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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Nr. 10 187 Breslauer Iüdifche» Ge melndeblall feinem Verständnis hat der Verfasser alle Quellen studiert und kritisch gewürdigt, die Aufschluß geben über den Patriotismus der Juden, die kaum ßum Heeresdienste zugelassen (Edikt 1812). zun, größten Teil freiwillig 1813 zur Befreiung des Vaterlandes zu den Fahnen eilten. Der Jude im preußischen Heere war damals etwas so Außergewöhnliches, daß er vielfach als evangelisch in den Regimentslisten geführt wurde. Was der Verfasser über die! statistischen Angaben des Kriegsmjnisteriums sagt, erinnert lebhaft an die! berüchtigte Judenstatistik im Weltkriege. Aus die Jetztzeit paßt auch folgende Feststellung: Der prozentuale Anteil der mecklenburgischen Juden am Kriegsdienst war dreimal größer als der der Christen. Zum Lohn dafür hat man sie sogleich nach dem Kriege aller kurz vor demselben ihnen verliehenen bürgerlichen Rechte uiieder beraubt. Aber die Gerechtigkeit erfordert umgekehrt die Erwähnung der Tatsache, daß viele hervorragend« Herrscher und Heerführer in einer heute anscheinend nicht mehr möglichen Vorurteilsfreiheit die Heldentateü jüdischer Freiheitskämpfer durch hohe Anerkennungen und Auszeichnungen geehrt haben, wofür Verfasser charakteristische Beispiele ansührt. Ist es nicht möglich, diese ausgezeichnete Schrift in erweiterter und bebilderter Ausstattung neu zu drucken? Wo ist der Mäzen? R. Robb. Dr. Heppners Jüd.-Iit. Tafchenkaleader fijr Breslau und Schlesien. Verlag D. Rotenberg, Buchdruckerei, Breslau I. Für den wohlseilen Preis von 20 Pfg. bringt dieses Büchelchen außer einem ausführlichen! jüdischen Kalendarium die Nachtzeiten an allen Sabbathen und Festsagen für die wichtigsten Städte Schlesiens, ierner ein Namensverzeichms der Vorsteher und.Gemeindevertreter von Breslau, sowie Sine sehr interessante" Biographie von jüdischen Persönlichkeiten in und aus Breslau aus der Feder des als Familiensorjcher bekannten Herausgebers, pieser Kalender, d/r allen Bedürfnissen des jüd. Lebens gerecht wird, vjerdient weiteste Verbreitung in Breslau und Schlesien. 1 . . ..Au» Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen", von Rabb. Dr. A. H e p p n e r , Breslau, und Lehrer Q. Herzberg, Kassel. 1029. Heft 26. Breslau. Im Selbstverläge, Brestau I, Antonienftraße 24. Dieses Schluß-Heft behandelt die Orte Wollstein, Wongrowitz. Wreschen, Wronke, Tions, Zduny, Zerkow, Zirze, Znin, Zydowo, sowie das Verzeichnis von Portraits und Gebäuden. Was auch hier alles geboten wird, zeugt von Pegabung und Bienenfleiß der^ls Forscher bekannten Verfasser. Nur wenige Juden'dürften gar kMe verwandt- oder bekanntschastliche Beziehungen zur Provinz Posen haben, jeder findet Erinnerungen an „Jichus"! oder an niateriellen Glanz seiner Familie usw. Ost sprechen die Zahlen außer dem Texte ein« erschütternde Sprache und, zwischen den Zeilen lesend, 'merkt man, daß das jüd. Matyrium in der Provinz Posen kein lqeres Gerede gewesen. Diese gewissenhaften Forschungen sind wichtig uhehrenvoll für die ostdeutsche Judenheitz sch wünsche ihnen den wohlverdienten Erfolg, damit dieses Stück Lebensarbeit der Verfasser in recht viele jüdische Familien dringe, dort den gar oft fehlenden Sinn für Familientradition hebe. (Jedes Heft ist