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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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7ö Breslauer Jüdische» Gemeindeblakt Nr. 10 71 äguttg -es provinzialserbandes -es Jüdischen Frauenbundes für Nieder- und Gberfchlesten Am Montag, den 23. September, hielt der Verband eine Generalversammlung ab. zu der die Ortsgruppen und Vereine der Provinz Schlesien zahlreiche Vertreterinnen entsandten. In ihrer Eröffnungsansprache wies Frau Paula Ollendorfs mit Freuden darauf hin, daß die Tagungen des Verbandes immer stärker besucht werden, daß überhaupt in der ganzen Provinz das Interesse am Jüdischen Frauenbund ständig zunehme. Alsdann sprach Dr. Ludwig Cohn über „I ü d i s che Blindenfürsorge". Die jüdischen Blinden sind amtlicherseits fast gar nicht bekannt, da in jüdischen Kreisen oftmals eine Scheu davor besteht, «in Gebrechen eines Familienangehörigen bekanntzugeben' Es muß also die erste Ausgabe des Jüdischen Frauenbundes auf diesem Gebiete fein, eine genaue Statistik der jüdischen Blinden aufzustcllcn. Fast alle Erblindeten befinden sich in wirtschaftlicher oder seelischer Notlage, und wenn ihnen nicht von uns geholfen wird, ent- -iiemden sie dein Judentuin sehr rasch. Man kann ihnen helfen durch Ordnung ihrer Wohnung und Kleidung, durch Vorlesen und Begleitung bei Spaziergängen und andere Ferstreungen und besonders durch Beschaiiung von Blindenbüchern, die außerordentlich teuer und für viele Blinde nicht erschwingbar sind. Die Mitglieder des Jüdischen Frauenbundes werden darum gebeten, Blindenbücher zu schreiben. Die schlesische Blindenbücherei ist bereit, Schreibmaschinen zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen. *' Nach einer längeren Diskussion folgten Ausführungen über Geiangenenfürsorge von Herrn Gen.eiiiderabbincr Dr. Vogelst e i n. Die Zusammenarbeit der öffentlichen und privaten Fürsorge ist auf dem Gebiete der Gesangeuenfürsorge unerläßlich. Di« jüdische Gefangenenfllrsorge erstreckt sich über einen kleinen Personenkreis. Vier verschiedene Aufgabengebiete sind zu unterscheiden, die sozial« Gerichtshilfe, die Gesangenenseelsorge, 1>ie Fürsorge für die Gefangenen und deren Angehörige während der Haft und die Stratentlassenenfürsorge. Bei der Durchführung der weiblichen Strasgefangenensürsorge ist die Mitarbeit von Frauen besonders notwendig, denn die weibliche Strafgefangene erschließt dem Seelsorger ihr Innenleben viel schwerer als emer^Frau. Auch für die Betreuung des Strafgefangenen nach seiner Entlassung ist die Mitarbeit vvn-Frauen durchaus angebracht. Arbeitsstellen für Strafentlassene müssen ausfindig gemacht werden, aber leider finden wir es häutig, daß gerade die jüdischen Arbeitgeber Strafentlassene ablehnen. Di« private Fürsorge soll jedoch nur da eintreten, wo die öffentliche Wohlfahrtspflege zu helfen nicht verpflichtet ist. lieber den jüdischenArbeitsnachweis sprach Herr Eugen Samson. Es sei eine besondere Ausgabe des jüdischen Arbeitsnachweises^ sabbathfreie ^Stellen zu ermitteln. Es mache immer noch große Schwierigkeiten, jüdische Arbeiter in der Großindustrie unterzubringen. Aus einer Statistik sei ersichtlich, daß, es der jüdischen Berufsberatung gelungen sei, die Jugend wieder mehr für das Handwerk zu interessieren. Frau Dr. Emmy Vogel st ein befürwortete die Einführung religiöser Arbeitsgemeinschaften. Diese religiösen Kurse sollen hauptsächlich in kleineren Povinzstädten stattsinden, in denen es den Frauen anders nicht möglich ist, sich über jüdisches Wissen zu orientieren. Geeignete Damen können für diese Kurse verpflichtet werden. , Die