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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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164 Breflanet Jüdische» Oemeiaheblatf Sir. 9 Bald Ausruf an die Juden in Deulschland! werden Rasch Haschonoh und Jom Hakippurim zum Gottesliause ruser und zu stiller Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Ausruf zur Besinming, zur Einkehr und Umkehr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern urd dem'Gott seiner Väter fremd geworden. Ander« sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die''Zeit scheint dahin zu sein, da die geschlossenen Geschäfte der jüdischen Kaufleute an Sabbathen und Festtagen, an, Rasch Haschonoh und Jom Hakippurim ein stummes aber eindringliches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor aller Welt ablegten. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern, sprechen Rot und Druck der jüdischen Seele. Unjcrcj Verantwortung, unsere Sorge bewegt »ns deutsche Rabbiner zu einem etnsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids, daß so vielen pon uns der Sabbath, dieser Ouellpunkl unseres Familienlebens, die Würzest der edelsten Tugenden unserer Gemeinschast, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verloren gegangen ist. Sollen rum auch die ehrfurchtgebietenden Tage dem Materialismus mehr und nuchr ZuM Opfer fallen? Di« „Tage der Umkehr" nahen. Möchte ein jeder den Willen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und ungeschmälert zu feiern. Möchte jedes: jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den hohen Tagen befreien. Möchten die treuesten der Treuen, denen es ein tiefes ^Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbath« und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen in Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. Euch all» aber bitten wir- Seßt alles daran, daß unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfbr. Aber" Ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Be-- wußtlein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des Judentums. Im Geiste eng mit Euch allen verbunden, wünsche a wir Euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von Euch weichen: die Freude an Gott bleibe die Quelle Eurer Kraft!" Der Vorstand des Rabbineroerbandes in Deutschland. Das Jüdische Museum, e. D„ zu Breslau j ladet zu der am 23. Oktober 1929. abends 8 Uhr, in der S p i n o z a l o g e, Rcichspräsidentenplatz 9, stattfindenden Generalvers am m l u n g mit anschließendem Vortrag des Herrn Studienrats Dr. jWilly Cohn ergebenst ein. Nähere Einzelheiten über die Tagesordnung und Thema des Vortrages werden noch zur Zeit in der Tagespreise bek^nntgegeben. Gäste willkommen, Eintritt frei. > Die Partei der Zionisten-Revisionisten Breslaus veranstaltete Mittwoch, den 28. August, eine Protestkuiidgebung wegen der Ereignisse in Palästina. Die gut besuchte Dersamsnlung folgte mit tiefster Bewegung den Ausführungen der Redner, die den unwürdigen Zustand geißelten, daß das Volk der Juden auf der Flucht vor Mord und Grabschändungen im eigenen Lande weiter bedrängt werde. Die Ausführungen gipfelten in der Mahnung, nicht nachzulasstn und jetzt erst recht in dem Lande der ältesten Kultur eine neue, für" alle Völker vorbildlich« Kultur zu schaffen. Die Anwesenden erhob n sich zum Zeichen der Trauer für die Opfer in Palästina von ihren P ützen, wobei das El Mole Rachamim geslingen wurde. Die Versammlung nchm folgende Resolution an: „Die von der Partei der Zionisten-Revisionisten einberufene Versammlung in Breslau erwartet als Protest gegen die Schändung des jüdischen Namens in Palästina, daß jede, Jude seine Kraft für Zion einsetzt." > Die Versammlung wurde mit dem Absingen der Hatilwc h geschlossen. mite Vornehme Herren-ArtiKel! 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