Jahren noch recht rüstig »yd arbeitslustig, bedeutet einen großen Verlust für die wissenschaftliche - Well,' wen über unsere Hciinatsproviiiz hinaus. Nach geschichtlichen Studien in Berlin und München erwarb er mit seinem Bruder die hiesige ftoebnersche Buchhandlung, vertauschte aber bald den Buchhandel mit dem unter der Firma M. H. Marcus zusammen mit seinem Bruder ge- . gründeten Berlage, der seinen wissenschaftlichen Neigungen mehr entsprach. Ass Verleger hat er sür alle Zweige der Wissenschaft Großes geleisted Er verlegte die historischen Untersuchungen von Pros. Cichorius, die indischen Forschungen von Geheimrat Hiiliebrandt - und die Sanskrit-Werkc dieses ihm befreundeten Gelehrten, die gerinaniftischen Abhandlungen von IHeinhold, die Untersuchungen zur Staats- und Nechtsgeschichte von Gierte, die Veröffentlichungen der Schlesischen Gesellschaft'für Erdkunde, die Abhandlungen aus dem Staats- und Verwaltungsrecht von Brie- Flcischmann, das alten Referendartn wohlbekannte Amtsgerichtliche Dezernat seines Freundes Eberl ua. m. Seine umfassende Bildung und Kenntnisse stellte ck gern in den Dienst der Allgemeinheit. Er gehörte zu Len Gründern des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, dessen Vorstand er seit der Gründung als Schatzmeister angehört«, er war Bibliochekar und Mitglied des geistigen Ausschußes der Lessingloge, und saß seit vielen Jahren olf stellvertretender Vorsitzender im Borstande des Jüdischen Schwesternheimes. Dem Vorstände der Synagogen- Gemeind« gehörte er 12 Jahre an, bis ihn sein Gesundheitszustand zum Verzicht auf sein mit seltener Pflichttreue geführtes Amt zwang; er lieh aber auf allseitiges Verlangen seine Kräfte weiter seinen Spezialausgaben im Zwciggoftesdienst und im Bibliotheks-Ausschuß: außerdem saß er im Kuratorium des Stipendienvereins und der M. S. Leipziger- Stiftung. Alle, die ihn kannten und mit ihm zusanimen gearbeitet haben, werden den, vornehmen, aufrichtigen, gebildeten Manne ein ehrenvolles Andenken bewahren. R. i Den 70. Geburtstag feiert an, Dezember Herr Hilfskantar i. R. Julius Schampanier, Agnesstroße 8, der über 20 Jahre an der Neuen Synagoge tätig war. tyntlid)« Btfanntmadwngtn ött üonagogeiiocaittaöc < ' Sitzung der Gemeindevertretung der Synagogen-Gemeinde Donnerstag, den 28. November 1929, 181 •> U f) r, Sitzungssaal Wollstraße 9, II. ■* Tagesordnung: 1. Mtteilungen. 2. Kassenrevision (Bericht der ^Rechnungsprüfer). 3. Ehrengeschenk zum Jubiläum des Jüd.-thssvl. Seminars. 4. Verwaltungsbericht. ' 1 5. Abrechnung Alte Synagoge. G e h e i m e ,S i tz u n g: 4 Vorlagen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung P e i s e r. Iustizrat. Bekanntmachung. - Mit.Rücksickn auf die in letzter Zeit auf unseren Friedhöfen vorgekomvienen Tiebftähle machen wir unsere Gemeinde nntglicdcr erneut darauf aufmerksam, daß wir irgend eine Haftpflicht oder Verantwortung nicht übernehmen können. Die Interessenten werden daher gut tun, wertvolle Bestandteile der Gräber, wie z. B. Bronzeplatten usw. selbst in geeigneter Weise zu sichern und gegen Diebstahl zu versichern. » Tie Verwaltungsbüros unserer Friedhöfe sind zur Auskunftserteilung gern bereit. . .. Breslau, den 25. Oktober 1929. _1 Ter Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Bekanntmachung. Das Eindecken der Gräber und das Schützen der Rosen und Ziersträucher gegen Frostgefahr wird iin Monat November von -den Friedhofsverwaltungsn vorgenommen. Diese Arbeiten werden nur auf Grund besonderer Bestellungen ausgeführt. Die Gemeindemitglieder werden daher gebeten, diesbezügliche Aufträge den Friedhofsverwaltungen möglichst bald zukonnnen zu lassen Die Gebühren sind in diesem Jahre auf Grund eines Beschlusses der Arbeitsgemeinschaft der städtischen und konfessionellen Friedhöfe die gleichen wie im Vorjahre, lind zwar: in 3 Abteilungen: kl.. Kinder Schulkinder Erwachsene 1. Oberflüche: 1.— 1,50 2,— RM 2. Volle Decke: 1,50 2,50 3,50 RM. Falls verlangt wird, daß die Tannenzweige mit der grünen Fläche nach außen verlegt werden, was größere Aufwendungen von Material und Arbeitszeit erfordert, kostet jede Position Zuschlag. Rosen decken pro Stück 1 RM. Die Tannendecken werden unter fachmännischer Leitung ausgeführt, jedoch kann eine Gewähr für etwaige Frostschäden ° nicht geleistet werden. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Da* ülnderlandheim in Bad Flinsberg _____ der Breslauer j Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes wird am 1. Dezember d. I. wieder für erholungsbedürftige Frauen und schulentlassene Mädchen eröffnet. Ter Tagespreis beträgt 4.— Mk (infl.! Heizung und Beleuchtung). Zur Aufnahme erforderlich ist ein ärztliches Attest, das bescheinigt, daß die Erholungsbcdüsrftigc frei ist von ansteckenden und nervösen Erkrankungen. Anmeldungen, für die Monate Dezember, Januar und Februar nehmen entgegen: das Büro des Jüd. Frauenbundes, Wallstr. 9, und Frau Eugenik Aschner, Gutcnbergstr. 9. Bekanntmachung. An den Sabbaten, an denen Jugendgvttesdienst in der Neuen Synagoge stattfindet, fällt der Nachinittagsgottesdienst in der Wochentagssynagoge am Anger 8 aus. Tie Besucher des Nachmittagsgottesdienstes werden gebeten, am Jugendgottesdienst teilzunehmen. ' _ Breslau, im November 1929. 1 Ter Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Am Sonntag, den 2 t. November, 17 Uhr, findet ein Nachmittags^ottesdienst in der Neuen Synagoge statt. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. - Alte Synagoge, Alännerplähe. Bei dem Umbau der Alten Synagoge sind die Bänke umgestellt und neu numeriert worden. Wir bitten die Gemeinde Mitglieder, das Fach ihres Platzes nachzusehen, ob die dariir befindlichen Sachen ihr Eigentum sind, andernfalls bitten wir. diese Herrn Kastellan S o w a k zu übergeben. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Gefunden 10 Mark am 2. Neujahrtstage im Zweiggottesdienste des Breslauer Konzerthauses. Abzuholen in unserem Büro, Wallstraße 9. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. EHE HEM