Delegierten werden gebeten, die Mitglieder ihrer Ortsgruppen für diese Sache zu iiuxressieren und über das Ergebnis der Besprechungen an die Zentrale zu berichten. An die Referate schloß sich eine Aussprache an. In der Nachmittags-Sitzung gab Frau Grete B i a l Erläuterungen über den jetzigen Stand des Beate-Guttmann-Heims, das auch jüdische Rentnerinnen aus der Provinz aufnehmen wird. — Frau -Paula Ollendorfs gab einen Ueberblick. über di« internationale jüdische Frauenkagung in Homburg und über die Lubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes in Berlin. Daran schlosien sich Ausführungen -von Frl. Dr.'Alice Oppenheimer über den interkonfessionellen Frauenstimmrechtskongreß in Berlin. Dr. Alice Oppenheimer. He'iisht-HCeidHWj fut Hnaßen u.Wtädcßen joden CLiieXb entzückende. Neuheiten, finden Sie in reicher Auswahl in. allen Preislagen immer bei G-.M.B.H. BRESLAU1 S CH M I EDE B RÜCKE? -IO Den 80. Geburtstag feiert am 25. Oktober 1929 Herr Georg Meidner, Schwerinstraße 25. Den 90. Geburkskag feiert am 13. November 192it Frau Dorothea Hirsch geb. Schmul, Friedrich-Wilhelm-Straße 25. . Bestimmungen für den Gottesdienst am Simchas-Thora-Feste. Sonnabend, den 26. Oktober 1929, 17 Uhr. Um der gefährlichen Ueberfüllung früherer Jahre vorzubeugen, bestimmen wir hiermit für den Gottesdienst am Simchas-Thora-Feste: 1. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt in das Gotteshaus. 2. Beim Umzuge muffen die Kinder allein gehen; Begleitpersonen werden nicht zugelassen. 3. Es soll tunlichst nicht mehr als eine erwachsene Person in den Tempel begleiten. Sobald der untere Raum gefüllt ist, müssen Kinder und Erwachsene sich auf die Empore begeben. 4. Bei der Neuen Synagoge wird nur der Eingang durch - den Garten am Schweidnitzer Stadtgraben geöffnet und zwar eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes, also um 16V2 Uhr. Breslau, im Oktober 1929. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde. Zu vermieten ist vom 1. April 1936 ab^ eventl. früher, das bisher von der Städtischen Marstallverwaltung benutzte frühere Omnibus-Depot Steinstraße 61, gegenüber dem Wenzel Hancke-Krankenhaus. Das Grundstück ist über 7500 Quadratmeter groß, die Einfahrt und der geräumige Hof sind mit zementvergossenen Granitwürfeln gepflastert. Zum Grundstück gehören u. a.: Gartenhaus mit 2 Wohnungen von je 2 Zimmer und Küche und Garten, Verwaltungsgebäude mit 2 Wohnungen von je 2 Zimmern und Küche, Schmiedewerkstatt und Mannschaftsraum, massives Stallgebäude für 108 Pferde mit dgrüber liegendem Futterschütt- und Heuboden, offener hoher Wagenschuppen für 54 Kärrnerwagen, Wohnhaus mit Büro und Werkstätte. Die Räume können auch einzeln abgegeben werden. Das Grundstück eignet sich vorzüglich zur Einrichtung eines Großgaragenbaues. Angebote sind zu richten an die Synagogen-Gemeinde, Breslau, Wallstraße 9. Zu vermieten! In unserem Grundstück Menzel st raße 48 sind . große Lagerräume, große Kellerräume, heizbare und nicht heizbare, geräumige Schuppen ( sofort zu vermieten. Geräumige Einfahrten und Hofflächen vorhanden. Anfragen an das Büro, Wallstraße 9 (Telephon Nr. 216 11 und 216 12). Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Bekanntmachung. Bei Anfragen an unser Archiv ist künftig Rückporto beizufügen. Don der Erhebung einer Gebühr bei Anfragen für familiengeschichtliche Und andere nicht allgemein wiffenschaftliche Zwecke wollen wir bis auf weiteres abfehen, behalten uns aber vor, die tatsächlichen Auslagen zu erfordern. Breslaju, den 14. Juli 1929. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.

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