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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-11-09 · 11 (9.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
11 (9.11.1929)
Date
1929-11-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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T Breslauer / V. /• :.. es Blatt der Gynagogengemeinbe zu Breslau Schrlftleltung: verwaltungsdiretwr Jr. JRectjnifi, Sie«,au. fflalTfttafte 9 Verlag: DUro der Snnaqo^engemeinde. vreatau^. WaNttr 9 / Lei 21611/12 Druci und Anzeigen-Annahme. Druckerei Th. «chaytt, Attie^gesellscdafi,! vrealau 5, Neue «Srauvenstrahe Nr 7 / Fernsprecher 244 6Su. 24469 Ayueigenvrei«: Dir 6 qrlv H»illlmeitt-3cik j6cr fteren ORaum 16 lliq. — Sei lausenden AusirSgen IRadaii iiiiitiitiiiiiiiiiiMiitiitiitiiiniiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiviiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiinitMtiiiiiiiiiiitiiuitiiiiiiiitiiMitiiiiiiiiiiitiitiiiiiHiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiHiiiiiniiiiiiiitiiiiifuiMiiiiiniMiiiitiitininiiiiii'niiiiiiiiiitMiiitiimiiuuHl FlU die unter dem Tkameif den versassern neinen»,-- Unite> ind nie verein-'nachnchien NNerneN-ne' nie nu- ^kesteoe, enlirtu veroNIwoNu»h 6 Sahra. Novemver 1929 Tlx 11 asai Die Palriarchen Alljährlich um die Zeit, die uns bei den gottesdienstlicheil Vorlesungen die alte Patriarchengeschichte wieder in Erinnerung bringt, legt sich so mancher Hörer und Leser die Frage vor, ob diese Darstellungen lind Vcrichlc auch dem Menschen unserer Zeit etwas zu geben, die Verhältnisse unserer Gegenwart auch nur irgeirdwic zu berinslusskn vermögen. Die Frage wird immer wieder gesrellt, lind ich möchte ihr die gleiche Beachtung zuerkennen, wie der nach der 'Notwendigkeit, jeder neuen Generation immer wie)er die Kenntnis vom alten Homer, vom römischen Virgil oder wch oon den Nibelungen vermitteln zu müssen. Ich möchte a 1er weitergehen und sagen, daß der gesamten Patriarchengesclichte, der selbst, die objektiv eingestellte moderne Bibelwissenjck aft die Geschichtlichkeit ilicht mehr bestreitet und sic aus der Niederung der Stammaussage zur Höhe des positivcil Geschehnisses hat emporsteigen lassen, durchaus zeitgemäße Bedeutung zukoiinnt, weil Vertrauen, Demut, freiwilliger Gehorsam, Ehrfurcht vor..dem Alter und der (Erfahrung, immer noch Ideale geblieben siiid, deren Erfüllung wir zwar fordern, deren Ei reichupg aber noch in weitein Felde zu liegen scheint. Einst war^.die Verehrung. der sich die drei Patriarchen zu erfreuen groß, daß man ihre Existenz schon vöb der Weltschöpfung annahm, ja daß vor allen Dingen Gott um 'Abrahams Willen die Welt erschaffen habe. Die Legende im Midrasch hat sich der Erzväter besonders angenommen und ihre Bedeutung gekennzeichnet. Aber m den Erlebnissen Abrahams, Isaaks und Jakobs und besonders in den Nöten, in denen c lle sich öfters befanden, haben wir die Vorbilder für das Ge chick des späteren Volkes zu erblicken. Vorbilder für Gerechtigkeit uitdSlayunestreue, für Ausharren in allen Schicksajslagen Wenn zeitgenössische Gelehrte meinen, der Sinai und der Hörw und das ganze 'Werk der Offenbarung und ebenso die Wirkfunkeil-der Propheten hätten nur eine Läuterung Israels hei beigeführt, geschaffen worden aber sei Israel in der Zeit der Srannnvätcr, und auch von ihrer Kraft wie von der des Mose werde es bis auf diesen Tag gestützt, so ist uns damit eilte Ant vort gegeben auf unsere Frage nach der Berechtigisiig. die Patriarchengeschichte alljährlich zu wiederholen. Ein Judentum ga) cs noch nicht zur Patriarchenzeih aber der Gott der Väter ist mch der Gott der Kinder geworden, und wenn diese in Drang al waren und sie aus