einzeln käuflich.) . . I B. „AkS Expert im Sowjetdienst", von M. I. L crrs o n s. -Ernst Rowohlt Verlag in Berlin. Dieses Buch aus dem Jahre 1929 will weder Enthüllungen noch Sensationen bringen, vielmehr tatsächliche Verhältnisse schildern, hie der Verfasser, der lange im Sowjetstaat als'Sachverständiger gewirkte selbst durchlebt hat. L. hat also Neu-Rußland nicht von der Eisenbahn aus sozusagen gesehen, dargestellt. Unterredungen, Begebenheiten ünd Ziffern sind nicht tendenziös oder auf Partejzensur zugeschnitten, sondern ip ihrer Wirklichkeit dargestellt. Das aber ist der Wert des sehr anregend geschriebenen Buches (191 Seiten), besten Kenntnis ih. E. gerade für jüdische Kausleute sehr wichjig. ist, weil ja in deren Händen früher ein techt größer ~ Teil der deutsch-russischen Handelsbeziehungen gelegen hat, uNd für die deshalb die Aussichten der nächsten Zukunft sehr von, Mlang sind. — Amerika und England — dieses begimit jetzt wieder — suchen, ihren Geltungsbereich in Rußland zu erweitern, da. darf Deutschland nicht beiseite stehen: sür das Für und Wider liefert-dieses Büch Beurtejlungspunkte genug. - 8. /- „Rückkehr der.Juden zur Landwirtschaft", Beitrag zur Geschichte der jüdischen wirtschaftlichen Kolonisation in verschiedenen Ländern, von Dr. rer. pol. I. M..Js le r. I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. 1929. Gebunden 6,50 RM., broschiert 5 RM. ' ' Hier wird das Problem „Juden und Bodenkultur" systematisch bearbeitet, geschichtlich borget an, daß ein laut! Rassetheoretikern (!!) ..aus dem rationalistischen Zticfe der Religion sich erklärender, angeborener Handelsgeist der Judeü" aus Berte njii ung ihrer wirtschaftlichen! geschichtlichen Entwicklung .beruhe. Weiterhin' werden jüdische Kolonisationen in ganz Osteuropa, Palästina, Anatolien, U. S. A., Kanada, Argentinien, Brasilien behandelt, sodann! deren sozial-wirtschaftliche Grundlagen und di« besondere Einstellung ihrer Siedler. — Eine berufliche, die Belange.'aller Wirtschaftskreise angehende Umschichtung großer Teile der Juden kündigt sich an.| Allen sei die vorliegende Arbeit deshalb empfohlen. . I Eine Parallelausgabe dieses Buches bringt übrigens füjr seine Mitglieder „Der Heine-Bund", Berlin W. 57> Pallasstraße 10. meraus. - -! Bz. Pierre Benoit: „Der Jakobsbrunnen" (Agar die Tänzerin).! Selbstverlag von Marcel Golld in Territet-Äoittreux, 1929, I Ein fesselnd erzählter Zeitroman, der die Hoffnungen und Erfolge, Sorgen und Nöte des.Zionismusim Gelobten Lande' mit dramatischer Werbet für den Humboldt-Verein! PE^ZE Louis Alt Schweldnltser Strafte 1 Sie essen gut 1 rituell u. pr I Frühstück, Mittagu I Soharfff-Si 1 Karlstrafte Ift, 1 Kein Trinkzwang 1 Wunsch frei ins Haus, •eisweptl nd Abendbrot 1 ilinger 1 rel. 27422 1 . Lieferung auf I kein Trinkgeld 1 tut $uU6 Neatergkas isjl ein wertvolles I Geschenk Reiche Auswahl _ Ion RM. 7.50 an Dlplom*Optifer Stadttheater WfcXUWCW deradeüber Hamei" haaxdecfcen (Hclbcdedkctt &c&Cafdecßen Um&cfi£agtücfier in gedieg.. soliden Qualitäten, geschmackvoller Ausführung und allen Preislagen gS^lDölLio&ren.- Stcsla». mW Hwtngerpkaß Jüngere Dome redegewandt, mit «Uten l'm- . franc^formen, für tinc ciolio Zcitunff Breslaus zum Werben von Inseraten ecsucht. Vorkonntni-se sniil nicht erforderlich. 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