der Not ihres Herzens Gott anriefen, dann geschah es immer unter Hinweis auf das Bündnis, das Gott mit Abraham. Isaak und Jakob geschlossen hat. Auf Grund dieses Bündnisses geschah die Erlösung aus Aegypten, erlangte das Volk iinmer wieder Vergebung, kehrte es einst von Babel heim nach Palästina und wird bestehen für der Zeiten Dauer. Auf Grund dieses Bündnisses, das uns wie ihnen gilt, bleiben sie . uns die- Vorbilder zu Menschenliebe und pnwandelbarcr Treue. So sonnen sich diä Patriarchengestalten Jahr für Jahr von neuem zu überragenden Persönlichkeiten, deren Werke ewigdauernd und darum geeignet sind, uns uitd unseren Kindern, ,1 denen mit sie walnchaftig nicht vorsnthälten sollen, unseren Lebenskainpf zu erleichtern, bis z» dem Tage, da der Patri archengeift Welt und Menschheit, erfi llt haben wird. Darms, begrüßen wir in diesen Wdchen voii neuem die Lektüre dek Pariarcheitbuches, dessen - Reichtu»;' an Gedanken und Fein heilen wir genießen wollen. Ra binex Dr. Sänge r. Zweite Ausstellung ües Vereins jüdisches Alufeum E. N Bresla» Ter Verein Jüdisches JRlisenni E. V. zu'Breslau, dessen große Ausstellung „Das Juoenluin lin der Geschichte Sclile sicns", die im Frühjahr dieses Jahres.-stattland, allgemein Beachtung fand, trat anläßlich des 7a jährigen ,Bestehens de Jüdifch-Tlieelogifchen Seminars zu Breslau mit einer erneute' Ausstellung an die Oeiseiillichkeit. Tie Schau, die im Lichthef des Breslauer Kunstgewerbcii ufen'nis außerordentlich ei» drucksvvll. zufainmengestellt war, upifäßte vpr allem eine Reih von Textilien, die im Kultus Vcriuei>dii.ug fänden. Es.sind oft Gegenstände, die durchwie Tätigkeit des Vereins dem sichere Verderben in kleinen Genreinten,/die oftmals kann, noc, bestehen, entrissen wurden.- — Wix, bemerken einen Thora Vorhang ans grauem Atlas chus Raivihjch.' in der frühere , -Provinz Posen, der nur. für die Beschne:duugsseier bestinrn t war: Rn Spiegel aus hellrotem Atlas, än-welchen, in Relief stickerei zwei Löwen, k-ie eine Krone halten, dargestellt sind, iveist ferner —und dies ist besonder?'ergenartig'—eine zwe - jitzige Beschneidnngsbank und das Besch ne i du n g s, n e s s e r i, stieliesslickerei ans'. Tie üblichen'Sh'kbnssprück'e bei der Br schneidnng find ebenfalls angebracht. Tw Widninngsinschri t läßt erkennen, daß es sich um ein tücf ans dein Jahre 1831 handelt. Ein Tbvraüherhang ans Glogau'-stammt dagege, schon aus dein Jahre l7B». Ein Opferlamnr in den Hände, des Hohenpriesters Aron, ferner Mrfes,' die steinernen Tafel t haltend, der sicbcuarinige Leuchter lUd.anderes bilden die Ve zierling. — Ei» ganz eigenartiges St ßck^das noch ans der Fülle des Targebotenen bervorgeboben lein sott, ist ein feideiu r Gebetmantel,- äns dessen Ecken'(Kai soih) sickn^Nannesfigtirbn mit euier Wage befinden. ■<•-!-'; •- ~ ' - i Abgesehen von. diesen gewebt kn Gegenstände,r. ist ep, Exeinplar der Rudiinenta von Joha, nes R e .n chl i n^ gedrnct zu Pforzheiin löuck, besonders kostbar. Tiefes Buch stanin t ans dem Besitz des Breslauer Reformators Johann ^Hef . Wir sinden in diesem Buche!, das ji,h-mit Heu Elen.eilten der hebräischen Sprache befaßt, Much nüt. hebräischein Tex, tvobei auch die Roten von rechts nmlplinks zn lesen find. M 1 dieser Erwerbung hat der Verein Jüdisches Museum. E. 4h ein für die Renaissance der hebräisch« u Sprache in-Tcutschlan d bedeutsames Buch in seinen Besitz^zebracht.' ■ Schließlich sei »och ein Blatt er vähnh das den Karlsplan in Breslau därstellt, den Platz, der feit einigen Monaten z, Ehren des dort geborenen großen Agitators Ferdinand Laffall e feinen Rainen führt. Früher spielte hex Karlsplatz, der scher.

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